10 Tipps für lokale Anzeigen mit Google AdWords

Wir gelbeseiten nicht, wir googeln – 10 Tipps für lokale Anzeigen mit Google AdWords – Gastbeitrag von Nik Myftari (siehe links) von RegioHelden. Dass sich die Suche nach lokalen Dienstleistern vom klassischen Branchenbuch […]

Wir gelbeseiten nicht, wir googeln – 10 Tipps für lokale Anzeigen mit Google AdWords – Gastbeitrag von Nik Myftari (siehe links) von RegioHelden.

Dass sich die Suche nach lokalen Dienstleistern vom klassischen Branchenbuch wie den gedruckten Gelben Seiten längst mehrheitlich ins Internet verlagert hat, ist lange bekannt. Glaubt man diversen Studien zum Thema, sind allein in Deutschland 30 % aller Suchanfragen ortsbezogen – bevorzugt bei Google. Mit einem Marktanteil von mittlerweile nahezu 100 % ist der Suchmaschinen-Gigant unbestrittener Marktführer in Deutschland. Und obwohl die Gelben Seiten längst auch online unterwegs sind, es hat sich nie durchgesetzt, zu sagen „das gelbeseite ich mal kurz“ – man googelt.

Ortsbezogene Internetwerbung ist daher für lokale Dienstleister und Unternehmen von größter Bedeutung: Sie müssen in Suchmaschinen – bevorzugt in Google – für ihre örtlichen Kunden auffindbar sein. Bei Google gefunden werden kann bedeuten, einen Auftrag, eine Bestellung oder eine Terminanfrage zu bekommen, kurz: Einen neuen Kunden zu gewinnen. Mittlerweile hat sich eine ganze Branche etabliert, die sich auf das Geschäft mit der lokalen Suchanfrage im Internet spezialisiert hat. Solche auf regionale Internetwerbung spezialisierte Firmen kümmern sich mittels Google AdWords, lokaler Suchmaschinenoptimierung, Einträgen auf Google Places, in Online-Branchenbüchern oder Themen- und Stadtportalen darum, dass Du und ich im Netz genau das finden, was wir suchen und vor allem genau dort, wo wir es suchen. Und seien es orthopädische Schuhe in Fürstenfeldbruck.

Möglichkeiten des lokalen Online-Marketings gibt es mittlerweile viele und ebenso viele Stolpersteine auf dem Weg, es erfolgreich umzusetzen. Neben Google Places ist Suchmaschinenmarketing in Form von Google AdWords sehr erfolgversprechend. Diese Marketingmaßnahme ist in der schnelllebigen Online-Welt schon lange nicht mehr neu, aber es lohnt sich trotzdem, AdWords von Zeit zu Zeit genauer unter die Lupe zu nehmen und zusammenzutragen, von welchen Learnings wir mittlerweile profitieren können. Diese zehn aktuellen Tipps sollen Ihnen dabei helfen, erfolgreich lokal mit AdWords zu werben:

1. Kenne deine Kunden!
Natürlich freue ich mich als AdWords-Inserent, wenn aus meiner Anzeigen viele Kontakte resultieren. Das oberste Ziel in AdWords heißt aber Effizienz: Ich will nicht irgendwelche, sondern qualifizierte Anfragen generieren. Meine Anzeigen müssen also so genau wie möglich auf meine Zielgruppe abgestimmt sein. Dazu muss ich wissen, wer nach mir oder meinen Angeboten sucht, wie gesucht und wo gesucht wird. Außerdem schadet es nicht, die Konkurrenz zu googeln und ihre AdWords-Anzeigen als anregende oder abschreckende Beispiele zu nutzen.

2. Sei realistisch!
Lokale Suchanfragen, insbesondere nach speziellen Produkten oder Dienstleistungen, generieren in der Regel kein überirdisches Suchvolumen. Je nach Strategie variieren Keyword-Preise und Qualitätsfaktor. Es kann (muss aber nicht) sinnvoller sein, Keywords in sogenannten geo-modifizierter Form einzugeben. Also „Zahnarzt Stuttgart“ anstatt nur „Zahnarzt“ in Verbindung mit IP-Targeting. Der Erfolg kann aber von Branche zu Branche variieren.

3. Behalte das Budget im Auge!
Money, money, money! Das gilt auch für AdWords. Tipps, die das Budget nicht überstrapazieren sind folgende: Nicht zu viele sehr teure Keywords einbuchen. In dem Fall ist weniger tatsächlich mehr: Sich auf wenige, teure Keywords zu konzentrieren, kann sehr viel sinnvoller sein. Oder aber die Keywords dahingehend modifizieren, dass der geschätzte Klickpreis im Rahmen bleibt – eben je nach Budget. Das kann auch über Geo-Modifizierung gelingen. Damit das Budget sinnvoll und effizient genutzt wird, kann es interessant sein, ein Bid-Management-System zu verwenden und an den Einstellungen für die Anzeigenschaltungsmethode zu schrauben.

4. Sei Animateur!
Nicht im Hotel, in deinen Anzeigen. Fordere deine „Googler“ auf, etwas zu tun, zum Beispiel bei dir anzurufen oder dein Geschäft zu besuchen. Profis sprechen von der Call to Action – zu Deutsch Handlungsaufforderung. Auch das Frage-Antwort-Spiel kann funktionieren. „Exklusives Spa in Berlin gesucht? Vereinbaren Sie einen Termin!“ Dabei auf Satzzeichen achten: Google ahndet inflationäres Setzen von Ausrufe- oder Sonderzeichen.

