Fünfzehn Fragen an Benjamin Günther von Stylight

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Wir haben Stylight zu viert gegründet, daher werden die wichtigsten Entscheidungen im Team getroffen. Für die jeweiligen Fachbereiche ist jedoch jeder selbst verantwortlich. Für […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Wir haben Stylight zu viert gegründet, daher werden die wichtigsten Entscheidungen im Team getroffen. Für die jeweiligen Fachbereiche ist jedoch jeder selbst verantwortlich. Für mich persönlich bedeutet es sehr viel, von Anfang an eigene Ideen direkt in die Tat umsetzen zu können und auf der anderen Seite jedoch auch dafür einzustehen, wenn etwas nicht funktioniert hat.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Kennengelernt haben wir uns über das Zusatzstudium “Technology Management” am Center for Digital Technology and Management in München. Die Idee hatten wir, als wir in den USA studiert haben. Wir konnten beobachten, dass Mode im Internet boomt. Auf der einen Seite treten immer mehr Shops und Hersteller auf den Markt und gleichzeitig nutzen immer mehr Kunden die Vorteile des Onlineshoppings. Bisher fehlt jedoch eine Plattform, auf der die riesige Auswahl sinnvoll auf einer Seite zusammengeführt und durchsuchbar gemacht wird. Und genau hier kommt Stylight ins Spiel!

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Zuerst wurden wir durch das Exist Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft unterstützt. Danach konnten wir früh Business Angels und zuletzt Holtzbrinck Ventures von unserem Konzept überzeugen.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Am Anfang waren wir wie wahrscheinlich jedes Web-Start-up extrem abhängig von Einzelpersonen. Es ist natürlich immer schwer an überdurchschnittlich gute und motivierte Mitarbeiter zu kommen. Dieses Problem haben wir jedoch inzwischen zum Glück gut in den Griff bekommen. Zudem mussten wir anfangs oft erklären, warum gerade vier männliche Gründer auf die Idee kommen, ein Modeunternehmen zu starten.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
In der ganz frühen Phase waren wir lange räumlich verteilt, da zum Beispiel Sebastian noch seinen Master in den USA beendete. Gerade in der frühen Phase ist jedoch eine örtliche und besonders zeitliche Nähe extrem wichtig, was wir zu Beginn sicherlich unterschätzt haben.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Für uns sind neben PR besonders Kooperationen, wie beispielsweise mit CondéNet, wichtig. Daher stellen wir mit den Stylight AdStyles nun eine Schnittstelle für externe Partner zur Verfügung, die eine einfache und schnelle Integration ermöglicht. In nächster Zeit möchten wir noch viele weitere Kooperationen starten.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Neben unseren Familien und Freunden haben uns anfangs besonders drei Personen unterstützt: Philip Mayrhofer vom CDTM sowie Christoph Zinser vom LMU Spinoff Center haben erschreckend früh an uns geglaubt und uns entscheidend weiter gebracht. Darüber hinaus hat uns Sebastian Bärhold von Amiando viele wertvolle Tipps weitergegeben.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Ich denke das Wichtigste ist, sich früh über eigene Schwächen klar zu werden. Im nächsten Schritt sollte man auch bei der Wahl der Business Angels und Investoren darauf achten, was für einen Mehrwert sie wirklich mitbringen. Besonders letzteres verlangt zugegeben oft Mut von den Gründern.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Neben dem Klassiker, gerade in der Gründungsphase die Bürokratie zu verringern würde ich mir wünschen, dass Ansehen von Unternehmertum in Deutschland zu stärken. Besonders an Hochschulen und Universitäten herrscht hier noch ein großer Nachholbedarf im internationalen Vergleich. In München gibt es an TU und LMU gute Ansätze, die jedoch konsequent weiterentwickelt werden müssen!

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Mein Schwerpunkt liegt im Marketing, daher wäre ich wahrscheinlich auch in diesem Bereich untergekommen. Bei der Wahl der Firma wäre es für mich am wichtigsten für ein Produkt oder für Kunden zu arbeiten, mit denen ich mich selbst identifizieren kann.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Bei Gogol Medien, einer weiteren CDTM Ausgründung. Sie machen sich daran das klassische Zeitungswesen umzukrempeln. Ich finde es besonders spannend wenn in scheinbaren starren und eingefahrenen Industrien neue Geschäftsmodelle umgesetzt werden.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Ich lebe im hier und jetzt, bin gesund, habe Spaß an dem, was ich tue und mit wem. Von daher kann ich mir keine bessere Zeit vorstellen!

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Spenden, Reisen, Investieren.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Am liebsten im Süden von München mit Freunden und meiner Familie. Das kommt leider unter der Woche viel zu kurz.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Mit Gerhard Polt und Helmut Fischer, dem Monaco Franze, auf ein Weißbier beim Franziskaner in München.

Zur Person
Benjamin Günther gründete gemeinsam mit Anselm Bauer, Max-Josef Meier und Sebastian Schuon die modische Meta-Suchmaschine Stylight (www.stylight.de). Zuvor studierte er BWL in München, Paris und Berkeley. Bei Stylight kümmert sich Günther um Marketing und Business Development.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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