mymuesli ist das Startup des Jahres

Die Entscheidung ist gefallen: mymuesli (www.mymuesli.de) ist das Startup des Jahres. Das Ergebnis ist mehr als eindeutig: Elf der vierundzwanzig Jury-Mitglieder stimmten für das junge Passauer Unternehmen. Die Jury, bestehend aus Branchenexperten, Journalisten […]

Die Entscheidung ist gefallen: mymuesli (www.mymuesli.de) ist das Startup des Jahres. Das Ergebnis ist mehr als eindeutig: Elf der vierundzwanzig Jury-Mitglieder stimmten für das junge Passauer Unternehmen. Die Jury, bestehend aus Branchenexperten, Journalisten und engagierten Lesern, lobte besonders das “innovative Geschäftsmodell”, welches “schon Cashflow bringt und nicht von Werbung abhängig ist”, “die Chance, international erfolgreich zu werden” sowie die “besonders menschelnde Art des Kundenumgangs” der drei Gründer.

Ende April dieses Jahres ging mymuesli, Deutschlands erste Wunsch-Müsli-Fabrik, an den Start. Körner- und Cerealienfans können sich seitdem online ihr ganz persönliches Müsli zusammenstellen. Der Preis des jeweiligen Müslis richtet sich nach den Zutaten. Ein simples Fünf-Körner-Müsli kostet 3,90 Euro, ein Schokomüsli mit Feigen 4,25 Euro, ein Tropica-Müsli mit Mangostückchen, Aprikosen, Ananas, Gojibeeren, Sultana-Chocs und Macadamia-Nüssen hingegen 8,25 Euro. Insgesamt können die Nutzer aus mehreren Dutzend Zutaten wählen.

30 Teilzeitkräfte unterstützen die Gründer

Die Idee zum user-generated-Müsli kam dem Gründer-Trio Max Wittrock, Hubertus Bessau und Philipp Kraiss – so will es die Legende – während einer Autofahrt zu einem Badesee. Inzwischen schicken die drei tagtäglich viele kleine Müslirollen auf die Reise. Insgesamt haben die Müsli-Jungs in den vergangenen Monaten nach eigenen Angaben rund 15.000 Kunden ein- oder mehrmals mit Müsli versorgt. Hinzu kommen Firmenkunden, die Mitarbeiter und Kunden mit einem persönlichen Müsli verwöhnen möchten. Das erste Lager in der Passauer Innenstadt platzte schon bald aus allen Nähten – inzwischen sitzt die Wunsch-Müsli-Fabrik in einem Gewerbegebiet. In der Vorweihnachtszeit kümmern sich neben den drei Gründern 30 Teilzeitkräfte um die Mischung und den Versand der Müslis.

Bei der Verbreitung ihrer Idee setzen die passionierten Müsliesser von Anfang an auf Mund-zu-Mund-Propaganda – mit Erfolg. Schnell entdeckte die Blogossphäre mymuesli und berichtete fleißig drüber. Berichte in vielen etablierten Medien folgten. Der Erfolg kam so schnell, dass den mymuesli-Machern zeitweise sogar die Verpackungen ausgingen. Mehrere Wochen ruhte der Versand. Die Nutzer schreckte auch dieses Fiasko nicht, sie bestellten fleißig weiter. Finanziert haben Wittrock, Bessau und Kraiss ihre Idee zunächst aus eigener Tasche. Erst seit Ende September erhalten die Niederbayern Unterstützung von Lukasz Gadowski und Kolja Hebenstreit. Für ihre sympathische Idee ehrt deutsche-startups.de Wittrock, Bessau und Kraiss nun mit dem Titel Startup des Jahres.

Die Begründungen der Jury im Überblick

Gerne hätte ich die sehr erfolgreich gestarteten Netmoms oder Platinnetz gewählt, in die ich investiert habe und an die ich sehr glaube, aber aus Gründen der Unabhängigkeit heißt mein Startup des Jahres 2007 mymuesli. Die Idee des Teams ist außergewöhnlich. Das “build-to-order”-Prinzip auf die Mischung von Müslis zu übertragen ist bemerkenswert. Ich wünsche der Mannschaft viel Erlog für die Zukunft und freue mich in 2008 auf mehr solch unkonventionell denkende Gründer.
Oliver Samwer, European Founders Fund

