Wazap legt Bruchlandung hin

Schlechte Nachrichten aus Berlin. Die vielfach gelobte Spiele-Suchmaschine Wazap (www.wazap.com) ist mit ihrem Plan, die weltweit führende Suchmaschine für Gaming und Entertainment aufzubauen, gescheitert. Die Ableger in Deutschland, China und den USA wurden […]

Schlechte Nachrichten aus Berlin. Die vielfach gelobte Spiele-Suchmaschine Wazap (www.wazap.com) ist mit ihrem Plan, die weltweit führende Suchmaschine für Gaming und Entertainment aufzubauen, gescheitert. Die Ableger in Deutschland, China und den USA wurden bereits abgeschaltet. Wobei die deutsche Adresse wazap.de die Nutzer nun auf die Website Spieletipps.de weiterleitet. Einzig die japanische Wazap-Version bleibt weiter bestehen. In Japan nahm die Wazap-Geschichte vor vier Jahren ihren Anfang. Erst später exportierten die beiden Gründer Timo Meyer und Andreas Rührig das Konzept in ihre Heimat und andere Länder. Der deutsche Ableger ging 2006 an den Start, die US-Version sogar erst vor wenigen Monaten. Für die Expansionspläne, reichlich PR-Maßnahmen und viele Sponsoring-Geschichten hatte das deutsch-japanische Startup Geld auf der hohen Kante – rund 12 Millionen Dollar Risikokapital sammelten die Wazap-Macher ein – unter anderem von Partech und Wellington Partners.

Die Wazap-Gründer Meyer und Rührig weilen derzeit in den USA und sind deswegen nur schwer für eine Stellungnahme zu erreichen. Aus dem Umfeld des Unternehmens sind aber dennoch einige Hintergründe für den harten Einschnitt zu erfahren. So seien die Ableger in Deutschland und den USA weit hinter den Erwartungen geblieben. Um langfristig nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten und um das erfolgreiche Japan-Geschäft nicht zu gefährden, wurde letztendlich die Reißleine gezogen. Ein akuter Finanzengpass besteht aber offenbar nicht. In der Kasse von Wazap soll noch reichlich Geld vorhanden sein. Das Ende für den chinesischen Ableger überrascht viele Mitarbeiter, denn offensichtlich lief die Spiele-Suchmaschine dort recht gut. Nun hoffen einige auf eine Wiederbelebung durch die japanische Niederlassung. Die Pläne, weltweit die führende Suchmaschine zum Thema Spiele aufzubauen, – sozusagen ein Google für Games – verschwinden dagegen in der Schublade.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Klaro

    Wer so schlechte Suchresultate liefert, kann nicht überleben!

  2. gute idee schlecht umgesetzt…

  3. Krass. Dabei hatte man immer das Gefühl, bei denen läuft es gut. Wir hatten auch mal mit denen zutun und die Info war eigtl. “Bei uns läufts klasse!”



  4. Tim

    Du meinst nicht ernstaft, daß man Dir sagt, wenn es nicht so wäre, oder? Ich war vor kurzem auf einem Kongress, da hat auch jemand von Wazap reveriert, Motto dort “wir stellen pro Monat 30 neue Leute ein”… Spätestens da sollte man einfach nicht mehr zuhören.

    P.S. Dein Profil bringt firefox immer noch zum Absturz ;-)

  5. Eben die Startups sind alle im Fön-Modus …



  6. Roy

    hm…na besser sie reagieren als dass der Laden an die Wand läuft. So war es doch damals mit unserer schönen New Economy.

  7. Sehr, sehr schade – Wazap war ein vielversprechendes Startup und die schlechten Suchresultate kann ich nicht bestätigen, bei mir hat das Teil seinen Dienst zufriedenstellend erfüllt.

    Grüße

    Gleb



  8. Hunteer

    Weiß jemand, warum deren Seite auf http://www.spieletipps.de leitet? Haben die die Domain gekauft?

  9. Liebe Leute von Wazap,

    nicht verzagen! Hinterfragen…denn
    einen interessanten Einblick in Machtverhältnisse zwischen Venture Capital Finanzierern und Gründern bietet TheFunded.com, genauer der Mann hinter jener Website, auf der Start-Up CEOs sich seit Anfang 2006 über die mächt’gen Venture Capital Verwalter im Silicon Valley beklagen – – ein unerhörter Tabubruch…Carlye Adler von Wired berichtet über Adeo Ressi.
    Grüße
    Heidi2.0



  10. Breaker

    Schade, dass die Idee in US und Deustchland nicht ankam.



