firma.de ist ein Firmen-Baukastensystem für Gründer

Wer ein Unternehmen gründen will, hat eine ellenlange To Do-Liste abzuarbeiten. Der erste Punkt dieser – vermutlich vielen, vielen – Liste heißt: ‘Gründungs-To Do-Liste zusammenstellen’ – und schon dieser Punkt ist meist eine […]
firma.de ist ein Firmen-Baukastensystem für Gründer

Wer ein Unternehmen gründen will, hat eine ellenlange To Do-Liste abzuarbeiten. Der erste Punkt dieser – vermutlich vielen, vielen – Liste heißt: ‘Gründungs-To Do-Liste zusammenstellen’ – und schon dieser Punkt ist meist eine echte Herausforderung. Denn welcher Gründer in spe, und alle, die es werden wollen, weiß schon genau, was alles er vor, während und kurz nach der Gründung zu tun hat?

Und wenn die Liste endlich steht, heißt es: Die passenden Berater und Dienstleister recherchieren, Formulare entwerfen oder finden und ausfüllen, Ämter beschicken, Anträge stellen, PR-Maßnahmen vorbereiten, Website produzieren, Buchhaltung in Gang bringen und vieles mehr. Für viele Gründer und Unternehmer wäre es eine große Erleichterung, wenn sie bei all diesen Punkten beraten und unterstützt werden und zwar möglichst mit nur einem Ansprechpartner und vor allem für möglichst kleines Geld. In genau diese Bresche versucht, firma.de (www.firma.de) zu springen, und zwar mit einem Baukastensystem.

Ziel dieses Baukastensystems ist, dass jeder nur die Angebote in Anspruch zu nehmen braucht, die er wirklich benötigt. Außerdem soll das Modul-System durch seine Automatisierung dafür sorgen, dass das Angebot auch für Gründer mit geringem Budget bezahlbar bleibt. firma.de bietet Fachinformation in Kombination mit Bausteinlösungen sowie telefonischer und Vor-Ort-Beratung durch persönlich ausgewählte Existenzgründerberater. Dadurch wird die Komplexität des Gründungsprozesses nach dem ein-Dienstleister-Prinzip reduziert. Der Gründer hat eine zentrale Anlaufstelle für die Themen rund um Gründung und Wachstum.

Ziel ist es, Start-ups durch firma.de schnell betriebsfähig werden zu lassen, damit sie sich auf die Weiterentwicklung ihres Geschäftsmodels konzentrieren können, anstatt sich mit lästiger Bürokratie oder der Suche nach richtigen Ansprechpartnern zu beschäftigen. firma.de übernimmt alle Bereiche, die nichts mit dem eigentlichen Geschäft zu tun haben: Von der Firmengründung (UG, GmbH, AG) inkl. Notartermin Vereinbarung, dem Ausfüllen des Finanzamt-Fragebogens, der Lohnabrechnung und der Buchhaltung, dem Jahresabschluss in Zusammenarbeit mit ausgewählten Wirtschafsprüfern bis hin zur Erstellung fertiger Websites für Dienstleister ab 199 Euro, bundesweite Kurzseminare oder einem Telefonsekretariat.

Alle Module können einfach über das eigene Shop-System gebucht werden. Alle Bausteinlösungen können bedarfsorientiert gebucht werden. In der Regel gibt es pro Bausteinlösung immer drei Preise. Auf Wunsch können Gründercoaching, Hilfe bei der Erstellung des Businessplans, Bankcoaching durch Finanzierungsexperten, Positionierungsberatung, Wachstumsberatung usw. individuell in Anspruch genommen werden.

Von Gründern für Gründer

firma.de ist ein neues gemeinsames Projekt der Wiesbadener Entrepreneure Michael Silberberger – Gründer von jobsintown.de und Go ahead Limited – und Christian Manthey, der auch Bundesvorstand vom BJU- Die Jungen Unternehmer ist.

Zusammen gründeten sie das Internetportal semigator.de, das kürzlich von der Haufe-Lexware-Gruppe übernommen wurde – deutsche-startups.de berichtete darüber: Übernahmen: Xing kauft kununu – Haufe schluckt SemiGator

Silberberger über den Nutzen von firma.de: “Der Nutzen für die Kunden von firma.de ist in erster Linie die Zeitersparnis. Zum anderen ist der Schritt in die Selbstständigkeit auch heute noch nur mit einer gehörigen Portion Mut zu schaffen. Wenn man bei firma.de anruft, merkt man schnell, dass sich die Leute hier auskennen. Vor allem, weil wir selbst schon ein paar Unternehmen gegründet haben.

Außerdem sensibilisieren wir Gründer und Unternehmer gerne dafür, die Fördermittel auch wirklich in Anspruch zu nehmen. Wenn man sich einmal selbst damit beschäftigt, wird schnell deutlich wie unübersichtlich dieses Thema ist. Wer wird wann wie unter welchen Vorrausetzungen gefördert? Gar nicht leicht hier den Überblick zu behalten. Durch unser Beraternetzwerk können wir den Unternehmern hier helfen und etwas mehr Licht ins Dunkel bringen.”

Fazit: Die Angebote im Modulsystem erscheinen durchaus nützlich und preislich fair, der Faktor Zeitersparnis und die Gründungskompetenzen im firma.de-‘Backoffice’ helfen bestimmt dabei, Hemmschwellen zu überwinden und typische Gründungsfehler zu vermeiden.

Wirklich prüfen kann man die Angebote natürlich erst, wenn man sie tatsächlich bucht, insofern ist die Einschätzung hier eine ‘Trockenübung’.

