Picabee vor dem Aus

Der noch junge Fotoservice Picabee (www.picabee.de) steht vor dem Aus. Den Gründern Guido Hoermann, Christoph Lienke und Kei Nozaki blieb nach dem Wegbrechen eines Investors nur der Gang zum Amtsgericht und der Antrag […]

Der noch junge Fotoservice Picabee (www.picabee.de) steht vor dem Aus. Den Gründern Guido Hoermann, Christoph Lienke und Kei Nozaki blieb nach dem Wegbrechen eines Investors nur der Gang zum Amtsgericht und der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens für die Münchner Picabee GmbH. Die Schweizer Mutter, die Picabee AG, die 100 % der Anteile am bajuwarischen Start-up hält, ist dagegen noch putzmunter. Die Picabee-Macher haben die Hoffnung auf ein Fortbestehen ihres kostenlosen Fotodienstes aber noch nicht aufgegeben. Die Suche nach einem strategischen Investor läuft. Die Picabee-Macher denken dabei vor allen an Medienhäuser oder sonstige Unternehmen, die Erfahrung bei der Akquise von Werbekunden haben. “Wir sind zuversichtlich, dass die Gespräche mit potenziellen Investoren erfolgreich verlaufen”, sagt Lienke gegenüber deutsche-startups.de. Ohne Werbekunden läuft bei Picabee rein gar nichts. Der kostenlose Fotodienst funktioniert über Werbung am rechten Bildrand. Auf dem sogenannten Valuestrip haben Werbungtreibende ausgiebig Platz für ihre Botschaft. Daneben weist ein kleines Logo am linken Bildrand auf die jeweilige Marke hin. Durch die Integration in die Fotos dürften die Werbebotschaften bei den Nutzern schnell hängenbleiben. Monatlich können registrierte Nutzer maximal 30 Fotos bei Picabee kostenlos in Auftrag geben. Wobei es auch eine Mindestabnahmemenge gibt – diese beträgt 20 Abzüge.

Momentan ruht Picabee. Die Nutzer werden gebeten, zu einem “späteren Zeitpunkt” wiederzukommen. Rund 30.000 aktive Nutzer hatte der kostenlose Fotoservice nach eigenen Angaben zuletzt. Selbst wenn davon nicht alle jeden Monat Fotos geordert haben, dürfte Picabee im vergangenen halben Jahr einige Millionen Fotos – samt Werbung – unters Volk gebracht haben. Darunter unter anderem die Werbebotschaften von BMW, TUI, SonyEricsson, Wilkinson, Cisco und Electronic Arts. Nicht nur bei zahlreichen Nutzern und einigen Werbekunden kam das Picabee-Konzept an, auch bei der Wahl zum Start-up des Jahres (4. Platz) mischte der Fotodienst mit. Professor Hendrik Speck von der Universität Kaiserslautern sah eine “praktikable Idee mit Wachstumspotential”. Er riet aber schon im vergangenen Jahr zur Zusammenarbeit mit einem Vermarkter: “Eine Kopplung mit einem führenden Werbevermarkter und ausgefeilteren Algorithmen für behavior based advertising, die forcierte Entwicklung von APIs und Affiliatemodellen, sowie die Ausweitung der Produktpalette erscheinen ratsam.”

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.