Bahn gibt auf: DeinBus.de kann endlich durchstarten

Spiel, Satz und Sieg: Die Mitfahrzentrale DeinBus.de (www.deinbus.de) muss sich nicht weiter mit der Deutschen Bahn herumärgern – zumindest nicht mehr vor Gericht! Der umtribige Schienenkonzern, der gerade für mehr als sechs Milliarden […]
Bahn gibt auf: DeinBus.de kann endlich durchstarten

Spiel, Satz und Sieg: Die Mitfahrzentrale DeinBus.de (www.deinbus.de) muss sich nicht weiter mit der Deutschen Bahn herumärgern – zumindest nicht mehr vor Gericht! Der umtribige Schienenkonzern, der gerade für mehr als sechs Milliarden Euro neue Züge gekauft hat, wird das kleine Start-up nicht weiter vor Gericht zerren. “Man habe sich entschlossen, das Urteil des Landgerichts Frankfurt zu akzeptieren”, berichtet die “Süddeutsche Zeitung”. “Wir werden nicht in Berufung gehen”, sagte ein Bahnsprecher der Zeitung. Das Frankfurter Landgericht wies Ende April eine Klage der Bahn gegen das Start-up ab.

Die Bahn hatte gegen DeinBus.de geklagt, weil das Unternehmen der Meinung ist, DeinBus.de veranstalte einen eigenen Linienverkehr. Die DeinBus.de-Macher sind dagegen der Meinung, ihr Angebot falle unter Gelegenheitsverkehr. Aufgrund der Monopolstellung der Deutschen Bahn, die auf das Personenbeförderungsgesetz aus dem Jahre 1934 zurückgeht, gibt es in Deutschland bisher kaum Bus-Fernverbindungen. Das Regelwerk verbietet Busverbindungen auf Fernstrecken, die von anderen Beförderern schon “befriedigend bedient” werden. DeinBus.de ist eine Mitfahrzentrale, bei der wild zusammengewürfelte Gruppen eine gemeinsame Busfahrt antreten können. Zustande kommt die Busreise aber nur, wenn sich eine Mindestanzahl von Mitfahrern anmeldet.

Außer Spesen nichts gewesen

Übrigens: Der Bahnsprecher begründete den Verzicht auf die Berufung unter anderem damit, dass die Bundesregierung ohnehin plane, den Fernverkehr zu liberalisieren. Eine grandiose Einsicht. Somit heißt es mal wieder: Außer Spesen nichts gewesen! Bereits nach der Urteilsverkündung im April hatten die DeinBus.de-Macher mitgeteilt, dass sie ihr Angebot nun ausbauen wollen. Das junge Unternehmen wurde von Christian Janisch, Alexander Kuhr und Ingo Mayr-Knoch ins Leben gerufen. Mit ihrem Konzept setzt das Trio auf ein Thema, das immer mehr Gründer besetzen – die Rede ist vom Teilen.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.