Freggers lässt die Puppen tanzen

Kichern, furzen und rülpsen – bei freggers (www.freggers.de) ist all das und noch mehr möglich. Bereits seit einigen Monaten baut die Spin AG mit freggers an einer grafischen Chat-Welt. Viel über ihr Projekt […]

Kichern, furzen und rülpsen – bei freggers (www.freggers.de) ist all das und noch mehr möglich. Bereits seit einigen Monaten baut die Spin AG mit freggers an einer grafischen Chat-Welt. Viel über ihr Projekt gesprochen haben die Regenburger bisher nicht. Mit wenigen Klicks kann sich jeder Onliner beim Ableger der erfolgreichen Chat-Welt kostenlos einen kleinen Avatar zulegen und mit diesem in verschiedenen Räumen mit anderen Nutzern chatten oder eben kichern, furzen und rülpsen. Neben diesen Sound-Effekten können die Nutzer der browserbasierten 3D-Plattform, mit ihren Figürchen auch winken, springen oder tanzen.

Wobei Paul Schmid, Vorstand der Spin AG, die derzeitige freggers-Welt nur als “technologische Beta-Version” bezeichnet. “Wir testen mit dieser Beta gerade mal ein paar technische Grundlagen. Die eigentlich interessanten Funktionen kommen erst noch.” Angedacht sind unter anderem persönliche Räume, welche die Nutzer selbst einrichten können, Ankleidefunktionen für die Avatare und der Handel mit virtuellen Gütern. Das große Vorbild für freggers dürfte sicherlich Habbo (www.habbo.de) sein. Die Online-Community für Jugendliche verfügt nach eigenen Angaben weltweit über 89 Millionen registrierte Nutzer und kommt insgesamt monatlich auf rund 8,3 Millionen Unique Visitors und rund 800 Millionen Page Impressions.

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Trotz der wenigen Möglichkeiten nutzen bereits etliche junge Menschen freggers. Die Zahl der registrierten Nutzer gibt Schmid mit über 200.000 an. Sogar erste Fanseiten seien bereits entstanden. “Dieser Erfolg hat uns selbst überrascht.” Inzwischen arbeiten bei Spin zehn Leute an der Weiternetwicklung von freggers. Die neue Version soll demnächst an den Start gehen. Neben der deutschen Version wird es dann auch einen englischen Ableger geben. Einige wichtige Veränderung beim geplanten Neustart trifft die kleinen Figürchen, diese sollen zwar weiter jugendlich und cool rüber kommen, aber nicht mehr ganz so niedlich und knufflig sein wie bisher. Zielgruppe für freggers sind Jugendliche ab 14 Jahren. Die neue freggers-Version soll sich zudem durch offene Schnittstellen auszeichnen. “Partner mit eigenen Marken- und Themenwelten können künftig maßgeschneiderte Subwelten erschaffen und eigene Zugänge auf ihren Websites integrieren”, sagt Schmid. Finanziert hat die profitable Spin AG den Aufbau von freggers bisher ausschließlich mit Bordmitteln. Für die Internationalisierung suchen Schmid und Co. derzeit Investoren.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. MadMax

    3D ist hier sicherlich übertrieben. Da sist ganz normal 2D mit vorberechneten Grafiken :-)

    Trotzdem, nett schaut es aus, aber Habbo zu schlagen… Na ja…



  2. Martin

    Ich finde es sieht sehr stylisch aus. Dennoch hoffe ich, dass die Menschen (Nutzer) sich langsam auf die wichtigen Dinge besinnen. Das heißt, die Dinge im Internet erledigen, die sinnvoll sind, und nicht solche Lebenszeitdiebe, welche eine zweite Welt suggerieren und den Nutzer vom Leben im Real Life abhalten. Alle wundern und beschweren sich in Deutschland über das Bildungssystem. Ich auch, aber mit solchen “Innovationen”, welche dem Nutzer keinen wirklichen Mehrwert bietet, sondern eher schadet, da er nicht mehr gerade aus kommunizieren kann. Kurz: Hübsch gemacht, aber Schade für die Menschheit.

    Just my two cents!



  3. Martin

    Zusatz: Die Menschen sind nicht nur wegen dem passiv ausgerichteten Bildungssystem unausreichend befähigt, sondern gerade wegen der in den letzten Jahren entstandenen “schwachsinnigen” Internetwebseiten.

    Ob die Macher dieser Seite, ihren Kindern empfehlen dieses Angebot zu nutzen. Würde gerne eine Antwort der Macher hören.