  11. Roy

    Die Asiaten sind einfach eine ganz andere Kultur. lebte dort 1 Jahr und verstehe bis heute nicht warum so mancher Hype dort entsteht. Finde es jedoch spannend, dass das Team es schaffte auf dem an sich doch weitaus schwereren Markt Japan Fuss zu fassen, jedoch nicht in D.

    Das ist durchaus bemerkenswert, wenn man sich die verhaltenen Erfolge von Ebay, Google und Co auf dem asiatischen Markt ansieht.

  12. Pingback: Bezüglich Wazap « Weblog über das Düsseldorfer Startup



  13. Peter Pan

    sooo viel kann die kasse nicht mehr hergeben, wenn bereits nach einem jahr die reissleine gezogen wird – anderseits würde ich mich dann fragen, wie man 12 millionen verschleudert. fragt sich also, ob nicht die investoren druck gemacht haben. naja – wenn das unternehmen in japan tatsächlich gut läuft, wünsche ich viel erfolg. vielleicht ist der deutsche markt einfach noch nicht reif dafür.



  14. Breaker

    @PeterPan
    Nirgendswo steht es, dass die ganze Euro 12 Millionen verschleudert wurden. Lese bitte den Text nochmal :-)



  15. Cheater

    Das Management von WAZAP in Deutschland war zu wenig business-orientiert. Da schmückte man sich lieber mit Vorstands-Titeln, anstelle mal hands-on ein Business aufzubauen. Wir haben gute Kooperationsvorschläge gemacht, und noch nicht mal ne Antwort bekommen. Da dachte ich mir schon, die scheinen es ja nicht nötig zu haben. Das Ende überrascht mich also nicht.



  16. Peter Pan

    @Breaker

    ich zähle nur 1 + 1 zusammen: da steht, dass sie insgesamt 12 millionen kapital eingesammelt … wenn sie in deutschland und USA nach nur rund einem jahr die reissleine ziehen mussten, scheint das entsprechend viel gekostet zu haben.



  17. Breaker

    @ Das Scheitern in US und D, könnte darin liegen, dass sich das Management keine tiefgreifende Gedanken über das Umsatzmodell gemacht hat. Sowie das aussieht, lag die “cash burn out rate” bei 100%.
    Und das geht natürlich nicht länger so weiter…



  18. Roy

    @ Breaker, genau davon habe ich vorhin auf meinem Blog geschrieben. Das Umsatzmodell ist im Zweifel nicht 1 zu 1 übertragbar.



  19. Breaker

    @Roy
    Ich glaube 200% daran, dass es ein bedarf für die Dienstleistung von WAZAP in US und D gibt. Das steht außer Frage. Das Schwierige dabei ist aber, wie man aus der Diensleitung Umsatz generieren kann. (Revenue Modell). Es hat im Falle von WAZAP wenig mit “localization of the platform” zu tun. Das Umsatzpotenzial von dem Geschäftsmodell ist einfach nicht so hoch, wie die Jungs geschätzt haben.

    Das Problem bei WAZAP ist m.E. die Tatsache, dass sie so viele Mitarbeiter haben als sie tatsächlich bräuchten, denn wenn ich mir das Unternehmen anschaue, ist es eher aufgebaut wie großes Unternhmen als ein Startup, z.B. Positionen wie Vorstandsassistin… (Gib WAZAP bei Xing ein)

    Sprich, die “monthly overload” war bestimmt verdammt hoch, ohne das irgendwelche nennenswerte Umsätze geamcht wurde.

    Hätte man das Unternehmen in US und D., wie ein Startup aufgestellt und wirklich die Mitarbeiter eingestellt, die man bräiuchte, hätten, die m.E. keinen Grund zum Rückzug vom US und amerikanischen Markt, denn der Online-Game Markt in US und D. wächst.

    Es würde mich nicht wundern, wenn neue Startups mit dem gleichen Geschäftsmodell in US und D. auftauchen würden und dass Ding binnen kurzer Zeit erfolgreich umsetzen.

    Übrigens, das Problem welches WAZA hat, erwarte ich ich bald bei der “Plazes AG”

  20. Um es noch mal deutlich zu sagen: Wazap betreibt in Japan eine sehr erfolgreiche Seite (http://www.wazap.jp). Allerdings wohl primär eine Community, keine Suchmaschine.

    Gescheitert ist in Deutschland und USA das Konzept der vertikalen Suchmaschine, also „Google für Gamer“. Die Aussage „tolles Konzept, aber Fehler bei der Umsetzung gemacht“ ist schnell getroffen, ich glaube aber das ist nicht richtig. Sicher war die Umsetzung nicht perfekt, aber welche Website ist das schon, und Wazap hatte zum Schluss schon sehr viele gute Ansätze und auch gute Technik im Hintergrund.

