„Ganz ehrlich“: Honestly ermöglicht Kundenfeedback per Smartphone-App

Das Karlsruher Start-up Honestly (www.honestly.de) bietet Firmen, Freiberuflern und öffentlichen Einrichtungen mit seiner mobilen App die Möglichkeit, nicht-öffentliches Kundenfeedback direkt vom Ort des Geschehens zu erhalten. Mit einer unkomplizierten Abgabe von Feedback und […]
„Ganz ehrlich“: Honestly ermöglicht Kundenfeedback per Smartphone-App

Das Karlsruher Start-up Honestly (www.honestly.de) bietet Firmen, Freiberuflern und öffentlichen Einrichtungen mit seiner mobilen App die Möglichkeit, nicht-öffentliches Kundenfeedback direkt vom Ort des Geschehens zu erhalten. Mit einer unkomplizierten Abgabe von Feedback und mit Gutschein-Codes will der Dienst Endkunden motivieren, anonym ihre Meinung kund zu tun und somit den teilnehmenden Firmen mitzuteilen, was an deren Produkten oder Filialen gut oder verbesserungswürdig ist. Diese können auf das Feedback antworten, problematische Situationen direkt mit dem Endkunden klären und so Kundenbindung und Beschwerdemanagement verbessern.

Feedback gegen Gutschein-Codes

Die vier Absolventen des “Karlsruher Instituts für Technologie” (KIT), Sven Bläse, Mateo Freudenthal, Pascal Klein und Sebastian Wenzel, möchten es Firmen und öffentlichen Einrichtungen leichter machen, ehrliches Kundenfeedback über ihre Produkte, Filialen und Dienstleistungen zu erhalten. Mit kostenlosen Apps für Android und iOS und einer mobilen Website können Endkunden schnell und einfach ihre Meinung mitteilen, ohne in eine direkte Konfrontation mit der Firma gehen zu müssen. Sie bekommen dafür als Dankeschön Gutschein-Codes der an Honestly teilnehmenden Firmen, diese erhalten hingegen auf der Honestly-Website gesammelt das Feedback inklusive Filialenvergleich, Analysen und Berichten zur Kundenmeinung.

Ein weiterer Aspekt ist, öffentliche, negative Kritik nicht zu publizieren, sondern Probleme im direkten Kontakt mit dem eigenen Kunden zu lösen, was den Dienst auch in den Bereichen Kundenbindung und Beschwerdemanagement hilfreich macht. Die Branchen, die Honestly anvisiert, sind breit gestreut, unter anderem Gastronomie, Einzelhandel, Hotellerie, Gesundheit, Events und Messen sowie öffentliche Einrichtungen. Firmen wie Nordsee, die Restaurantkette Enchilada und der Büroeinrichter PapierFischer nutzen den Dienst bereits.

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Die junge Ausgründung des FZI, die eigenfinanziert ist und EXIST-Förderung erhält, wird weiterhin durch Mitarbeiter des FZI und Arbeitsplätze unterstützt. Honestly testete den Prototypen der Anwendung und Website bereits seit September 2011 mit der Restaurantkette “Enchilada”, inzwischen ist die Testphase beendet und Honestly hat, nach eigenen Angaben, mehr als 30 Kunden. Erste Umsätze würden, laut Freudenthal, bereits erzielt und man befinde sich nun in der Skalierungsphase, um Infrastruktur und Dienst an einen größeren Kundenstamm anzupassen. Was kostet der Dienst den Kunden? Es gibt drei Tarife, die bei 24,90 Euro pro Filiale und Monat beginnen und bei 99+ Euro pro Monat enden. In den günstigeren Tarifen sind die Leistungen entsprechend eingeschränkt.

Zugriff auf Feedback-Formular per Near-Field-Communication (NFC)

Honestly sieht sich im Segment des nicht-öffentlichen Kundenfeedbacks mehreren Mitbewerbern gegenüber: die deutschsprachigen Dienste Feedbreak (www.feedbreak.de) und Reqorder (www.reqorder.com) sowie den zwei englischsprachigen Konkurrenten Tello (www.tello.com) sowie TalkBin (www.talkbin.co). Der Vergleich mit Yelp (www.yelp.com) und Qype (www.qype.com) fällt schwer, da die Prämisse nicht dieselbe ist; Qype und Yelp setzen auf öffentliches Feedback, Honestly dagegen konsequent auf nicht-öffentliches.

Honestly bietet prinzipiell ähnliche Leistungen zu den Mitbewerbern und neben QR-Codes und Kurz-URLs auch “Near Field Communication” (NFC) an, um Zugriff auf das Feedback-Formular zu bekommen. Dadurch muss der Nutzer sein Handy nur noch in die Nähe eines Aufstellers halten, um Rückmeldung zu einem Produkt zu geben. Selbst Firmen, die nicht Kunden beim Dienst sind, können Feedback von Endkunden erhalten und auch darauf antworten. Während Reqorder eher darauf ausgerichtet ist, eine “Support-Community” mit Moderatoren und Website-Integration möglich zu machen, setzt Honestly auf den Einzelkontakt zwischen Kunden und der teilnehmenden Firma. Eine Support-Website möchte Honestly nicht sein.

“Wir werden Honestly zur de-facto Lösung für nicht-öffentliches Feedback entwickeln und so maßgeblich eine Verbesserung der Service-Landschaft bewirken”, meint Freudenthal auf die Frage, in welche Richtung es mit Honestly gehen soll. In der Folge möchte sich der Dienst ins deutschsprachige und weitere europäische Ausland erweitern.

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Kommt beruflich aus den Bereichen der Mediengestaltung und der Betreuung demenziell erkrankter Menschen. Seit Ende 2012 ist er freier Journalist mit dem Schwerpunkt Start-ups, interessiert sich aber auch für E-Reading und Open Source.