Offline! Bei Playgenic wird nicht mehr gespielt

Game Over! Das noch junge Spiele-Start-up Playgenic (www.playgenic.com) ist schon wieder Geschichte! Erst im Mai warf die Spieleschmiede, die von Marc Wardenga, David Mohr, Mathias Vikene und Thomas Waldhoff (siehe Foto) gegründet wurde, […]
Offline! Bei Playgenic wird nicht mehr gespielt

Game Over! Das noch junge Spiele-Start-up Playgenic (www.playgenic.com) ist schon wieder Geschichte! Erst im Mai warf die Spieleschmiede, die von Marc Wardenga, David Mohr, Mathias Vikene und Thomas Waldhoff (siehe Foto) gegründet wurde, mit Pizza Connection, ihr ersten Spiel auf den Markt. Das Game ist bereits abgeschaltet! Allen Mitarbeitern wurde gekündigt. Das Start-up laut Handelsregister aufgelöst. “Die von uns entwickelte Technologie Cloudfire konnte unsere Erwartungen nicht erfüllen und die anvisierten Ziele konnten somit nicht erreicht werden. Eine Weiterentwicklung hätte weitere Risiken beinhaltet. Daher hat sich das Management gemeinsam mit den Gesellschaftern dazu entschlossen, die Playgenic GmbH zu schließen und abzuwickeln”, sagt Mitgründer Wardenga gegenüber deutsche-startups.de.

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Ehrliche Worte, die tief blicken lassen! In der Szene sorgt das schnell und überraschende Aus für Playgenic seit Tagen für Gesprächsstoff. Selbst eingefleischte Szenekenner sind vom Playgenic-Ende irritiert -zumal das Spiele-Start-ups erst im September des vergangenen Jahres an den Start ging. Ein Szenekenner, der ungenannt bleiben möchte, spricht von Selbstüberschätzung und Managementfehler bei Playgenic. Dabei kennen sich die Gründer beim Thema Games eigentlich aus! Wardenga, der jetzt als Liquidator von Playgenic wirkt, arbeitete vor Playgenic als Head of Games bei SevenOne Intermedia. In dieser Position verantwortete er die Gaming-Aktivitäten der ProSiebenSat.1 Group – beispielweise die erfolgreiche Gaming-Website Sevengames.de. 1987 gründete Wardenga zudem mit seinem Bruder Andreas die Spieleschmiede Software 2000. Mohr und Vikene verdienten ihre Brötchen zuletzt ebenfalls bei SevenGames.

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Das Team kannte sich mit Games somit aus – und auch hinter den Kulissen stimmte zum Start vor einem Jahr und Anfang 2011 auf den ersten Blick alles: Die Spieleschmiede sicherte sich im Februar in der zweiten Finanzierungsrunde eine siebenstellige Summe. In der ersten Finanzierungsrunde erhielt das Start-up bereits eine Kapitalspritze im “hohen sechsstelligen Euro-Bereich”. Zu den Investoren gehörten Marcus Englert (Solon Management Consulting), Konstantin Sixt und Peter Schroer (ak tronic Software & Services), Bayern Kapital, Maks Giordano (juuman ‘okudo) und Michael Munz (Clover Venture). Eine illustre Runde, der vielleicht das Game-Know-How ein wenig fehlte, wenn man etwas kritisieren möchte, bemängelt ein Szenekenner. Einzig der Weg zum Amtsgericht blieb den Gründern und den Investoren erspart! “Es wird keine Insolvenz geben”, sagt Wardenga.

Und was bleibt von diesem siebenstelligen Playgenic-Abenteuer übrig? “Die kreativen Ideen und die meisten entwickelten Assets – insbesondere die Marke Pizza Connection, das Pizza Browser Game und das iOS Game Heavy Birds – haben sich jedoch als erfolgreich herausgestellt. Somit gab es ein großes Interesse von mehreren potentiellen Käufern aus dem Online Bereich. Durch den Verkauf an potentielle Käufer, werden diese Assets in einer anderen Konstellation erfolgreich weitergeführt werden können”, sagt Wardenga. Zumindest besteht somit die Chance, dass jemand anders den einstigen Erfolgstitel Pizza Connection in ein neues Zeitalter überführt. Der Titel aus Wardengas Spieleschmiede Software 2000 ist unzähligen Gamern noch ein Begriff. Man darf gespannt sein, wer diese Spiele zur neuen Blüte treibt. Schade für Playgenic und das rund 20-köpfige Team. “Wir bedauern diesen Schritt sehr, sehen uns aber in der Verantwortung auch unbequeme und schmerzhafte Entscheidungen zu treffen und umzusetzen”, sagt Wardenga.

Im Fokus: Infos über Start-ups, die es nicht mehr gibt, finden Sie in unserem Special Offline

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.