Was unterscheidet iOS-Nutzer von Android-Usern?

Als Android-Nutzer ärgert es mich sehr oft, dass es interessante, kreative, nützliche oder auch einfach witzige Apps – vor allem von Start-ups – nur für das iPhone und nicht für mein Smartphone gibt. […]
Was unterscheidet iOS-Nutzer von Android-Usern?

Als Android-Nutzer ärgert es mich sehr oft, dass es interessante, kreative, nützliche oder auch einfach witzige Apps – vor allem von Start-ups – nur für das iPhone und nicht für mein Smartphone gibt. Irgendwann begann ich mich zu fragen: Warum eigentlich?! Als Ergebnis meiner Recherchen kam dieser zweiteilige Artikel heraus. Im ersten Teil ging es um Geld: Die Bereitwilligkeit der User, es für Apps auszugeben und die Kosten der App-Entwicklung. Heute soll ein genauerer Blick auf die Nutzer der Smartphones mit dem einen oder eben dem anderen Betriebssystem geworfen werden.

Beginnen wir mal schlicht mit der Masse der Nutzer. Wie verteilen sich denn die Smartphone-Besitzer auf iPhone bzw. Android-Smartphone?

Android-Nutzer sind die mit Abstand größte Gruppe aller Smartphone-User

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Ein wirklich zugkräftiges Argument, Apps für das Android-System zu entwickeln ist laut Statista aktuell 71,5 Prozent stark und heißt ‘Anzahl der Nutzer':

“71,5 Prozent aller neu verkauften Smartphones in Deutschland sind laut Kantar Worldpanal Android-Geräte. Damit hat Googles Betriebssystem im letzten Jahr einen kometenhaften Aufstieg erlebt. Im Juli 2011 belief sich der Android-Anteil noch auf rund 44 Prozent. Ähnlich stellt sich das Bild in den anderen wichtigen europäischen Märkten da. …

Konkurrent Apple muss dagegen mit deutlichen Einbußen leben, wie der Blick auf den vollständigen Datensatz zeigt.” In Deutschland verlor iOS seit Juli 2011 fast 5 Prozent.

Die Android-Besitzer sollten also allein schon wegen ihrer Masse keinesfalls außen vor gelassen werden, wenn Apps auf den Markt gebracht werden – egal, welche Zielgruppe genau man erreichen will. So groß können die Unterschiede beider Nutzergruppen gar nicht sein, dass man – egal, mit welcher Art von App – nicht auch viele seiner Zielgruppe bei den Androidern erreichen kann.

Aber ok, mal weg von der reinen Quantität, hin zu den Eigenschaften, die den beiden Nutzergruppen zugeschrieben werden – denn diese sind ja wichtig für die Zielgruppen-Analyse.

Für welche Inhalte interessieren sich die verschiedenen Smartphone-User?

Dazu gibt mehr und weniger ernstzunehmende Quellen.
Aufschlussreich ist dazu die State of the Mobile Web-Erhebung von Opera aus dem September 2011:

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Außer in den Bereichen ‘Gambling’, ‘News & Information’ und ‘Social Networks & Community’ (dazu unten mehr) sind in allen Bereichen prozentual – und durch die höheren Nutzer-Zahlen erst Recht absolut – mehr Android- als iOS-Nutzer interessiert.

Es gibt also keine Interessensbereiche, in denen es rein von der Anzahl der möglichen User her Sinn machen würde, Apps nur für iOS zu entwickeln. Denn selbst in den Bereichen, in denen die Prozentzahlen der interessierten iOS-Nutzer höher liegen als die der Android-User, bleibt die absolute Interessentenzahl bei den Android-Usern höher, weil es eben absolut viel mehr Android-Nutzer gibt.

Ebenfalls interessant für die Präferenzen von Smartphone-Nutzern könnte – zumindest für die erwähnten Marken – die Infografik des Barcode Scan-Dienstes Barcoo sein:

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In ihr wird aufgeschlüsselt, welche Produkte des täglichen Bedarfs, von welcher Nutzergruppe bevorzugt werden. Aber ob das so ganz ernst zu nehmen ist?

iPhone-Nutzer gelten eher als ‘Early adopters’ für neue Anwendungen

Ok, gerade für Startups, die Neues, Innovatives, Kreatives auf den Markt bringen, ist es wichtig, mit Ihren Apps experimentierfreudige Personen zu erreichen, die Lust auf Neues haben und die gern zu den Ersten gehören, die Neues im Netz ausprobieren.

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Das Argument, iPhone-Besitzer gehören eher zu den Early Adopters, liest man öfter im Netz, zum Beispiel auch in der vielleicht nicht in Gänze ernstzunehmenden Infografik im Hunch Blog. In ihr werden die Persönlichkeitsstrukturen von Android- und iOS-Usern heruntergebrochen. Das am häufigsten in dieser Statistik vorkommende Wort ist allerdings likely: ‘wahrscheinlich’ – und unter genau diesem Vorzeichen würde ich diese Zahlen auch lesen…

ios_android5Mindestens ebenso oft findet sich im Internet aber die Aussage, dass Android-Nutzer die technikaffiniere der beiden User-Gruppen ist. Zu diesem Thema gibt’s gibt’ im Tuxproject-Blog übrigens einen netten Cartoon

Wenn ich die höhere Technik-Affinität der Androidler mal als gegeben annehme und mir die Vielseitigkeit ihrer Interessen anschaue, dann möchte ich daraus eigentlich auch schließen, dass sie durchaus auch neuen, spannenden Apps von Startups gegenüber aufgeschlossen sind. Und zwar gleichgültig, ob sie nun das Internet schon seit 1992 nutzen oder es erst nach 2000 für sich entdeckt haben, wie aus der Hunch-Blog-Statistik hervorgeht.

ios_android9Tja, und auch die höhere Affinität der iPhone-User zum Social Web scheint inzwischen obsolet zu sein. Denn inzwischen nutzen zum Beispiel mehr Android-User die Facebook-App als iPhone-Nutzer. Das zeigt auch die ganz frisch erschienene Infografik bei SocialBakers.

Also, liebe App-entwickelnden Unternehmen: All dies sagt nicht, dass Android das bessere Betriebssystem ist als iOS, geschweige denn, dass Androidler die cooleren Typen oder besseren Menschen sind.

Aber dass es ein Fehler ist, Apps nur für iOS zu entwickeln und Android außen vor zu lassen, das sollte aus diesen beiden Artikeln schon deutlich werden.

Elke Fleing aus Hamburg liefert Texte aller Art, redaktionellen Content und Kommunikations-Konzepte. Sie gibt Seminare, hält Vorträge und coacht Unternehmen. Bei deutsche-startups.de widmet sie sich vor allem Themen und Tools, die der Erfolgs-Maximierung von Unternehmen dienen.

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