Ansehen kann man sich allerdings live und ‘in echt’ Ergebnisse des Moduls ‘Homepagebaukasten’, denn die von firma.de gelieferten Websites sind gebrandet mit ‘powered by Firma.de’ (allein wegen dieses Brandings würde ich diesen Baustein für eine Unternehmenswebsite nicht kaufen) – man braucht also nur nach diesem Begriff zu googeln.

Die Beispiele, die ich fand, sind vom Umfang her eher ‘übersichtlich’, optisch ok, aber man sieht ihnen den Baukasten halt an und sie wirken ein bisschen old-fashioned. Ein integriertes Blog hab ich nirgends gefunden und die Texte – die zum Teil ja auch von frima.de geliefert werden – sind recht nominalstil-lastig, recht pauschal und na ja, ziemlich ausbaufähig. Aber besser als gar keine Website sind die Websites von firma.de allemal. Dennoch würde ich als Gründer auf dieses Modul wohl verzichten und mit eine individuelle Site entwickeln lassen.

Elke Fleing aus Hamburg liefert Texte aller Art, redaktionellen Content und Kommunikations-Konzepte. Sie gibt Seminare, hält Vorträge und coacht Unternehmen. Bei deutsche-startups.de widmet sie sich vor allem Themen und Tools, die der Erfolgs-Maximierung von Unternehmen dienen.



  1. Markus

    cooles Geschäftsmodell.

  2. Hab die Seite überflogen. Was mich hier wundert ist, dass Die GmbH dort als “Steuersparmodell” angepriesen wird. Angeblich weil die GmbH Körperschaftssteuer zahlt und dieser Steuersatz bedeutent niedriger sei, als die Einkommenssteuer bei Einzelunternehmungen oder Gbr’s. Das stimmt aber nicht, denn das eigene Gehalt muss man ja zusätzlich noch versteuern und zahlt so Körperschaftssteuer für die GmbH und zusätzlich noch Einkommenssteuer auf das Gehalt. Lässt man sich am Ende des Geschäftsjahres als Gesellschafter noch Gewinn ausschütten, werden nochmal Steuern fällig. So lange man sich als Geschäftsführer einer GmbH kein Gehalt von mehr als 60TEUR jährlich ausbezahlt, zahlt man mit einer GmbH bedeutend mehr Steuern als mit einer Personengesellschaft. Daher ist für ein Startup auch eher eine GmbH & Co. Kg zu empfehlen. Hier handelt es sich tatsächlich um ein Steuersparmodell. Ich weiß nicht was man von so einer Seite halten soll, wenn man bereits auf den 1. Blick falsch beraten wird.



  3. Jo

    @ Gunnar

    Hättest du die Seite genau gelesen, wäre dir aufgefallen, dass sich das “Steuersparmodell” auf nicht ausgeschüttete Gewinne bezieht. Dies ist grundsätzlich auch richtig. Die GmbH hat im Hinblick hierauf tatsächlich Vorzüge. Dies ergibt sich aus dem Folgenden:

    GmbH und GmbH & Co. KG unterscheiden sich im Besteuerungsansatz. Bei der GmbH sind alle Vergütungen für Geschäftsführer abzugsfähig, sofern sie dem Drittvergleich standhalten. Die Vergütung als Geschäftsführer unterliegt dann beim Empfänger der persönlichen Einkommensteuer. Wie auch auf der Seite aufgeführt. Der Gewinn der GmbH selbst wird mit 15 % Körperschaftsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag belastet. Darüber hinaus wird Gewerbesteuer erhoben, die je nach Hebesatz variiert. Für Vergleichszwecke kann von einer Ertragsbesteuerung von rund 30 % bei der GmbH ausgegangen werden. Der verbleibende ausgeschüttete Gewinn unterliegt dann im Regelfall der Abgeltungssteuer.

    Bei der GmbH & Co. KG sind Vergütungen an Gesellschafter nicht steuerlich abzugsfähig. Die diesbezüglichen Aufwendungen werden dem handelsrechtlichen Ergebnis wieder hinzugerechnet und unterliegen bei der GmbH & Co. KG der Gewerbesteuer. Diese wird wiederum auf die persönliche Einkommensteuer der Gesellschafter nach Maßgabe des § 35 EStG angerechnet. Der Gewinnanteil des Gesellschafters unterliegt im Jahr der Entstehung in voller Höhe der persönlichen Einkommensteuer, wobei die Möglichkeit besteht, zur sogenannten Thesaurierungsbesteuerung zu optieren.

    Dementsprechend bildet für nicht ausgeschüttete Gewinne die GmbH tendenziell das zu bevorzugende Modell.

    Die Seite hat also schon Recht.

  4. @Jo,

    hatte ja geschrieben das ich die Seite nur überflogen habe. Ist bestimmt ein nettes Angebot für manche Gründer. Aber ich hätte an deren Stelle manche Punkte besser erklärt. Wie z.B. dieser Punkt mit dem Stuersparmodell. Wenn da Dein Erklärungstext bei einem Mouse Hover drüber erscheinen würde, wäre es eine perfekte Lösung. Sonst versteht man es falsch, wenn man nur oberflächlich einen Blick drauf wirft.

  5. Die Geschäftsidee an sich finde ich persönlich super. Der Homepagebaukasten ist noch ein wenig ausbaufähig. Es wäre schön, wenn der User Praxisbeispiele sofort sehen würde. Vielleicht kommt das ja noch.

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