Value Add – Was macht einen guten Investor wirklich aus?

In der neuen Themenreihe “Was Gründer bewegt” informieren erfahrene Investmentmanager des High-Tech Gründerfonds (HTGF). Diesmal beschäftigen sich Alex von Frankenberg und Romy Schnelle mit dem Thema “Value Add – Was macht einen guten […]

In der neuen Themenreihe “Was Gründer bewegt” informieren erfahrene Investmentmanager des High-Tech Gründerfonds (HTGF). Diesmal beschäftigen sich Alex von Frankenberg und Romy Schnelle mit dem Thema “Value Add – Was macht einen guten Investor wirklich aus?

Letztlich steht hinter Investments in junge Technologie der Anspruch, in fünf bis zehn Jahren einen (sehr) profitablen Exit zu realisieren. Abgesehen von sehr seltenen „Hype-Exits“ setzt dies voraus, dass signifikante Werte in den Unternehmen entstehen. Dies ist nicht nur die Aufgabe der Gründer und des Managements, sondern aller Mitarbeiter und Gesellschafter, vor allem der Investoren.

Vor dem Hintergrund, dass kaum ein Gründer schon einmal gegründet hat, manche sogar gar keine oder sehr wenig Berufserfahrung gesammelt haben, Investoren auf der anderen Seite aber bereits sehr viele Unternehmen gesehen, aktiv begleitet und verkauft haben, stellt sich die Frage, an welchen Stellen Gründer aktive Hilfe und signifikanten Mehrwert von Investorenseite erwarten können.

Warum ist Value Add so wichtig?
Unternehmen, die „gut dastehen“, können schnell eine Anschlussfinanzierung bekommen. In manchen Fällen konnten solche Unternehmen sogar zwischen mehreren Investoren auswählen. Aus dem „gut dastehen“ entwickelte sich schnell die Erkenntnis, dass dahinter nicht nur die exzellente Arbeit der Gründer steht, sondern auch passende und zielführende Beiträge der Investoren. Die Aufgabe, ein Unternehmen erfolgreich aufzubauen, ist groß, vielfältig und schwer – man braucht dafür alle verfügbaren Köpfe, Ideen und Netzwerke.

Um einen wirklichen Mehrwert zu leisten, sollte der Investor zunächst zuhören und versuchen sehr genau zu verstehen, worum es wirklich geht. Dabei stehen nicht nur die Technologie und die Zielmärkte im Fokus, , sondern der Investor sollte mögliche Geschäftsmodelle, Wettbewerber, Strategien und nicht zuletzt die Gründer verstehen. Essentiell wichtig ist es, eine möglichst robuste Beziehung und Kommunikationskanäle zu den Gründern aufzubauen. Ein Investor sollte erreichbar sein und die Gründer mit seinen Vorschlägen erreichen.

Konkret heißt das, der Investor muss wissen, was man machen muss, um weitere (vor allem private) Investoren zu überzeugen, in einer A-Runde zu investieren. Der High-Tech Gründerfonds beispielsweise hat mit fast allen deutschen und zunehmend europäischen Playern schon Transaktionen abgeschlossen, kennt deren Vorlieben, weiß, wie man sie anspricht und was Ihnen wichtig ist.

Außerdem sollte der Investor die Unternehmer unterstützen, z.B. bei der Erarbeitung der notwendigen Unterlagen, wie der Managementpräsentation, dem Aufbau des Datenraums, bei der Kontaktaufnahme zu Investoren oder bei der Strukturierung der Finanzierungsrunde. Oftmals ist das Team zu Beginn noch nicht komplett. Auch hier kann ein Investor unterstützen und dadurch Value Add leisten. Gemeinsam mit dem Gründerteam sollten Vakanzen diskutiert und deren Besetzung sinnvoll vorgenommen werden. Dies kann mit Hilfe von ausgewählten Recruitern oder bei gut vernetzten Investoren direkt aus dessen Netzwerk erfolgen. Es kann durchaus auch wertstiftend sein, den Gründern zu helfen, einen klaren Fokus zu finden und wenn es der falsche Fokus ist, sich zu refokussieren. Nicht sehr angenehm, aber oft entscheidend ist es, die Kosten zu senken. Wenn sich die Umsätze (proof-of-market) verzögern und dadurch die Anschlussfinanzierungsfähigkeit noch nicht erreicht ist, dann muss man in den sauren Apfel beißen und durch weniger Kosten Zeit gewinnen. Besser als ins Gras beißen.

Welchen Mehrwert kann ein Investor in puncto Netzwerke noch stiften?
Ein systematischer Auf- und Ausbau der Netzwerke ist essentiell wichtig, denn hierdurch unterstützen Investorenaktiv den Austausch zwischen den Portfoliounternehmen und erfahrenen Unternehmern, Beratern, Coaches und der Industrie. Insbesondere sind gute Kontakte zu Business Angels und weiteren nicht-institutionellen wie institutionellen Investoren hervorzuheben. Dies kann 1-to-1 oder aber über verschiedene Plattformen, wie beispielsweise Veranstaltungen geschehen Bei Investoren mit einem großen Portfolio entstehen außerdem Kosteneffekte, die z.B. in Form von Rahmenvereinbarungen mit Dienstleistern an das Portfolio weitergeben werden können.

Resümee
Auch wenn die Auswahl meistens nicht gegeben ist, sollten Gründer herausfinden, welchen Beitrag ein Investor wirklich leisten kann. Entscheidend dabei ist nicht, was einer sagt, sondern macht (bzw. gemacht hat). Der Einstieg von Investoren ist wie eine Ehe auf Zeit. Eine solche Partnerschaft will von beiden Seiten gut überlegt sein.

Zu den Personen
Alex von Frankenberg ist Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds und verantwortet dort die Investments in Hardware- und Softwareunternehmen. Zuvor war er beim Siemens Technology Accelerator als Venture Manager verantwortlich für Spin-offs aus der Corporate Technology von Siemens. 2001/2002 war er Vertriebsleiter in einem IT Start-up. Davor war er als Projektleiter bei Siemens Management Consulting unter anderem für den Aufbau eines konzerninternen Inkubators verantwortlich. Er begann seine Karriere bei Andersen Consulting mit der Entwicklung von komplexen IT Systemen. Von Frankenberg hat an der Universität Mannheim und der University of Texas at Austin studiert (MBA) und in Mannheim über die Bildung von Technologiestandards promoviert.

Romy Schnelle ist Senior Investmentmanagerin beim High-Tech Gründerfonds mit Schwerpunkt Software, Internet und Telekommunikation. Die diplomierte Medienwissenschaftlerin war von 2005-2007 Prokuristin und Leiterin Vertrieb eines Spin-Off des Fraunhofer-Instituts für Digitale
Medientechnologie. Davor war sie im Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie im Bereich Business Development tätig.

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