Fünfzehn Fragen an Jens Begemann von wooga

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up? Ich wollte schon 2001 ein eigenes Unternehmen gründen, habe dann aber bei Jamba angefangen, um zunächst zu lernen wie ein erfolgreiches Start-Up funktioniert.Dort […]
  • Von Veronika Hüsing
    Freitag, 5. November 2010
  • 4 Kommentare

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Ich wollte schon 2001 ein eigenes Unternehmen gründen, habe dann aber bei Jamba angefangen, um zunächst zu lernen wie ein erfolgreiches Start-Up funktioniert.Dort habe ich dann Mitte 2008 gekündigt mit dem Ziel ein Unternehmen zu gründen – ohne jedoch eine Idee zu haben. Die Idee zu Social Games und zu wooga entstand dann im Laufe einiger Monate: Wir haben den Markt analysiert, uns für das Thema Casual Games entschieden und sind einfach Mal losgelaufen. Erst im Laufe der Zeit hat sich dann die Idee geschärft und wir haben die wooga GmbH schließlich im Januar 2009 gegründet.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Die Entwicklung unseres ersten Spiels Brain Buddies und die Kosten der ersten Monate haben wir Gründer aus unserem Ersparten bestritten. Im Sommer/Herbst 2009 haben Holtzbrinck Ventures und Balderton Capital dann zusammen gut 5 Millionen Euro investiert.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Hervorragende Mitarbeiter zu finden ist das wichtigste und auch schwierigste bei der Gründung eines Start-ups.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Ich würde 1 bis 2 Jahre früher gründen, denn Zynga, Playfish und Playdom haben in dieser Zeit einen beträchtlichen Vorsprung herausgearbeitet. Aber wir holen auf und wachsen schneller.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Wir setzen ganz auf die organische – virale – Verbreitung auf Facebook: Wir haben dort über 11 Millionen aktive Nutzer – sind damit siebgrößter Social-Games-Anbieter weltweit – und nur 3 % von diesen haben wir über Werbung gewonnen.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Meine Frau und meine Mitgründern Patrick Paulisch und Philipp Möser. Und die Berliner Unternehmer Christian Schagen (Linklift) und Max Moldenhauer (Captain Ad) haben mit gutem Rat, ihrem Netzwerk, Bürofläche und vielem mehr geholfen.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Ein Prototyp oder zumindest eine Click-Demo ist wichtiger als jeder Business-Plan. Und: Wenige Features reichen (Stichwort “Minimum Viable Product”), aber achtet auf sehr gute Usability (Buchempfehlung: “Don\’t Make Me Think”).

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Zum einen Erleichterungen bei der Einstellung von qualifizierten Mitarbeitern aus Nicht EU Staaten. Und zum anderen eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Start-Ups, mit dem Ziel mehr Studenten zu Praktika in Start-ups zu bewegen. Denn viele dieser Studenten gründen später eigene Unternehmen.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Ich hatte schon mit 18 Jahren einen Gewerbeschein und wollte schon 2001 ein Mal ein Start-up gründen. Ich würde das also jederzeit wieder machen. Wäre mir das Gründen verboten, dann wäre ich wohl für den Produktbereich bei einem Internet-Unternehmen verantwortlich.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Das Facebook-Büro in Palo-Alto kenne ich ja nur als Besucher: Natürlich wäre ich da gerne Mal bei einem Board-Meeting dabei.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
50 Jahre in die Zukunft.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Ich investiere sie in wooga. Wenn die Option nicht zur Verfügung steht, dann würde ich in eine Immobilie als Altersvorsorge investieren.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Mit meiner Frau und meinem Sohn und dem Rest meiner recht großen Familie.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Mit John Lasseter, dem kreativen Kopf hinter den Pixar-Filmen.

Zur Person
Jens Begemann ist Gründer und CEO von wooga (www.wooga.com). Gegründet im Januar 2009 ist wooga heute mit über 11 Millionen aktiven Nutzern der größte europäische Anbieter von Social Games und der siebgrößte weltweit.  Zuvor war Begemann von 2001 bis 2008 bei Jamba, unter anderem als Prokurist und Chief Product Officer, tätig.

Geboren 1978, studierte Soziologie, Politik und Psychologie an der Freien Universität in Berlin. Erste journalistische Erfahrungen sammelte sie im Jahr 2000 im Onlineressort des Medienfachdiensts “kressreport”. Ein Jahr später zog es sie ins Ruhrgebiet zu “Unicum”. Seit 2008 gehört Veronika Hüsing zum Redaktionsteam von deutsche-startups.de.

  1. Tolles Interview – scheint ein bodenständiger Unternehmer zu sein.

  2. Ja, tolles und interssantes Interview. Dieser Start-Up hat Potenzial. Wünsche ihm alles Gute!



  3. borg

    weiter so ! guter typ



  4. 3d Spiele

    Die Idee mit den kooperatonen wischen start up und den Unis finde ich sehr gut und wichtig, denn gerade in den unis sitzen viele kreatve Köpfe und ein großteil von ihnen strebt die selbstständigkeit an. Mt einem Praktika in einem startup bekommt man einen guten einblcik wieviel arbeit es wirklich ist ein eigenes Unternehmen aufzubauen ud hat die Möglichkeit von beginn an dabei zu sein. Auch alumni Netzwerke sollten sich etwas mehr etablieren, um eine weitere zusammen arbeit mit den unis und aussenstehenden Unternehmen zu sichern.

Aktuelle Meldungen

Alle