Lernstift: “Der erste Lernstift, der vibriert, wenn man sich verschreibt”

“Der erste Lernstift, der vibriert, wenn man sich verschreibt” – so bewirbt Lernstift (www.lernstift.com) seinen digitalen Stift, mit dem Schüler während des Schreibens durch Vibration aufmerksam gemacht werden, wenn sie Rechtschreibfehler machen. Noch […]
Lernstift: “Der erste Lernstift, der vibriert, wenn man sich verschreibt”

“Der erste Lernstift, der vibriert, wenn man sich verschreibt” – so bewirbt Lernstift (www.lernstift.com) seinen digitalen Stift, mit dem Schüler während des Schreibens durch Vibration aufmerksam gemacht werden, wenn sie Rechtschreibfehler machen. Noch in der Entwicklung, soll das Gerät Anfang 2014 in die Serienproduktion gehen, an Bord ein Bewegungssensor sowie ein Linux-betriebener Kleinstrechner. Anfang August diesen Jahres wurde Lernstift in Telefónicas Start-up-Programm Wayra aufgenommen.

Wenn Software-Entwickler eine neue Problemstellung sehen, programmieren sie dafür “einfach” eine Lösung. Die Inspiration für Problem und Lösung können aus den verschiedensten Bereichen stammen – zum Beispiel aus dem Familienleben. So erging es Falk Wolsky, einem der Gründer von Lernstift: “Mein zehnjähriger Sohn Leon hatte sich bei seinen Hausaufgaben dauernd verschrieben, woraufhin meine Frau plötzlich fragte: ‘Kann ihm nicht der Stift ein Signal geben, wenn er sich verschreibt?’ In diesem Moment hatte ich die ganze Idee zu Lernstift wie im Film bei einem Erfinder als Vision vor Augen. Auch, dass wir Bewegungs-Sensoren verwenden würden, war mir sofort klar. Ich hatte die kleinen Modellhubschrauber ‘im Kopf’, die nur fliegen können, weil sie einen kosten- und energie-effizienten Sensor an Board haben, der sehr feine Bewegungen erkennt.”

Im Februar 2013 gründeten Wolsky und Daniel Kaesmacher dann die Lernstift UG in München und arbeiten seitdem an der Realisierung ihres digitalen Stiftes. Die Funktionen sind klar definiert, zunächst wird es einen Rechtschreib- und einen Schönschrift-Modus für Deutsch und Englisch geben. Verschreibt sich der Nutzer, vibriert der Stift leise und macht auf Fehler aufmerksam. In dem Gerät werkelt ein Kleincomputer mit Linux, als Energielieferant dient eine normale Batterie, Updates wird der Lernstift kabellos via WLAN erhalten. Die Plattform wird offen sein, sodass Entwickler eigene Apps für den Stift programmieren können.

Die Planung für die Produktion steht, eine Kickstarter-Kampagne soll 120.000 Pfund einbringen

Erste Prototypen gibt es bereits, nach Angaben von Wolsky haben ungenannte Firmen schon nach Kooperationen angefragt; an Vorbestellungen soll es mehr als 800 geben. Die Planung sieht vor, dass erste Testgeräte Mitte Dezember 2013 zur Verfügung stehen werden, Ende Dezember soll die Serie-A-Produktion losgehen. Für das erste Quartal 2014 ist schließlich die Serienproduktion angepeilt, ein Stift soll dann um die 90 Euro kosten. Bis dahin ist es noch ein Weg, auch wenn über private Investoren bereits etwa 140.000 Euro eingesammelt werden konnten. Seit dem 05. August 2013 ist Lernstift bei Telefónicas Startup-Programm Wayra an Bord und erhält von dort Unterstützung, um Design und Software ihres Produktes zu optimieren. Zusätzlich versucht Lernstift über eine Crowdfunding-Kampagne bei Kickstarter weitere Gelder zu sichern, der erfolgreiche Abschluss ist allerdings zu diesem Zeitpunkt unsicher.

Schemazeichnung des Lernstifts

Das Geschäftsmodell fußt auf dem Hardware-Verkauf und Kooperationen mit anderen Unternehmen, Verlage könnten beispielsweise den Lernstift mit bestimmten Büchern zusammen verkaufen. Digitale Stifte gibt es bereits zuhauf am Markt, allerdings geht es dort eher um das Digitalisieren von Notizen. Lernstift möchte sich durch seine Rechtschreibprüfung und die spätere Anbindung von externen Lernapps abgrenzen.

Ausblick in die Zukunft

Für die Zukunft stehen weitere Sprachen wie Russisch, Spanisch und Französisch auf dem Programm, für den späteren Grammatik-Modus soll die Community dann Regeln beisteuern, die Lernstift redaktionell überprüft und dann als kabelloses Update ins Gerät einspielt. Wolsky sieht allerdings noch mehr am Horizont und teilt mit: “Generell sehen wir Lernstift als ein spezifisches Produkt an. Doch die Technologie-Plattform, die wir damit gleichzeitig erschaffen, ist auch interessant. Auf dieser Basis werden wir in Kooperation mit anderen Unternehmen viele weitere Produkte ‘rund um den value-added Pen’ realisieren.” Solche Produkte könnten zum Beispiel Bundles von Büchern mit dem Lernstift sein.

Kommt beruflich aus den Bereichen der Mediengestaltung und der Betreuung demenziell erkrankter Menschen. Seit Ende 2012 ist er freier Journalist mit dem Schwerpunkt Start-ups, interessiert sich aber auch für E-Reading und Open Source.



  1. Stefan

    Wenn das super funktioniert, riesen Respekt an die Macher.



  2. Toto

    Die Idee finde ich gut und wünsche, dass das funktioniert. Aber 90 Euro? Das wird nix, da müssen die sich etwas einfallen lassen. Das zahlt keiner, egal wie toll die Technik und ob die wirklich bei Schreibschrift richtig funktioniert, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, aber werde das Teil mal testen, denke ich.



  3. Andreas

    eine super Innovation. Viel erfolg!



  4. TK

    Mega Technik- Idee!!!
    Aber leider recht teuer.

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