Tripventure: Mit Augmented Reality spielerisch Städte erkunden

Unter dem Motto “every place tells a story” (“Jeder Ort erzählt eine Geschichte”) leitet tripventure (www.tripventure.net) aus Berlin Touristen spielerisch durch verschiedene europäische Städte und lässt sie dabei Abenteuer bestehen. Einer Schnitzeljagd ähnlich, […]
Tripventure: Mit Augmented Reality spielerisch Städte erkunden

Screenshot der Website-Startseite von tripventure

Unter dem Motto “every place tells a story” (“Jeder Ort erzählt eine Geschichte”) leitet tripventure (www.tripventure.net) aus Berlin Touristen spielerisch durch verschiedene europäische Städte und lässt sie dabei Abenteuer bestehen. Einer Schnitzeljagd ähnlich, vermischen sich in einer App virtuelle Spielelemente mit der realen Welt und enthüllen im Verlauf des Spiels Informationen zu wichtigen Orten.

Wer hat als Kind nicht Schnitzeljagd gespielt und ist Hinweisen entlang eines zu entdeckenden Weges gefolgt? Später wurden Städte auf Reisen dann per Karte, Stadtführer oder Audio-Guide erkundet – seitdem es Smartphones und Tablet-PCs gibt, bieten sich auch Apps für verschiedene mobile Geräte als Stadtführer an. Tripventure bringt seit Mitte 2012 Schnitzeljagd und Reiseführer zusammen und führt Kunden verschiedensten Alters auf spielerische Art und Weise durch verschiedene europäische Städte. Tripventure ist für Android und iOS kostenlos erhältlich und lässt sich sowohl auf Smartphones als auch Tablets spielen. Die App überlagert dabei das Kamerabild mit virtuellen Spielelementen wie Grafiken, Videos, Dialogen oder Animationen, um Informationen zu wichtigen Orten einzuspielen, “Augmented Reality” genannt. Gekoppelt mit GPS-Ortung und Richtungs- beziehungsweise Bewegungssensoren des mobilen Geräts, führt die App so von Ort zu Ort, bis das Abenteuer durchgespielt ist.

Mehrere Spiele und ein Editor stehen zur Verfügung

Aktuell stehen sechs Spiele zur Auswahl, die oftmals Kriminalfall-Charakter haben. Es geht darum, Morde aufzuklären oder verschwundene Personen zu finden, zwei Spiele beschäftigen sich mit der Mauer in Berlin. Im Spiel “Rocco Ratcha” kommen besonders die jungen Touristen auf ihre Kosten: Sie schlüpfen in die Rolle der kleinen Schabe Rocco, die für eine Geburtstagsfeier Pizza zum Abendessen organisieren muss. Das Spiel “Mission Mauerfall” ist als Demo standortunabhängig anspielbar und vermittelt einen Überblick über die Funktionsweise. Die Preise für die Spiele liegen zwischen 0,89 und 2,69 Euro und sind auf eine Dauer zwischen 1,5 und 2,5 Stunden angelegt.

Wer selbst tätig werden und ein Spiel entwickeln möchte, bekommt als Werkzeug einen webbasierten Editor an die Maus. Auf einer virtuellen Landkarte markiert der Spieledesigner wichtige Orte, entscheidet, welche Grafiken geladen werden und integriert Fotos, Videos, Sounds und die Augmented-Reality-Funktionalität, ohne Programmierkenntnisse. Ist das Spiel fertig, wird es in die tripventure-App geladen und kann gegen Entgelt von anderen Spielern genutzt werden. Der Editor ist nicht nur für Einzel-Entwickler interessant, auch Unternehmen könnten ihre Marke spielerisch etablieren oder stärken.

Entstanden aus einem Ideenwettbewerb

Die Initialzündung zu tripventure entstand während eines Ideenwettbewerbs im Sommer 2011, den Benjamin Kolb, Geschäftsführer der sprylab technologies GmbH jährlich ausruft. Nach etwa einem Jahr Vorarbeit ging tripventure Mitte 2012 dann an den Start, neben Kolb ist Stephan Heck als weiterer Geschäftsführer tätig. Umsatz peilen die Macher durch zwei Modelle an. Entwickler lizensieren ihr Spiel für die tripventure-Plattform, als Whitelabel-App oder binden es per Entwicklungskit in bestehende Apps ein. Wer bei der Umsetzung Unterstützung benötigt, kann sich unter die Arme greifen oder das Spiel komplett durch sprylab technologies entwickeln lassen.

Virtuelle Reiseführer, die Augmented Reality integrieren, gibt es genug, beispielsweise mtrip (www.mtrip.de) und tripwolf (www.tripwolf.com/de). Tripventure verbindet den Reiseführer mit der spielerischen Erkundung der Stadt und spricht damit Einzelpersonen und besonders Familien mit Kindern an.

Kommt beruflich aus den Bereichen der Mediengestaltung und der Betreuung demenziell erkrankter Menschen. Seit Ende 2012 ist er freier Journalist mit dem Schwerpunkt Start-ups, interessiert sich aber auch für E-Reading und Open Source.