“Es gibt einem die Möglichkeit Sachen zu gestalten” – 15 Fragen an Gerrit Ellerwald von Grünspar

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Es gibt einem die Möglichkeit Sachen zu gestalten und eigene Ideen umzusetzen, denn dem eigenen Denken werden keine Grenzen gesetzt. Dazu können Entscheidungen nach […]
“Es gibt einem die Möglichkeit Sachen zu gestalten” – 15 Fragen an Gerrit Ellerwald von Grünspar

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Es gibt einem die Möglichkeit Sachen zu gestalten und eigene Ideen umzusetzen, denn dem eigenen Denken werden keine Grenzen gesetzt. Dazu können Entscheidungen nach objektiven Kriterien getroffen werden. Das ist ein großer Luxus.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Ich habe das Unternehmen nicht mitgegründet, bin aber zu einer sehr frühen Phase eingestiegen. Nach ein paar Jahren im Inhouse-Consulting großer Konzerne wollte ich komplett neue Wege gehen. Dafür habe ich einen Entrepreneurship-MBA in Kanada absolviert und anschließend gezielt nach einem interessanten Start-up gesucht. Nachdem Sebastian (Kotzwander, Gründer und Geschäftsführer) und ich uns getroffen haben, waren wir uns sehr schnell einig – die Idee hinter Grünspar und das Geschäftsmodell haben mich sofort überzeugt.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Zu Beginn haben wir konsequentes Bootstrapping betrieben. Für die nächste Wachstumsphase haben wir jedoch einen Investor an Bord geholt.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Die Kundengewinnung ohne Referenzen und das Finden geeigneter Mitarbeiter.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase andersmachen?
Häufiger um Rat fragen.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Networking kann das effektivste Marketing für Start-ups sein. Es ist nahezu umsonst.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Andere Gründer die schon etwas weiter waren als wir und uns mit Rat und Tat zur Seite standen.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Flexibel bleiben. Das Produkt und Geschäftsmodell intensiv testen und ggf. (komplett) abändern wenn nötig.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Da gibt es einiges. Die wichtigsten Punkte sind jedoch: 1. Bürokratieabbau bei der Gründung von Unternehmen. 2. Aufnahme des Fachs Entrepreneurship in die allgemeine Schulbildung. 3. Streichung der Subventionen für „auslaufende“ Industrien und Verwendung der freigewordenen Mittel für Förderprogramme, die helfen Ergebnisse aus der Forschung (gibt es zahlreiche in Deutschland) zu kommerzialisieren (das fehlt in Deutschland leider nahezu komplett)

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
In einem Start-up arbeiten.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschenspielen?
6wunderkinder.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
500 Jahre in die Zukunft.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Business Angel werden und in Start-ups investieren.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Auf der Couch mit einem guten Buch.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Guy Kawasaki (Autor, Unternehmer und Risikokapitalgeber und aktuell Managing Director bei dem Venture Capital Fonds Garage Technology Ventures, Anmrk.d.R.)

Im Fokus: Weitere Fragebögen in unserem großen Themenschwerpunkt 15 Fragen an

Zur Person:
Gerrit Ellerwald studierte in Marburg und Waterloo, Kanada, und arbeitete zunächst für BMW und E.ON in München, ehe er als COO 2011 bei Grünspar (www.gruenspar.de) tätig wurde. Dort ist er verantwortlich für die operativen sowie finanziellen Geschäfte des Unternehmens aus Münster.

15 Fragen als eBook und in gedruckter Form

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Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.