Was können Gründer tun um Ihr Unternehmen auf Wachstum vorzubereiten?

In der Themenreihe “Was Gründer bewegt” informieren erfahrene Investmentmanager des High-Tech Gründerfonds (HTGF). Diesmal beschäftigt sich Klaus Lehmann mit dem Thema “Was können Gründer tun um Ihr Unternehmen auf Wachstum vorzubereiten?” Jedes Venture […]

In der Themenreihe “Was Gründer bewegt” informieren erfahrene Investmentmanager des High-Tech Gründerfonds (HTGF). Diesmal beschäftigt sich Klaus Lehmann mit dem Thema “Was können Gründer tun um Ihr Unternehmen auf Wachstum vorzubereiten?”

Jedes Venture Capital-finanzierte Unternehmen plant zukünftig mehr oder weniger rasant zu wachsen. Unternehmen mit 2 bis 5 Mitarbeitern wollen sich in kürzester Zeit zu einem kleinen Mittelständler mit 20 bis 30 oder sogar mehr Mitarbeitern entwickeln. Neben der Einwerbung der dafür notwendigen Finanzierung ist die Umsetzung dieses Wachstums ein wesentlicher Faktor für den Erfolg oder Misserfolg eines High-Tech Start-ups.

Bereits in den frühen Entwicklungsphasen eines Start-ups können sich Gründer auf Wachstum vorbereiten. Hierfür ist es erforderlich, sich frühzeitig über die Organisation der kommenden Jahre Gedanken zu machen und Mitarbeitereinstellungen mit Perspektive vorzunehmen. Dort wo ggf. heute im Organigramm noch ein „NN“ steht, wird in sechs Monaten ein seniorer Vertriebsmitarbeiter eingestellt, der in zwei Jahren ggf. der Sales Director Europa mit 20 Ländern und 30 Mitarbeitern ist. Ergänzung der ersten und Aufbau einer zweiten Führungsebene sind zentral, wenn Wachstum und Skalierung des Unternehmens gelingen sollen. Gründer müssen sich mental damit auseinandersetzen, dass nicht mehr alles über ihren Tisch geht und alleine entschieden wird, sondern dass sie Verantwortung abgegeben müssen, um vor allem die Aufbau – und Ablauforganisation zu optimieren.

Gründer sollten sich daher früh selbstkritisch mit ihren eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen beschäftigen und hinterfragen, ob sie über die entscheidenden wachstumsrelevanten Skills verfügen. Die Erkenntnis, dass für ein erfolgreiches Unternehmenswachstum weiteres externes Management nötig ist, wird von Investoren wesentlich undramatischer gesehen als Gründer es oftmals vermuten.

Ganz im Gegenteil: Seed-Investoren unterstützen Gründer bei der Suche nach Top-Kandidaten für die Besetzung von Managementpositionen. Interimsweise kann eine Position eines CFOs beispielsweise auch durch einen erfahrenen Coach besetzt werden, der zum Einen berät, zum Anderen idealerweise auch noch Kapital in das Unternehmen einbringt.

Auch das Stichwort „Strategische Mitarbeiterentwicklung“ ist nicht nur für große Unternehmen relevant. Gerade für Start-ups ist die Bindung der Leistungsträger an das Unternehmen durch verschiedene incentivierende Maßnahmen essentiell.

Neben den handelnden Personen sind die Abläufe und Prozesse zwischen ihnen von zentraler Bedeutung. Je exakter Verantwortlichkeiten definiert sind und auch gelebt werden, desto schneller wird ein Unternehmen wachsen können. Je früher eine systemtechnische Unterstützung erfolgt, desto besser lassen sich quantitative Aussagen zu erfolgskritischen KPIs Abschlusszeiten Neukunden, Churn-Rates, Life-Time-Value etc. gewinnen. Denn die Erfahrung zeigt, dass sich Unternehmen bei gewissen Umsatz- und Mitarbeiterschwellen oder auch bei der Internationalisierung signifikant verändern. Daher müssen die Strukturen klar definiert sein.

Wichtig ist schon frühzeitig zu planen, um nicht durch die eigenen Defizite in den internen Strukturen und Prozessen ausgebremst zu werden. Schließlich wollen Investoren bei späteren Anschlussrunden davon überzeugt sein, dass das Unternehmen auf Wachstumskurs ist.

Klaus Lehmann
Klaus Lehmann ist Senior Investment Manager beim High-Tech Gründerfonds (HTGF). Der gelernte Bankkaufmann hat ein wirtschaftswissenschaftliches Studium an der HTW Berlin als Diplom-Kaufmann abgeschlossen. Er war zunächst in der Kreditabteilung der Deutschen Ausgleichsbank tätig. Von 1999 – 2004 war er Investmentmanager bei der tbg (Technologie Beteiligungs Gesellschaft) und danach bei der KfW-Bankengruppe. Herr Lehmann ist beim HTGF seit 2005 in den Bereichen IT, Automation, Photonik und Cleantech für die Betreuung der einzelnen Portfoliounternehmen bei der Umsetzung ihrer Wachstumspläne verantwortlich.

Artikel zum Thema
* Mit dem richtigen Team zum Erfolg
* Value Add – Was macht einen guten Investor wirklich aus?