5. Sei kreativ!
Ehrlich gesagt ist es nicht einfach, sich innerhalb von 2 x 35 Zeichen mit Worten zu verkünsteln. Lass dir was einfallen und halte dich an KISS: Keep it short and simple. Auf welche Anzeigentexte würdest du anspringen? Passt das Wording zum Unternehmen? Ein Anzeigentext wie „Sterben war noch nie so billig: Ihr Bestatter in München berät Sie!“ könnte nach hinten losgehen. Wichtig ist allerdings, den Ort deines Unternehmens im Anzeigentext zu erwähnen, das erhöht wiederum den Qualitätsfaktor – vorausgesetzt, er wurde als Keyword eingebucht.

6. Halte durch!
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Bis eine Anzeige in AdWords erfolgreich läuft, kann ein bisschen Zeit vergehen. Darum raten wir und andere Experten dazu, unterschiedliche Kampagnen mit jeweils mehreren Anzeigentexten aufzusetzen und auf ihre Performance hin zu überprüfen. Die am wenigsten erfolgreichen Kampagnen oder Anzeigengruppen sollten dann nach einer Weile entfernt und ihr Budget auf die erfolgreicheren Kombinationen umgewälzt werden.

7. Begib dich auf Abwege!
Versetze dich in deine Kunden hinein und denke darüber nach, wie sie nach dir suchen könnten. Dabei ist es von größter Bedeutung, solche Suchanfragen zu berücksichtigen, die in eine für dich völlig falsche Richtung gehen. Wenn du zum Beispiel eine Künstleragentur und einen Elvis-Imitator unter Vertrag hast, solltest du zumindest darüber nachdenken, diverse Film- oder Songtitel sowie „Kostüm“ oder „Drogentod“ etc. als negative Keywords festzulegen. Mit dieser Einstellung werden alle Suchanfragen, die solche Begriffe beinhalten, ausgeschlossen und deine Anzeigen werden jemandem, der sich beispielsweise über die Elvis-Diskografie informieren möchte, nicht angezeigt.

8. Denk weiter!
Wo landet dein Kunde, wenn er auf eine deiner Anzeigen klickt? Auch hier hilft es wieder, sich in ihn hineinzuversetzen: Wo sollte er wohl landen, wenn er nach Möbeln aus Pappe in Köln sucht? Auf der Seite eines Unternehmens, das Möbel aus Pappe anbietet und in Köln sitzt! Dem Kunden muss nach seinem Klick sofort das Gefühl vermittelt werden, dass er bei dir richtig ist und sein Klick und damit dein Klickgebot nicht umsonst war. Gestalte die Zielseite, auch Landingpage genannt, nach diesem Prinzip. Mach klar, worum es geht, was dein Unternehmen anbietet und wo du zu finden bist. Aussagekräftige Fotos sind ebenso wichtig wie ein unübersehbares Kontaktformular mit Telefonnummer, Email-Adresse und Anschrift. Je besser deine Anzeigen und die Zielseite zueinander passen, d.h. je mehr Keywords bspw. in den Texten zu finden sind, desto höher ist außerdem der Qualitätsfaktor deiner Anzeigen.

9. Bleib‘ am Ball!
Wer zumindest ansatzweise Mal mit BWL zu tun hatte, weiß: Am Ende kommt die Erfolgskontrolle. Behalte deine AdWords-Kampagne im Auge und beobachte ihre Leistung. Um zu erfassen, wie viele Kunden sich tatsächlich aufgrund deiner Anzeigen in Google bei dir gemeldet haben, verwende ein Tracking-Tool. So kannst du genau sehen, wann wie viele Anrufe und Emails aufgrund deiner Ads bei dir eingegangen sind. Sogar die verpassten Anrufe können erfasst werden. Auf diese Weise hast du volle Transparenz und kannst deine Anzeigen entsprechend optimieren und so effizienter für dich arbeiten lassen.

10. Zieh’s durch!
Ist der Kontakt gemacht und der Kunde hat dein Produkt bestellt oder steht bei dir im Laden zählt nur noch eins: Du! Deine Leistungen oder Angebote müssen dem entsprechen, was du in deinen Anzeigen versprichst. Wirbst du mit „Top-Qualität“, deine Produkte fallen aber beim bloßen Hinsehen auseinander, ist das natürlich suboptimal. Oder beteuerst du, „freundlich und hilfsbereit“ zu beraten und dein Mitarbeiter ist desinteressiert oder schlimmstenfalls unverschämt, kann das einen Interessenten schnell vergraulen. Am Ende wird aus online gemachten Versprechungen einfach doch die offline Realität – und die sollten möglichst stimmig ineinandergreifen.

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Zur Person
Nik Myftari, Jahrgang 1985, studierte an der Uni Heidelberg Politik und VWL sowie Online Marketing an der DDA Stuttgart. Während des Studiums gründete er semesterbooks (www.semesterbooks.de), einen Online-Marktplatz für studentische Bücher. Danach wirkte er als Projektleiter bei Trendfabrik und kümmerte sich bei Capri-Sonne um das Online Marketing. Zurzeit arbeitet Myftari als Business Development Manager bei RegioHelden (www.regiohelden.de). Das Start-up hat es sich zur Aufgabe gemacht, lokale und regionale Unternehmen in Sachen Online-Marketing zu unterstützen.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.