avadeals ermöglicht den Handel mit Gegenständen aus Online-Welten

Mit virtuellen Welten und Massive Multiplayer Online Games kennen sich Marco Brinkmann, Wanchai Nagel und Mark Pelka bestens aus. Doch statt eine neue virtuelle Welt aus dem Boden zu stampfen, wollen die Hamburger […]

Mit virtuellen Welten und Massive Multiplayer Online Games kennen sich Marco Brinkmann, Wanchai Nagel und Mark Pelka bestens aus. Doch statt eine neue virtuelle Welt aus dem Boden zu stampfen, wollen die Hamburger mit ihrem neuen Dienst avadeals (www.avadeals.com) den Spielern von existierenden Welten das Leben erleichtern. “avadeals ermöglicht den einfachen Handel mit Items und Services aus Online-Welten”, fasst Gründer Brinkmann das Konzept kurz und bündig zusammen. Im Angebot sind derzeit unter anderem Waren wie “Mächtiger Talisman des Martyriums”, “Tapferes Schneiderlein” und die “Inschrift Gute Besserung”. Wer sich bei World of Warcraft, Warhammer Online oder Guild Wars Nightfall nicht auskennt, versteht nun vermutlich nur Bahnhof.

In all diesen Spielen gibt es seltene Gegenstände, spezielle Ressourcen oder individuelle Dienstleistungen, die andere Spieler auch gerne hätten. Bei den meisten Anbieter gibt es aber nur reduzierte Handelsfunktionen, so dass die Spielewelt geradezu nach einem Marktplatz für virtuelle Gegenstände schreit. Zumal die Zahl der Online-Spieler immer größer wird. Allerdings sehen es die Betreiber von World of Warcraft und Co. gar nicht gerne, wenn andere mit diesen Waren reales Geld verdienen. Spieler, die erwischt werden droht sogar der Rauswurf. Deswegen funktioniert der Handel bei avadeals nur über die jeweilige Inworld-Währung, also die Geldart in der jeweiligen virtuellen Welt. “Inoffizielles Real-Money-Trading, Gold-Seller und ähnliche Dienste, die den Fair Play aushebeln wollen, werden nicht toleriert”, sagt Brinkmann. Die Hanseaten wollen den Betreibern nichts wegnehmen, sondern den Spielern einen kostenlosen Service zur Vereinfachung des Handels an die Hand geben. Der deutsche Anbieter Gamegoods setzte auf den Verkauf von virtuellen Waren – inzwischen hat der Dienst seine Geschäftstätigkeit beendet.

Finanzierung über Premiumanzeigen

Statt über den Verkauf der Waren planen Brinkmann und seine Mitspieler die Refinanzierung ihrer Plattform über Zusatzfunktionen bei den Anzeigen. Hervorhebungen, mehr Bilder usw. kosten wie bei anderen Marktplätzen Geld. Verkäufe sind als Auktion, Festpreis oder Kleinanzeige möglich. Nutzer, die bei avadeals Waren an den Mann bringen wollen, müssen zunächst einen Shop eröffnen. Über diesen persönlichen Shop ist dann der Verkauf von Gegenständen, speziellen Ressourcen oder individuellen Dienstleistungen möglich. Durch das Shopprinzip ist es möglich, dass die Nutzer ihre Waren auch außerhalb von avadeals anpreisen können. Damit ist avadeals quasi eine Art Spreadshirt für virtuelle Güter. Am Design müssen die avadeals-Macher allerdings noch ein wenig feilen. Die grün-orangefarbene Optik des Marktplatzes wirkt eher unausgegoren. Und hoffentlich tragen die Betreiber der unzähligen virtuellen Welten das avadeals-Konzept alle mit. Denn sonst ist dem Verkauf von Waren schneller vorbei als gedacht.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.