Keine Zeit zum Abholen? Tiramizoo vermittelt Stadtkuriere – HTGF unterstützt das Start-up

Bringdienst mal anders: Trotz des schmackhaften Namens liefert Tiramizoo (www.tiramizoo.com) kein Essen aus sondern sorgt dafür, dass vergessene USB-Sticks, wichtige Dokumente und was man sonst so braucht ihren Besitzer finden. Der neue Dienst […]
Keine Zeit zum Abholen? Tiramizoo vermittelt Stadtkuriere – HTGF unterstützt das Start-up

Bringdienst mal anders: Trotz des schmackhaften Namens liefert Tiramizoo (www.tiramizoo.com) kein Essen aus sondern sorgt dafür, dass vergessene USB-Sticks, wichtige Dokumente und was man sonst so braucht ihren Besitzer finden. Der neue Dienst vermittelt Stadtkuriere, die in Minutenschnelle vor der Haustür stehen und Botengänge erledigen. Die Geschäftsidee hat Potential: Das Beispiel der Smartphone-App mytaxi zeigt, dass Menschen gerne mit einem Klick ihr Taxi bestellen – warum nicht auch Kuriere, die bisher dem B2B-Geschäft vorbehalten blieben? Verschiedene Investoren, darunter der Hightech-Gründerfonds, investierten bereits in das bei München ansässige Start-up.

“Es gibt mehr Stadtkuriere als man denkt, die meisten haben aber keine Internetpräsenz oder keine Online-Bezahlmöglichkeiten und sind damit für Endkunden nicht auffindbar”, erklärt Löhr, der Tiramizoo als “eine Art Hotel.de für Kuriere” bezeichnet. Bei der Gründungsidee stand noch ein weiterer Aspekt im Vordergrund: Ökologische Verantwortung. “Ich komme aus dem Cleantec-Bereich und halte Stadtkuriere für die nachhaltigste Lieferdienst-Möglichkeit.” Nachhaltiger geht es tatsächlich kaum: Die meisten Anfragen werden mit dem Fahrrad erledigt, später will tiramizoo auch Kleinwagen und Elektroautos einsetzen.

One-Klick-Buchung per Smartphone

Für Endkunden ist der Mehrwert vielfältig. Immer mehr stationäre Händler sind mit ihrem Sortiment auch im Internet vertreten. Kunden können online bestellen und sich die Produkte nach Hause liefern lassen – oder in der Mittagspause in den Stadtpark, denn die Kuriere liefern zu jedem Zeitpunkt an jeden gewünschten Ort. Die Idee zu Tiramizoo kam Löhr in Vancouver, als ihm sein Fahrradladen anbot, die regelmäßig benötigten Fahrradersatzteile für zehn Dollar nach Hause zu liefern – per Kurierdienst. “Händler können mit diesem Service ihren treuen Kunden entgegenkommen, wenn diese mal keine Zeit haben, persönlich vorbei zu schauen.”

Bis sich das Thema durchsetzt, hat Tiramizoo allerdings noch einiges zu tun. Aktuell führt das Team Testschulungen mit Händlern durch, erstellt ihnen die Webpräsenzen und stattet Stadtkuriere mit Smartphones aus. Erst dann ist die One-Klick-Buchung des nächsten freien Kuriers möglich. Leider kann man den Service momentan nur in München und Berlin ausprobieren – und in Vancouver (Kanada), wo sich der zweite Firmensitz befindet und Mitgründer Volker Schneider sitzt. Von jeder erfolgreichen Vermittlung streicht das Start-up eine Provision von 15 % ein. Die größte Konkurrenz sind natürlich große Lieferdienste wie DHL und TNT: “Für kleine Händler sind Kooperationen mit diesen Lieferdiensten aber zu teuer. Außerdem haben wir erste Anfragen, ob die großen Liefer-Unternehmen bei Engpässen und Auslastungen auf unseren Service zugreifen dürfen – da ist noch manches drin.” Das Modell hat also in jede Richtung hin Potential. Den Proof of Concept gibt es auch schon: In England ist Shutl (www.shutl.co.uk) mit genau diesem Modell sehr erfolgreich. In Deutschland wäre Gigalocal (www.gigalocal.de) im weitesten Sinne ein Konkurrent.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.