Pitchscoring unterstützt Investoren beim Bewerten von Start-up-Pitches

Business Angels sehen viele Pitches, die sie auf irgendeine Art dokumentieren und verwalten müssen. Es geht das Gerücht um, dass viele das noch auf dem Papier machen, in der heutigen Zeit wird aber […]
Pitchscoring unterstützt Investoren beim Bewerten von Start-up-Pitches

Business Angels sehen viele Pitches, die sie auf irgendeine Art dokumentieren und verwalten müssen. Es geht das Gerücht um, dass viele das noch auf dem Papier machen, in der heutigen Zeit wird aber auch auf digitale Werkzeuge wie Tabellenkalkulationen und Ähnliches zurückgegriffen. Pitchscoring (www.pitchscoring.com) hat eine App entwickelt, die Investoren bei der Erfassung, Dokumentation und Bewertung von Pitches helfen soll.

Pitchscoring ist ein Projekt der Firma Venionaire Capital in Wien, die sich als Risikokapitalgeber in den Bereichen Web, IT und Handel betätigt. Projektleiter Lukas Keindl erläutert: “Das Unternehmen hinter dem Projekt analysiert jedes Jahr eine große Zahl von Start-Ups. Wir haben lange nach einem Tool wie www.pitchscoring.com gesucht, aber nichts Passendes gefunden. Also haben wir unser eigenes Tool entwickelt.” Das Business Angel Institute aus Wien, das derzeit noch unter dem Dach von Venionaire Capital beheimatet ist, hat, laut Keindl, wissenschaftliches Know-how in das Projekt eingebracht und soll als eigenständiges Non-Profit ausgegründet werden.

Funktionen der Webapp

Am Ende der Entwicklung steht die Ende September 2013 gestartete Webapp, mit der Business Angels ihr eigenes Investorprofil anlegen und mit dem eingehender Pitches vergleichen können. Zu Beginn steht das Befüllen des eigenen Profils, um festzulegen, mit wie viel Kapital, in welchem Markt, welchem Land und in welcher Start-up-Phase sich der Business Angel vornehmlich beteiligen möchte. Was dem Angel an einem Start-up wichtig ist, bewertet er mithilfe von Schiebereglern in den Bereichen Team, Markt, Skalierbarkeit, Geschäftsmodell, Technologie und Performance-Kennzahlen. Das Anlegen eines neuen Pitches verläuft analog zu den Einstellungen im Investorprofil. Aktuelle und vergangene Pitches stellt die App in einer Historie dar.

Der Bericht zeigt Übereinstimmungen und Diskrepanzen auf

Um zu beurteilen, wie gut das Start-up zum eigenen Portfolio passt, stellt Pitchscoring einen Bericht zur Verfügung, der durch einen eigenen Algorithmus berechnet wird. Neben einem Prozentwert und einer Auflistung der Übereinstimmungen findet sich noch ein visueller Abgleich der per Schieberegler getroffenen Schwerpunkte und einer entsprechenden Marktbewertung. Letztere Bewertung greift auf den Datenbestand von Venionaire Capital, ihren Partnern und den eingegebenen Daten der Pitchscoring-Nutzer zurück. Es werden keine personenbezogenen Informationen der Investoren verwendeet, lediglich die Einstellungen aus dem eigenen Profil.

Screenshot eines Berichts der Pitchscoring-Website auf einem Smartphone

Firma und Finanzierung

Pitchscoring wurde von Berthold Baurek-Karlic und Lukas Keindl ins Leben gerufen. Baurek-Karlic hat als Gründer von Venionaire Capital langjährige Erfahrung als aktiver Business-Angel, Lukas Keindl ist Serial-Entrepreneur mit Fokus auf Web und Mobile. Die beiden lernten sich auf einem Pitch-Event kennen, auf dem Keindl sein Projekt dayte.me vorstellte. Inzwischen hat Pitchscoring bereits Kunden aus den USA, London und auch Berlin. Der Dienst ist komplett eigenfinanziert und sieht im Geschäftsmodell vor, dass die Grundfunktionen gratis bleiben sollen; später hinzukommende Funktionen wie die Einbindung von Events werden dann teilweise kostenpflichtig werden.

Fazit

Pitchscore ermöglicht Investoren, Pitches automatisch mit ihrem eigenen Profil abgleichen zu lassen, um zu schauen, ob die herangetragene Geschäftsidee passt oder nicht. Die einfache Handhabung sowie die in der Webapp eingestreuten Hilfetexte erleichtern den Einstieg, die Benutzung geht in wenigen Schritten schnell von der Hand.

Kommt beruflich aus den Bereichen der Mediengestaltung und der Betreuung demenziell erkrankter Menschen. Seit Ende 2012 ist er freier Journalist mit dem Schwerpunkt Start-ups, interessiert sich aber auch für E-Reading und Open Source.