Refinder bündelt in der Cloud verstreute Daten

Es gibt immer mehr und immer bessere Dienste in der Cloud, mittels derer man gemeinsam online an Projekten arbeiten, Daten im Netz speichern, Lesezeichen sichern, To Do-Listen verwalten, Themenrelevante Tweets sammeln oder, oder, […]
Refinder bündelt in der Cloud verstreute Daten

Es gibt immer mehr und immer bessere Dienste in der Cloud, mittels derer man gemeinsam online an Projekten arbeiten, Daten im Netz speichern, Lesezeichen sichern, To Do-Listen verwalten, Themenrelevante Tweets sammeln oder, oder, oder kann. Nicht so prima an dieser Vielfalt ist, dass dadurch die Daten in zig verschiedenen Anwendungen verstreut sind. Man ist also ständig am Wechseln von Google Docs zu Dropbox, von Evernote zu Delicious und zurück. Mühsam. Umständlich. Arbeiten dann noch mehrere Personen an einem Projekt, wird’s schnell unübersichtlich. Jetzt macht sich Refinder (www.getrefinder.com) daran, den Nutzern eine Sammelstelle für ihre verstreuten Daten zu schaffen.

Mit Refinder organisiert man Daten aus verschiedenen Cloud-Anwendungen in Projekte und arbeitet zusammen. Bislang sind folgende Anwendungen implementiert: Dropbox, Evernote, Google Docs, Elsevier Science Direct und SciVerse, Twitter, Delicious, Microsoft Outlook-Connector, Internet Explorer, Firefox, Chrome und andere Browser. Zurzeit wird an der Implementierung von Gmail und dem Google Kalender gearbeitet. Weitere Anwendungen sollen nach und nach eingebunden werden. Und natürlich soll es möglichst bald eine mobile Version geben.

Nachdem man sich bei Refinder angemeldet hat, erzeugt man eine ‘Sammlung’ für ein Projekt. In dieser kommen dann die Daten aus Dropbox, Google Docs, Evernote, Twitter und anderen Diensten zusammen. Refinder liest die Ordner und stellt ihren Inhalt dar. Weitere Ordner können jederzeit hinzugefügt werden.

Die Projektmitglieder werden in das Refinder-Projekt eingeladen. Jeder im Team kann alle Dateien im Projekt an einer Stelle durchsuchen, sieht aktuelle Aktivitäten der anderen Teammitglieder, kann Kommentare schreiben, Tags vergeben und Aufgaben verteilen. Dabei speichert Refinder nur einen Link, die Daten bleiben wie gehabt in den bestehenden Anwendungen.

Zugang zu einer Sammlung haben nur eingeladene Teammitglieder, sie ist ein sicherer Projektraum, die Verbindungen sind verschlüsselt.

Genutzt wird Refinder primär über den Browser, aber bei jeder Änderung werden E-Mail-Benachrichtigungen verschickt, damit alle Beteiligten up to date bleiben.

Mit der Volltextsuche von Refinder lassen sich alle verlinkten Daten durchsuchen

Es gibt einige Dienste, die ähnliche Zwecke wie Refinder verfolgen. Hojoki aus Chemnitz zum Beispiel integriert Aktivitäten verschiedenster Anwendungen – bei Refinder allerdings sind auch die Daten sichtbar.

Busyflow aus Litauen integriert viele Anwendungen tiefer, man kann dort auch Termine anlegen und mehr Details. In Refinder aber sollen bestehende Anwendungen nicht nachgebaut, sondern einfach integriert werden.

Refinder setzt für seine Volltextsuche, mit der alle verknüpften Anwendugnen durchsuchbar sind, Semantic Web Standards ein, die Gnowsis, das Unternehmen hinter Refinder, in einem EU-Projekt entwickelt hat. Nach diesem Projekt entwickelten die Gründer von Gnowsis, Leo Sauermann und Bernhard Schandl, dann Refinder.

Bei Futurezone.at ist dazu zu lesen: “Hervorgegangen ist Refinder ursprünglich aus dem EU-Projekt NEPOMUK (in Anlehnung an den Brückenheiligen, Anm.) das mit 17 Millionen Euro gefördert wurde und an dem Sauermann wesentlich beteiligt war. Seine Firma Gnowsis wiederum ist ein Spin-Off des Deutschen Instituts für Künstliche Intelligenz und der Universität Wien. Parallel zu seinen Entwicklungen wurde in den USA ein ähnliches Projekt gestartet – nur in einer anderen Größendimension: Mit “CALO” wurde ein DARPA-Projekt um 200 Millionen Dollar betrieben, aus dem schließlich die Personal-Assistant-Applikation “Siri” entstand, die im April 2010 von Apple wiederum um 200 Millionen US-Dollar aufgekauft wurde.”

