zalando: Umsatz schießt weiter in die Höhe; Bewertung steigt auf 3,6 Milliarden Euro

Das große Ziel von zalando (www.zalando.de) in diesem Jahr bleibt vermutlich der Wunsch, dass weitere Berichte über angeblich schlechte Arbeitsbedingungen in den Lagern des Online-Shops ausbleiben – und das am Jahresende unter dem […]
zalando: Umsatz schießt weiter in die Höhe; Bewertung steigt auf 3,6 Milliarden Euro

Das große Ziel von zalando (www.zalando.de) in diesem Jahr bleibt vermutlich der Wunsch, dass weitere Berichte über angeblich schlechte Arbeitsbedingungen in den Lagern des Online-Shops ausbleiben – und das am Jahresende unter dem Strich ein Umsatz von mindestens 2 Milliarden Euro steht (Vorjahr: 1,15 Milliarden). Im ersten Halbjahr 2013 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 809 Millionen Euro.

Alle zalando-Zahlen im Schnelldurchlauf: Im zweiten Quartal 2013 steigerte zalando seinen Nettoumsatz auf 437 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (257 Millionen Euro) bedeutet dies ein Plus von mehr als 70 %. Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres erwirtschaftete zalando einen Nettoumsatz in Höhe von 471 Millionen Euro. zalando wuchs somit auch im Halbjahresvergleich um mehr als 70 %. Um am Jahresende mindestens 2 Milliarden Euro Nettoumsatz zu erzielen, müssen die Berliner im Rest des Jahres nun knapp 1,191 Milliarden Euro erwirtschaften und damit mehr als im gesamten Vorjahr. Machbar scheint dies trotzdem, wenn der Online-Shop, der in über einem Dutzend Ländern aktiv ist, weiter so wachsen kann wie bisher. “Natürlich führten auch etliche neue Märkte, die wir in diesem Jahr dazu geholt haben, zu diesem schnellen Wachstum”, sagt zalando-Macher Rubin Ritter gegenüber dem Handelsblatt. Im Artikel heißt es weiter: “Wird das nun ewig so weiter gehen? ‘Nein, wir sind da ganz realistisch. Wir sehen ja auch, dass das relative Wachstum über die Zeit abnimmt’, sagt Ritter. ‘Trotzdem werden wir natürlich weiter gut wachsen’.”

Interessant ist dabei auch ein Blick in die Quartalsberichte (PDF) von zalando-Großinvestor Kinnevik, der berichtet, dass zalando mehr als die Hälfte seines Umsatzes außerhalb von Deutschland erwirtschaftet. Schuhe sind dabei längst nur noch ein Umsatzbringer: Mehr als die Hälfte des Umsatzes steuern andere Kategorien bei. Kinnevik bewertet zalando inzwischen mit rund 3,6 Milliarden Euro (vorher: 3,2 Milliarden). Über das Erreichen der Gewinnschwelle macht zalando weiter keine Angaben. Den Break-Even für die DACH-Region verkündete das Unternehmen bekanntlich bereits für das vergangene Jahr. Wie der Spiegel gerade berichtete will zalando im laufenden Jahr “in die Nähe einer schwarzen Null kommen, abhängig vom Verlauf des Herbstgeschäfts”. Im kommenden Jahr erwarten die die Investoren dagegen laut Nachrichtenmagazin “erstmals ein Plus”. Zur Erinnerung: 2012 betrug der Jahresfehlbetrag bei zalando stattliche 90 Millionen Euro.

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Foto: zalando

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Toto

    Oh mal etwas über zalando, wie originell…
    Ne mal ehrlich, die Zahlen sind wirklich imposant, aber man muss auch bedenken, dass diese allesamt teuer erkauft sind. Rein auf Pump wachsen kann jeder und das unterscheidet Zalando von Seiten wie Amazon & Co. Bin mal gespannt wie es aussieht, wenn der Geldhanhn mal zugedreht wird.



  2. Paul

    @Toto 23: Das Beispiel Amazon hast du völlig falsch gewählt, denn gerade Amazon hat jahrelang auf Pump gelebt, aggressiv auf Wachstum gesetzt und Profitabilität als nicht so wichtig abgetan – und von diesem Dogma hat sich Jeff Bezos bis heute nicht verabschiedet und setzt weiter auf Dominanz der Märkte, statt Gewinn: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/amazon-steigert-umsatz-aber-opfert-gewinn-fuer-wachstum-a-896637.html

  3. Zalando macht uns als Start-Up echt neidisch, was die in kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben, kann man schon locker mit Amazon vergleichen, aber die waren halt zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit dem richtigen Produkt uns ich denke die werden ihr Angebot noch weiter ausbauen, vielleicht sogar in den Elektronik oder Software Bereich naja wir werden sehen, jedenfalls glückwunsch Zalando.



  4. steingros

    Wenn ich lese dass die Schweden die Bewertung wieder erhöht haben, frage ich mich doch, auf welcher Ergebnisbasis dies geschieht. Nur weil der Umsatz schneller kommt als erwartet habe ich doch nicht einen Effekt von 400 Mio. € Eigenkapitalwert, oder doch?
    Ferner bedeutet eine Bewertung von 3,6 Mrd. auch, dass die ersten kleinen Gewinne in 2014 diese Bewertung noch lange nicht (!) rechtfertigen, sondern dass die Roherträge und EBIT Marge noch massiv steigen müssen. Unterstellt man eine Risikoverzinsung auf das Investment von 8 bis 10% (für ein Startup in der Pubertät sicher ok), müsste das EBIT langfristig und nachhaltig (!) irgendwo bei 500 Mio. € p.a. liegen, und nicht bei einem kleinem Gewinn oder einer schwarzen Null. Jetzt kann ja jeder einmal überlegen, welcher Umsatz bei alternativen EBIT Margen kommen muss, um 500 Mio. zu erreichen.
    Der Online Händler Asos hat meinen Recherchen zur Folge eine EBIT Marge von 7-8% und eine EBITDA Marge von 10-11%.

    By the way würde mich auch einmal das like for like Wachstum von Zalando auf Umsatz und Ergebnis Ebene interessieren; denn wie sagte man bereits im Handel über eine recht bekannte Großbäckerei im Westen von Deutschland: Umsatz pushen ist einfach, Stammgeschäft pflegen und ausbauen ist eine wahre Management Leistung.
    Aber dafür gibt es ja “more McKinsey and Goldman”… :-)



  5. Wigger

    Amazon mit Zalando inhaltlich zu vergleichen ok, in der Grösse wohl nicht. Amazon mehr als 20mal so gross. Amazon arbeitet sicher permanent an der Qualität und Reichweite, daher gibt es auch immer nur wenig Gewinn. Wenig Gewinn wenig Steuren. Geld kann man anders rausholen. Interesant in dem Zusammenhang ebay, das ja irgendwie gestirg wirkt aber regelmässig mit viel weniger Umsatz ca. das 10fache an Gewinn realisiert wie Amazon. Die Kuh läuft und wird gemolken. Gibt es nicht oft im web.

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