  4. MadMax

    Die Macher werden natürlich sofort “ja” sagen. Ach kann die Welt schön sein, wenn man sie sich biegt :-D



  5. Maik

    @Martin: Ganz meine Meinung. Ich glaube auch, dass diese Blase irgendwann platzt und nur die Seiten mit Mehrwert auf lange Sicht überleben.



  6. Benedikt

    Die Suche nach dem Sinn habe ich mittlerweile aufgegeben…

  7. Die Frage nach dem Mehrwert oder gar dem Sinn von neuen Ideen ist sicherlich berechtigt. Für mich haben zum Beispiel Klingeltöne keinen Mehrwert, trotzdem ist es einen Riesenmarkt und ein Riesengeschäft. Und es gibt sicherlich hunderte Angebote, Dienstleistungen etc, die für mich keinen Mehrwert haben, trotzdem stellen sie für andere einen Mehrwert dar. Und vielleicht stellt die Möglichkeit sich mit anderen in einer bunten Welt zu unterhalten für andere Menschen auch einen Mehrwert dar. Man sollte solche Dinge nicht nur aus der eigenen Perspektive betrachten, sondern über den eigenen Tellerrand blicken.



  8. David

    Mehrwert? Die Menschen suchen immer neue Möglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben. Da ist für Bildung, Kultur und mehr keine Zeit mehr ;)

    Die Menscheit will unterhalten werden – Entertainment!

    Ich finde es immer wieder gut, wenn es “Unternehmern” gelingt Spaß und Bildung zu kombinieren.



  9. Martin

    Der Höhepunkt finde ich liegt in der Investitionslenkung von Unternehmen und Investoren. Unglaublich, in was Geld auch in den USA gesteckt. Wir haben beispielsweise ein fertiges Konzept im Internet erarbeitet, welches nicht diese Banalitäten (NN = NullNutzen) aufnimmt. Doch bei wirklich verändernden Konzepten, besonders, wenn nur der Businessplan, aber nicht die Beta-Version, vorliegt, ist die Finanzierung sehr schwer. Denn nur wenige Investoren, uns ist noch keiner begegnet, sind bereit in Konzepte zu investieren. Anstatt dessen wird fleißig weiter in Dinge wie thx4addingme, mikstar und Konsorten investiert.
    Schade, Deutschland. So verspreche ich D NIEMALS den Anschluss oder eine internationale Vorreiterrolle zu übernehmen. Und das Präkariat lässt spätestens in 20 Jahren seine Tränen tropfen, da große Internetfirmen aus Indien, China, Israel und Russland ihre Machtstellung im Internet verständlich ausnutzen. Dann wird es sehr schwer für “deutsche-startups”, übergaupt noch über “deutsche-startups” zu berichten, denn bei so viel Risikoaversion der Investoren wird dann noch weniger investiert. Der Grund dafür ist der dann gestiegende Kapitalbedarf.

    So long



  10. Benedikt

    @Martin
    Du sprichst mir aus der Seele…

  11. Ein wesentlicher Mehrwert eines Angebots wie freggers und habbo und cyworld ist, dass die Nutzer sichtbar erleben können, dass sie nicht alleine im Web unterwegs sind. Klingt platt, ist aber so. Das ist beispielsweise einer der beiden wichtigsten Gründe, warum Kino noch nicht tot ist. Die Menschen mögen es einfach, in Gesellschaft zu sein und in Gesellschaft zu konsumieren. Oder anders gesagt, warum geht ihr in die Kneipe, um Bier zu trinken?

    Das gilt für Erwachsene und für Jugendliche und auch für Kinder. Das ist imo ein glasklarer Nutzen für die User, die Gesellschaft der Peer Group zu ERLEBEN.

    @Alexander, vollkommen richtig, es gibt gut funktionierende Geschäftsmodelle, von sich auf andere zu schließen und diesen Diensten gleich “nutzlos” zu attestieren, ok, ist ne Meinung, bringt uns aber nicht weiter. Über den Tellerrand gucken ist halt nicht so einfach.



  12. Martin

    Hallo Christine, ich könnte fast wetten, du bist in eins dieser Projekte involviert. ;-)

    Erleben? Ja, richtig. Dieses Wort kommt von Leben, und zwar im Real Life. Da kann ich, wie du richtig sagst, Menschen sehen, mit Ihnen sprechen und so vieles mehr.

    Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, in denen ich Chats genutzt habe. Und dort waren circa 99,74% der Beiträge in der folgenden Form gestellt: “Ey, Alder, was willst du A****? Ver**** Dich, du mother* und so weiter. Sehr innovativ finde ich diesen Service nicht. Die Argumente dafür liegen auf der Hand. Ich kann bereits chatten, auch wenn dies fast immer Quatsch ist. Und ich kann bereits mich mit Leuten treffen und neue Leute kennenlernen, ja sogar mit anfassen. Also, wenn ihr es schafft, dass ich den anderen im Internet auch noch anfassen. lieben und mit ihm Kinder machen kann. Ja, dann ist das eine Innovation. Aber nicht so.
    Leute, geht mal wieder ins Reallife, da sind Menschen und da findet ihr die Leute, die ihr sucht. Aber, die heutige Jugend, ich bin nicht weit entfernt davon noch dazuzugehören, ist mit der Internetsucht und sinnlosem TV aufgewachsen und kann nicht zwischen wichtig und unwichtig, richtig und falsch, Freunde und Feind, Wahrheit und Lüge, etc. unterscheiden. Und dies nutzen Angebote wie unsinnige Webseiten aus.
    Ich könnte hier zig Seiten auflisten, die von der Dummheit, Unselbstst#ndigkeit und Unmündigkeit der Bürger (oftmals Kinder) profitieren. Ich finde dies verächtlich. Zum Glück sind diese Geschäftsmodelle nicht langfristig monetarisierbar, was meiner Meinung nach, nur einen kurzfristigen Erfolg für den Websitebetreiber bedeutet. Der Kapitalismus versucht hier ein wenig zu regeln – über kurz oder lang muss Nutzen her. Alles Gute!



  13. Martin

    ok, du scheinst von weblin zu sein. :-)



  14. MadMax

    @Martin

    Christine ist deswegen so “dafür”, weil Weblin desselben Ansatz verfolgt ;-)

    Übrigens, kennt noch einer den quasi Ur-Vorfahr “Cycosmos”? :-)

  15. Ja klar, wenn ich dagegen gewesen wäre, dann wär dafür die Begründung, dass weblin sich als Wettbewerber sieht und freggers deswegen nicht toll finden kann. Eigentlich ist es völlig egal, was man hier sagt. Ich lass es einfach in Zukunft. Schönes Leben noch.



  16. Observer

    wie putzig – und gleichzeitig unsouverän …

    schon irgendwie armselig, wenn man meint, sich vor irgendwelchen nerds (und als solche sehe ich die meisten DS-Leser, da es ein nischen-blog ist, machen wir uns nix vor) rechtfertigen zu müssen …

    würde eher an der monetarisierung von weblin arbeiten, applaus von der DS-Front bringt am Ende des Tages nämlich nix auf den Teller …

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  18. Joerg

    Noch mehr als kichern, furzen und rülpsen. Was kann das sein, mir fällt echt nichts ein. Ich mach übrigens morgen eine Party auf meiner Website, bringt was zu trinken mit. Und gute Laune. Könnt auch Leute mitbringen, aber nicht so viele, ich hab nur 50MB.



  19. Benedikt

    @Christine
    Ganz ehrlich: Wenn ich bei Weblin wäre, würde ich genauso argumentieren. Irgendwo schließt sich der Kreis des Unsinnigen… Meine Güte! Wer bitte nutzt Weblin? Da wären wir wieder bei der Debatte, warum viele Kinder und Jugendliche zu dick sind… Glücklicherweise werden hier die moralischen Aspekte nicht debattiert! *bewusst provokant*



  20. Cheater

    Hab mir Freggers auf der GDC in SF angeschaut. Super Sache, das wird Erfolg haben. Die Spin AG ist bislang auch komplett aus Eigenmitteln finanziert und hat eine lange Historie, insofern sehe ich keinen Grund für derart negative Kommentare hier.

    Die Zielgruppe sind ganz klar Jugendliche, und die werden durch Freggers angesprochen. Letztendlich entscheidet der User über den Erfolg, und nicht die “Experten” hier im Blog.

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  22. Niels12

    Wie auch immer.. diese neuen Freggers sehen total prollig aus..

    Der “Witz” ist dahin.. Schade drum… :-(

    Wir sind da weg… da überzeugen auch diese neuen “Features” nicht.



  23. markus

    naja freggers is jetz schon älter und ich sag es hat habbo um längen geschlagen auf gehts freggers habbo du must strafe schreiben *lach*

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