FabGate: 3D-Modelle hochladen und ausdrucken lassen

3D-Druck gibt es in der Industrie bereits seit den Achtzigern, Privatleute bekamen davon bislang allerdings nicht viel mit. Autohersteller, Architekten und Schuhdesigner setzen immer mehr auf die schnelle Herstellung von Einzelstücken oder Kleinserien, […]
FabGate: 3D-Modelle hochladen und ausdrucken lassen

3D-Druck gibt es in der Industrie bereits seit den Achtzigern, Privatleute bekamen davon bislang allerdings nicht viel mit. Autohersteller, Architekten und Schuhdesigner setzen immer mehr auf die schnelle Herstellung von Einzelstücken oder Kleinserien, um Entwürfe in die dritte Dimension zu holen und damit anschaulicher zu machen. FabGate aus Berlin (www.fabgate.co) befindet sich mit seinem Online-Marktplatz seit Ende 2012 in der Betaphase.

FabGate ist ein webbasierter Marktplatz, auf dem Nutzer ihre selbst erstellten 3D-Modelle hochladen und dann nach Firmen suchen können, die ihre Modelle ausdrucken. Betriebe antworten auf Druckanfragen mit ihren Angeboten, aus denen der potenzielle Kunde das für ihn beste auswählt. Mitgründer Saied Tehrani führt zu der angepeilten Zielgruppe aus: “Wir haben aktuell eine spezialisierte Zielgruppe mit Designern, Künstlern, Ingenieuren und Architekten, diese Gruppen bringen ihre 3D-Modelle bereits mit. Privatanwendern werden wir fertige Modelle aus verschiedenen Quellen zur Verfügung stellen.” Der Marktplatz ist sowohl für Kreative als auch für die ausführenden Betriebe interessant, da einerseits Möglichkeiten des 3D-Drucks aufgezeigt und andererseits neue Kunden für die Betriebe gewonnen werden. Aktuell präsentieren sich zwölf Firmen in der Herstellerliste, die überwiegend aus Deutschland kommen.

Das Geschäftsmodell ist noch nicht in Stein gemeißelt

Tehrani entwirft selbst 3D-Modelle, Hersteller waren vormals allerdings oft im Ausland und brauchten relativ lange bis zur Auslieferung. Inzwischen gibt es auch in der DACH-Region entsprechende Firmen, die mit Nutzern zusammengebracht werden können. Dazu gründete Tehrani zusammen mit Ehsan Gholamsaghaee die FabGate UG, der Dienst befindet sich seit Dezember 2012 in der Betaphase. Das Geld für die Unternehmung kommt im Zuge des Bootstrapping aus der eigenen Tasche, das Team ist aber für Gespräche mit interessierten Business Angels offen. Aktuell erhält FabGate von den 3D-Druck-Anbietern eine Provision von 10 Prozent des Bruttoauftragswertes, es wird aber auch über weitere Modelle wie die Einführung von Premiumfunktionen nachgedacht.

Screenshot eines Ritters als 3D-Modell

Auf die Zukunft der 3D-Druck-Technologie angesprochen, antwortet Tehrani: “Wir werden 3D-Drucker sehen, die unterschiedliche Materialien gleichzeitig und in einer besseren Auflösung drucken können. Eine der großen Herausforderungen besteht darin die Druckgeschwindigkeit zu erhöhen. Es wird zurzeit viel über das Drucken von menschlichen Organen gesprochen, aber das ist momentan noch sehr experimentell. Wenn überhaupt, sehen wir gedruckte funktionsfähige Organe frühestens in zehn Jahren.”

Fazit
Wer sich keinen 3D-Drucker leisten kann oder möchte, findet bei FabGate eine Auswahl an Betrieben, die den Ausdruck von 3D-Modellen gegen Entgelt übernehmen. Durch die zentrale Angebotseinholung wird es Nutzern einfach gemacht, eine Anfrage herauszuschicken und dann einfach abzuwarten, welches Angebot für sie das Beste ist. Sobald kostenlose 3D-Modelle integriert sind, wird der Marktplatz für Privatnutzer ohne Gestaltungskenntnisse noch interessanter.

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Kommt beruflich aus den Bereichen der Mediengestaltung und der Betreuung demenziell erkrankter Menschen. Seit Ende 2012 ist er freier Journalist mit dem Schwerpunkt Start-ups, interessiert sich aber auch für E-Reading und Open Source.