Auch Gnowsis hat Unterstützer: Ein Business Angel aus Wien, selbst Betreiber einer SaaS-Plattform, hat in Refinder investiert.

Die Entwicklung von Refinder und das Marketing werden durch öffentliche Fördergeber unterstützt. Refinder wird durch “aws PreSeed” gefördert – Gefördert durch JITU – PreSeed des Bundesministeriums für Wirtschaft, Forschung und Familie.

Außerdem wurde das Unternehmen durch den Inkubator der Universitäten “INITS.at” bei der Gründung unterstützt und ist momentan Teil des “Frequentis Gründerzentrums”, der Inkubator der Frequentis AG, einem Lieferanten von sicherheitsrelevanten Informations- und Kommunikationslösungen.

Geplant ist Refinder als Fremium-Modell für Teams

Profis und Kreative, die bereits Dropbox oder Google Docs einsetzen, werden die Projektsicht in Refinder schätzen. Die Zielgruppen sind Filmproduktionen, Marketingagenturen, Startups, und große Unternehmen, wenn sie Projekte mit Externen zu handlen haben. Die Einsatzmöglichkeiten von Refinder sind vielfältig: Internationale Teams können koordiniert werden, Filmproduzenten sammeln alle Produktionsdaten oder Werbekampagnen-Teams stimmen ihre Projekte ab. Besonders für kleine Teams, deren Infrastruktur komplett in der Cloud ist, macht die Nutzung von Refinder Sinn.

Noch ist Refinder in der Beta-Phase, diverse Bugs sind bekannt und ihre Behebung ist in Arbeit. Die kommerzielle Version soll im Herbst 2012 live gehen, dann soll es neben dem gratis-Account auch eine Premium-Version geben, die dann auch die Montarsierungsbasis des Dienstes bilden wird.

Aus Gnowsis’ Nähkästchen geplaudert: Naming ist echt anstrengend

Startups werden sicher ein Lied davon singen können, wie schwierig es ist, dem Baby einen Namen zu geben. Einen hilfreichen Dienst dafür haben wir ja schon vorgestellt: Namerobot bietet für die Namensfindung viele Tools in einem Dienst. Die Geschichte, wie Refinder zu seinem Namen kam, dürfte vielen Startups so ähnlich bekannt vorkommen. Leo Sauermann erzählt: “Bis wir unseren Namen ‘Refinder’ hatten, gingen wir einen steinigen Weg. Zuerst hatten wir ein Strategie-Retreat übers Wochenende im nahen Weingebiet Burgenland, am Neusiedlersee – um einen Namen zu finden. Als wir auf dem Bauernhof ankamen, wo wir untergebracht waren, begrüßte uns die Wirtin mit den Worten “Kommen Sie zum Weinfest?” Von einem Weinfest, das den ganzen Ort umfasst, wussten wir vorher nichts. Eben dieses Weinfest hat uns gut inspiriert und dazu geführt, dass wir am Ende total begeistert mit dem Namen ‘Cluug.com’ nach Hause fuhren, mit dem wir die erste Version an den Start brachten. Es stellte sich heraus, dass sich niemand den Namen merken geschweige denn ihn schreiben kann.

Also entwickelten wir darauf hin nüchtern, ‘Refinder’, ein Name der das Produkt gut beschreibt und gut zu merken ist. Die Domäne ‘Refinder.com’ konnten wir nicht kaufen, aber es waren ein paar Alternativen frei. Also kauften wir GoRefinder und GetRefinder. ‘Go Refinder!’ hörte sich echt gut an. Nach ein paar Tagen schrieben wir wieder mal ‘GoRefinder’ ans Whiteboard und uns dämmerte, das wir gerade dabei waren, ‘GoreFinder’ zu launchen. Davon haben wir dann erst mal die Finger gelassen, die Domäne haben wir jedenfalls schon mal. Arbeit am Namen ist echt anstrengend.”

Elke Fleing aus Hamburg liefert Texte aller Art, redaktionellen Content und Kommunikations-Konzepte. Sie gibt Seminare, hält Vorträge und coacht Unternehmen. Bei deutsche-startups.de widmet sie sich vor allem Themen und Tools, die der Erfolgs-Maximierung von Unternehmen dienen.

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