    Woran also lag es? Ich glaube das Konzept der vertikalen Suchmaschine funktioniert in einem solchen Markt nicht. Natürlich gibt es Spezialsuchmaschinen, die sehr erfolgreich sind – im Grunde ist ja jeder Preisvergleicher eine Spezialsuchmaschine für Produkte. Aber da geht es eben immer um eine spezielle Funktionalität, nicht um eine spezielle Zielgruppe. Ich könnte mir auch eine SM für spezielle Zielgruppen vorstellen, z.B. für Ärzte, die z.B. nur in wissenschaftlichen Studien sucht.

    Die Zielgruppe „Gamer“ ist aber viel zu nah am Mainstream. Und im Mainstream sind die normalen Suchmaschinen, sprich Google, ja besonders stark. Um also mit meinem Vertical nun den horizontalen Marktführer anzugreifen, müsste ich schon ganz sensationell bessere Kernfunktionen – sprich Suchergebnisse – liefern. Und auch dann könnte es gut passieren, dass es noch nicht reicht, um wirklich Massen von Nutzern zum Wechsel zu bewegen.

    Natürlich kann man nun sagen, „Kein Problem, man bietet halt noch Zusatznutzen an“. Aber was man sich auf Konzeptebene als tollen Zusatznutzen vorstellen kann und was dann vom Nutzer tatsächlich so wahrgenommen wird, das sind zwei Paar Schuhe. Oft kann man das einfach nur ausprobieren – und wenn man nichts findet was wirklich „einschlägt“, reicht die Attraktivität halt nicht aus, um dauerhaft erfolgreich zu sein.

    Letztlich lag meiner Meinung nach also ein konzeptionelles Problem vor – Google für Gamer klingt erstmal gut, hat aber beim zweiten Hinsehen das gleiche Problem wie „TV-Sender für Rothaarige“.

    Mit ähnlichen Problemen werden nach und nach auch viele andere verticals zu kämpfen haben – so in der Liga „facebook für Tierfreunde“ usw. Der horizontale Marktführer hat auf Dauer die stärkere Marke und zieht die Nutzer wieder ab, das Differenzieren ist einfacher gesagt als erfolgreich umgesetzt.

    Ich wünsche dem Team von Wazap alles Gute!

    Grüße,
    Matthias
    (http://www.spieletipps.de)



  21. Roy

    Danke MAtthias.

    Da lag ich ja doch richtig. Aus Erfahrung weiss ich, dass wir von immmensen Unterschieden im Nutzerverhalten z.b. zwischen D und Japan sprechen. Der Umsatz ist nur das Ergebnis von vielen Faktoren. Und einer stimmte nicht. Meiner Meinung nach sollte man nicht immer mit dem Finger auf das Unternehmen zeigen. Siehe o.g. Schwierigkeiten.

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  25. Thunderball

    Wow! Da habe sich aber die VC`s schön über den Tisch ziehen lassen. Wie kann man den 12 Millionen $ in nur 2 Jahren verbrennen? Da wird es bestimmt noch längere Gespräche geben zwischen den Gründen und den VC`s. Komisch finde ich es schon dass es keine offizielle Stellungnahme von Wazap gibt. http://www.boo.com lässt grüssen



  26. kicker

    Wer sind eigentlich die Wahren drei Gründer in Japan?



  27. Thunderball

    Wow! Da habe sich aber die VC`s schön über den Tisch ziehen lassen. Wie kann man den 12 Millionen $ in nur 2 Jahren verbrennen? Da wird es bestimmt noch längere Gespräche geben zwischen den Gründen und den VC`s. Komisch finde ich es schon dass es keine offizielle Stellungnahme von Wazap gibt.



  28. Cheater

    @24 Das muß nicht bedeuten, daß die ganzen 12 Mios verbrannt wurden. Ich denke mal, daß bei fehlenden Umsätzen schon lange vorher erkannt wurde, daß es keinen Zweck hat, auch noch das restliche Geld zu verpulvern. Wir wissen auch nicht, wo die VCs investiert haben. In Wazap D oder in die Muttergesellschaft Wazap Japan? Falls sie die Anteile in Japan halten, dann war es klug, die verbleibende Liquidität für den Ausbau des Japan-Geschäfts zu verwenden.

    Jedenfalls ist es ein herber Rückschlag für die Idee von “Spezialsuchmaschinen”.

  29. Wo die Investoren investiert haben ist bekannt: In die deutsche Wazap AG.

  30. Pingback: Startup-Barometer 1/2008 :: deutsche-startups.de

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