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

Aktuelle Meldungen

Alle

#DealMonitor US-Logistiker kauft Coureon – die Deals des Tages

US-Logistiker kauft Coureon – die Deals des Tages
Montag, 25. Juni 2018 ds-Team

Im aktuellen #DealMonitor (25. Juni), unserer täglichen Übersicht über alle Deals und Exits in der DACH-Region, gibt es wieder alle Deals der letzten 24 Stunden! Darunter: Das Berliner Startup Coureon wandert unter das Dach der United Broker Group.

#Zahlencheck Wimdu: Über 60 Millionen Verlust seit dem Start

Wimdu: Über 60 Millionen Verlust seit dem Start
Montag, 25. Juni 2018 Alexander Hüsing

Nach dem Verkauf von Wimdu an den Ferienwohnungsvermittler Novasol blieb beim airbnb-Wettbewerber kaum ein Stein auf dem anderen. Mit guter Tendenz aus den roten Zahlen: Der Jahresfehlbetrag lag 2016 bei nur noch 3 Millionen Euro (Vorjahr: 11,2 Millionen).

Interview Im Duisburger Hafen legen nun auch Startups an

Im Duisburger Hafen legen nun auch Startups an
Montag, 25. Juni 2018 Alexander Hüsing

“Unser Programm dauert zwölf Monate, weil wir uns bewusst gegenüber anderen Plattformen abheben wollen. Bei uns geht es darum, die Startups nachhaltig zu fördern. Erfolgreiches Gründen lebt ja nicht vom schnellen Start”, sagt Peter Trapp, Geschäftsführer des startport.

#DealMonitor Takeaway kauft Foodarena – und alle Deals des Tages

Takeaway kauft Foodarena – und alle Deals des Tages
Freitag, 22. Juni 2018 ds-Team

Im aktuellen #DealMonitor (22. Juni), unserer täglichen Übersicht über alle Deals und Exits in der DACH-Region, gibt es wieder alle Deals der letzten 24 Stunden! Delivery Hero etwa verkauft seinen Schweizer Ableger an Takeaway.com.

15 Fragen an Dirk Owerfeldt Gründen? Selbstverantwortung! Selbstverwirklichung!

Gründen? Selbstverantwortung! Selbstverwirklichung!
Freitag, 22. Juni 2018 Alexander Hüsing

“Im Firmen-Marketing ist PR sehr wichtig. Doch was nutzt der bekannteste Name, wenn das Unternehmen am Markt scheitert? Deshalb sind im B2B-Bereich vor allem ein gutes, ausgefeiltes Produkt und professioneller Service essenziell”, sagt Dirk Owerfeldt, Gründer von Gastrofix.

#DealMonitor Silexica bekommt 18 Millionen – und alle Deals des Tages

Silexica bekommt 18 Millionen – und alle Deals des Tages
Donnerstag, 21. Juni 2018 ds-Team

Im aktuellen #DealMonitor (21. Juni), unserer täglichen Übersicht über alle Deals und Exits in der DACH-Region, gibt es wieder alle Deals der letzten 24 Stunden! Darunter: Baze sammelt Kapital ein. Zudem bekommt talpasolutions 1,5 Millionen.

#Zahlencheck Lesara: Zahlensalat pur! Rohertrag nur 24,7 Millionen

Lesara: Zahlensalat pur! Rohertrag nur 24,7 Millionen
Donnerstag, 21. Juni 2018 Alexander Hüsing

Der Lesara-Jahresabschluss für 2016 ist da! Der Zahlensalat um das Startup wird dadurch nur noch schlimmer. Der Rohertrag des Unternehmens lag damals bei 24,7 Millionen Euro. Im Vergleich zu 2015 ein Wachstum in Höhe von 254 %.

App für den Schulalltag Scoolio aus Dresden: Schon 175.000 Schüler machen mit

Scoolio aus Dresden: Schon 175.000 Schüler machen mit
Donnerstag, 21. Juni 2018 Alexander Hüsing

“In den vergangenen Monaten haben wir unser Geschäftsmodell sukzessive weiterentwickelt. Inzwischen nutzen wir die Datentiefe, um Angebote zur Berufs- und Ausbildungsorientierung zielgenauer an interessierte Schülern zu adressieren”, sagt Mitgründer Danny Roller.

#DealMonitor 16 Millionen für Blinkist – und alle VC-Deals des Tages

16 Millionen für Blinkist – und alle VC-Deals des Tages
Mittwoch, 20. Juni 2018 ds-Team

Im aktuellen #DealMonitor (20. Juni), unserer täglichen Übersicht über alle Deals und Exits in der DACH-Region, gibt es wieder alle Deals der letzten 24 Stunden! Darunter: Das Stuttgarter Startup VirtualQ sammelt Millionensumme ein.

#Zahlencheck Verlust von N26 steigt um 214,1 % – auf 14,7 Millionen

Verlust von N26 steigt um 214,1 % – auf 14,7 Millionen
Mittwoch, 20. Juni 2018 Alexander Hüsing

Wir werfen einen Blick in den Jahresabschluss der Startup-Bank N26 für das Jahr 2016. Demnach lag der Jahresfehlbetrag des Startups vor zwei Jahren bei 14,7 Millionen Euro – im Vergleich zum Vorjahr (4,7 Millionen) ein Plus von 214,1 %. Das Wachstum auf zuletzt 1 Millionen Kunden dürfte somit teuer erkauft sein.