Überraschender Exit: Geizkragen.de übernimmt die Mehrheit bei Carmio

Schneller Exit beim Autoteile-Preisvergleich Carmio (www.carmio.de): Das Verbraucherportal Geizkragen.de (www.geizkragen.de), das sicherlich kaum jemand als potenziellen Käufer auf der Liste hatte, wird Mehrheitsgesellschafter des jungen Unternehmens aus dem Hause Hanse Ventures. “Dank unseres […]
Überraschender Exit: Geizkragen.de übernimmt die Mehrheit bei Carmio

Schneller Exit beim Autoteile-Preisvergleich Carmio (www.carmio.de): Das Verbraucherportal Geizkragen.de (www.geizkragen.de), das sicherlich kaum jemand als potenziellen Käufer auf der Liste hatte, wird Mehrheitsgesellschafter des jungen Unternehmens aus dem Hause Hanse Ventures. “Dank unseres Engagements bei Carmio haben wir die Chance, unser Knowhow im Bereich Preisvergleich in einem großen vertikalen Markt einzubringen“, sagt Michael Völker, Projektleiter von Geizkragen.de, zur Beteiligung. Der Kaufpreis ist nicht bekannt. Carmio teilt lediglich mit, dass “über die genaue Unternehmensbewertung, die im siebenstelligen Bereich liegt, Stillschweigen vereinbart wurde”. Der Autoteile-Preisvergleich Carmio wurde im Januar des vergangenen Jahres von Nikolai Roth und Cord-Christian Nitzsche (siehe Foto) gegründet. Das Duo bleibt nach dem Einstieg von Geizkragen.de weiter als Gesellschafter an Bord, widmet sich nach einer Übergangsphase aber neuen Projekten.

“Wir freuen uns, dass mit dieser Kooperation für beide Seiten wichtige Synergieeffekte geschaffen werden und wir einen strategisch wertvollen Partner gewinnen“, sagt Carmio-Gründer Nitzsche. Michael Völker, Projektleiter Geizkragen.de, verstärkt ab sofort die Geschäftsleitung von Carmio. Wie die Partner mitteilen, bleibt das “Carmio-Team am Standort Hamburg erhalten und wird dort weiter ausgebaut”. Im Interview mit Förderland nennt Nitzsche einige Hintergründe des Deals: “Für Geizkragen haben wir uns letztendlich entschieden, weil das Portal einer der wichtigsten Preisvergleiche auf dem deutschen Markt ist. Zudem stimmte die persönliche Sympathie”. Der Preis soll ebenfalls gestimmt haben, dies betont Nitzsche gleich mehrmals. Und weiter: “Der Verkauf hat sich für ein Jahr Gründerarbeit durchaus gelohnt. Das Spannende an einem Start-up ist die Gründungs- und Aufbauphase, in der sich ein Produkt meist erst finden muss”.

Bettie Ballhaus und das nasse T-Shirt

Carmio war das erste Start-up von Hanse Ventures, das offiziell an die Öffentlichkeit ging. Innerhalb von drei Jahren sollte Carmio zum größten Autoteile-Preisvergleich im Internet aufsteigen. Zu den Konkurrenten des Angebots zählen Dickschiffe wie eBay Motors (www.motors.ebay.de) und das Start-up daparto (www.daparto.de). Die Marschrichtung war von Anfang an klar: Carmio sollte sich unter anderem mit einer übersichtlichen Präsentation der unzähligen Ersatzteile und einer guten Suchfunktion von der etablierten Konkurrenz absetzen. Für Aufsehen sorgte das Start-up zuletzt mit einer Werbekampagne: Die kurvige Moderatorin Bettie Ballhaus, die früher unter anderem das Sportquiz im DSF und bei 9Live moderierte, warb für Carmio im nassen T-Shirt.

Inkubator Hanse Ventures war zuletzt mit rund 25 % an Carmio beteiligt. Die beiden Gründer hielten bisher jeweils 27 % an ihrem Start-up. Wie die Gesellschafterstruktur künfig aussieht bleibt unklar. Nitzsche dazu gegenüber Förderland: “In der Gesellschafterstruktur hat sich insgesamt einiges getan, über die genaue Zusammensetzung möchte ich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nichts Konkreteres sagen”. Wie aus dem Hause Hanse Ventures zu erfahren ist, ist der Inkubator künftig noch an Carmio beteiligt. Die Details stehen dann halt irgendwann im Handelsregister. Zum schnellen Exit sagt Hanse-Ventures-Macher Sarik Weber gegenüber deutsche-startups.de: “Es gab großes Interesse an Carmio und wir hatten einige Anfragen aus dem In- und Ausland. Bei Geizkragen war der Fit am größten. Hier stimmten einfach die persönliche Ebene und der Preis. Um von den Synergieeffekten zu profitieren, die diese strategische Partnerschaft mit sich bringt, hat sich die Carmio-Geschäftsführung für den schnellen Verkauf an Geizkragen entschieden”.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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