DST steigt bei zalando ein – Bereitet der Online-Shop seinen Börsengang vor?

Der Online-Shop zalando (www.zalando.de) ist ohne Frage eine der ganz großen Erfolgsgeschichten. Doch der 2008 gegründete Schuh- und Modeshop, in dessen Regalen seit neuestem auch Wohnaccessoires liegen, hat ein Problem, ein Exitproblem. Wer […]
DST steigt bei zalando ein – Bereitet der Online-Shop seinen Börsengang vor?

Der Online-Shop zalando (www.zalando.de) ist ohne Frage eine der ganz großen Erfolgsgeschichten. Doch der 2008 gegründete Schuh- und Modeshop, in dessen Regalen seit neuestem auch Wohnaccessoires liegen, hat ein Problem, ein Exitproblem. Wer soll das Unternehmen mit seinen über 1.000 Mitarbeitern und einer Bewertung jenseits der Milliardengrenze überhaupt noch übernehmen: Amazon, eBay, Otto? Momentan halten dies mehrere Branchenkenner für unwahrscheinlich. Um seine Investoren glücklich zu machen, muss die Jungfirma, in die bisher wohl mehr als 200 Millionen Euro Risikokapital geflossen sind, vielleicht an die Börse. Zumindest ist nun mit Digital Sky Technologies (DST) schon einmal ein Investor bei zalando eingestiegen, der zuletzt immer wieder in Online-Firmen investierte, die später an die Börse gingen.

“Wir freuen uns, DST als neuen Gesellschafter gewonnen zu haben. Mit Beteiligungen an Facebook, Zynga, Groupon, Twitter, 360Buy und Alibaba zählt DST zu den weltweit führenden Investoren im Internet-Sektor”, sagt Zalando Geschäftsführer Rubin Ritter. Der russische Investor sicherte sich laut Pressemitteilung 4 % an zalando. “Wir freuen uns darauf, Zalando als langfristiger Partner auf seinem Weg zu einem der führenden Internet-Unternehmen in Europa zu begleiten”, sagt Alexander Tamas, Partner bei DST. Welchen Preis DST für den kleinen Anteil an zalando auf den Tisch gelegt hat, ist nicht bekannt. Weit über 65 Millionen Euro dürften es aber wohl gewesen sein. Zumal die letzte bekannte Bewertung von zalando bereits bei rund 1,6 Milliarden Euro gelegen haben soll.

1 Milliarde Umsatz?

In diversen Stellenanzeigen in Südostasien, wo zalando-Unterstützer Rocket Internet derzeit massiv expandiert, gab es vor wenigen Tagen erstmals Umsatzzahlen von zalando: “”We have built an e-commerce website in Europe which sells more than 30,000 pairs of shoes per day and generates 100mil Euros per month in revenue (see www.zalando.co.uk and www.zalando.de)”. Wie aus dem Umfeld des Berliner Unternehmens, welches auch Ableger in Österreich, den Niederlanden, Frankreich, Italien, Großbritannien und der Schweiz betreibt, zu hören ist, sollen diese Zahlen aber nicht stimmen. Die “Financial Times Deutschland” schätzt den Umsatz des Online-Riesen auf “500 Millionen bis 1 Milliarde”. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo in der Mitte. Das Problem bei zalando dürfte weiter die extrem hohe Retourenquote, sicherlich 50 % und mehr, sein. Der kostenlose Versand und Rückversand dürfte bei zalando extrem auf die Marge schlagen.

Der Neu-Gesellschafter DST glaubt unterdessen an den ganz großen Erfolg des Online-Shops: “Zalando hat ein professionelles Managementteam, eine sehr beeindruckende Entwicklung und großes Potenzial, von dem immensen Wachstum in dem europäischen E-Commerce Segment zu profitieren”. Mit dem Einstieg von DST bei zalando ist der russische Megainvestor, der den Milliardären Alischer Usmanow, Juri Milner und Grigori Finger gehört, zu guter Letzt endlich im Rocket Internet-Imperium angekommen. Eine Liason, die sicherlich bald ausgebaut wird: Vermutlich steigt DST schon bald auch bei Rocket ein oder bei diversen Start-ups der Firmenschmiede, die momentan für ihre weiteren Wachstumspläne eine Milliarde Euro einsammeln will. Neben Kinnevik, das in den vergangenen Jahren schon Millionen in Rocket Internet und seine Ableger pumpte, öffnet sich damit für Alexander, Marc und Oliver Samwer ein neuer Tresor. Was das Trio und die vielen Rocket-Mitarbeiter nach den vielen negativen Schlagzeilen der vergangenen Wochen – siehe “Umbruch bei Rocket Internet: Fast das komplette Führungsteam geht” sicherlich freuen wird.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.