Das innovative Geschäftsmodell spiegelt einen aktuellen Trend zum verstärkten “Customizing” bzw. zur “Individualisierung” von Produkten in und durch die Net Economy hervorragend wieder. Auch wenn die angestrebten elektronischen Skaleneffekte aufgrund der teilweise realen Prozesse rund um ein reales Produkt (Müsli) vielleicht nicht den Idealvorstellungen entsprechen, so ist der elektronische Kundennutzen (Selektion) klar erkennbar. Zudem wurde ein bereits bei Dell eingesetztes Konfigurationsmodell in den interessanten Bereich der Nahrungsmittel sehr kreativ übertragen. Die technische Umsetzung und Struktur ist gut und die Idee unterscheidet sich klar von den vielen sonstigen Startup-Ideen 2007.
Prof. Dr. Tobias Kollmann, Universität Duisburg-Essen

In Zeiten von Web 2.0 steht MyMuesli noch für das klassische Startup. Das Geschäftskonzept ist – im Gegensatz zu vielen anderen Web-2.0-Projekten – vor allem transparent. Das spiegelt sich auch auf der bedienerfreundlichen Website im ansprechenden Design wider. Auch ungeübte Online-Shopper finden sich mühelos zurecht. Ebenso wie in der Online-Werbung wird es künftig auch bei Internet-Angeboten um zielgruppen-individuelle Ansprachen gehen. Dieses Prinzip haben die drei Müsli-Macher verstanden: Jeder kennt das Problem abgepackter Müslis – irgendeine Zutat ist immer dabei, die man nicht so gerne mag. 75 Sorten aus biologischem Anbau oder Wildwuchs helfen, nicht nur den eigenen, individuellen Geschmack 100-prozentig zu treffen, sondern auch den aktuellen Biotrend zu bedienen. Nicht ohne Grund entstehen immer mehr Konsumenten-Plattformen für strategischen Konsum und nachhaltigen Lebensstil.
Yvonne Wodzak, New Business

Eine charmante Idee ohne direktes Vorbild in den USA. Ein belastbares Monetarisierungsmodell, das schon Cashflow bringt und nicht von Werbung abhängig ist, und ein schlagkräftiges Team, das Internationalisierung als Expansionsstrategie für den Premium-Nischenmarkt formuliert. Wenn die Gründer weiter entschlossen auf schnelles Wachstum setzen, traue ich dem Produkt “custom-mixed cereals” auch über den deutschsprachigen Raum hinaus Erfolg zu. Dabei bietet der logistische und bürokratische Aufwand (Lebensmittelrecht, EG-Öko-Verordnung) im Heimatmarkt als Eintrittsbarriere einen gewissen Schutz. Mit Playern in der
Nahrungsmittelindustrie und dem Handel sind für die Zukunft auch potentielle strategische Partner (und Exitoptionen) in Sicht.
Mischa Wetzel, Independent Venture Consultant

Deutschland ist Müsliland! Deshalb war es nur konsequent, innovativ und originell zugleich, einen Shop im Web 2.0 um ein so urdeutsches Produkt zu bauen. Mymuesli.de ist nicht nur ansprechend gestaltet und einfach in der Anwendung, sondern bietet den Nutzern vor allem einen echten Mehrwert: über 566 Billiarden verschiedene Müslivariationen – mit Nüssen, ohne Rosinen, mit Mangostückchen ohne weiteren Schnickschnack! Da ist zu relativ erschwinglichen Preisen für jeden was dabei. Außerdem bietet mymueli.de eine Menge Potenzial, nicht nur das Sortiment um weitere user-generated-Frühstücksprodukte zu erweitern, sondern hat – nach einem strategischen Markenaufbau – vor allem die Chance, international erfolgreich zu werden.
Christina Cassala, deutsche-startups.de

Mit ihrer Idee haben die drei Jungunternehmer ein für jeden greifbares Thema aufgegriffen und es geschafft, das neue Bewusstsein für die eigene Gesundheit und eine individuelle, ausgewogene Ernährung internet- und massenmarkttauglich aufzubereiten. Dabei legen die Gründer eine besonders menschelnde Art des Kundenumgangs an den Tag: Mit ehrlichen Blog-Einträgen wie „Dosen sind aus“ oder „der Server war gestern leider down“ hat wohl annähernd jeder Kunde den Müsli-Jungs mit einem verständlichen Schmunzeln auf den Lippen die anfänglichen Schwierigkeiten und Engpässe verziehen. Mich freut vor allem, dass die Idee “made in Germany” ist und ein großes Potential zur Internationalisierung aufweist.
Tilo Bonow, piabo

Müslis gibt\’s wie Sand am Meer, doch nicht jede Standard-Mischung macht glücklich. In diversen Bioläden kann man sich deswegen sein eigenes Müsli zusammenmischen. Doch die Auswahl ist meist begrenzt. Die Idee, das Wunschmüsli übers Internet zusammen zu stellen, ist so einfach wie genial. Doch bei mymuesli stimmt nicht nur die Idee, sondern auch die Umsetzung. Die Website ist ein Musterbeispiel für ein gelungenes Online-Einkaufserlebnis und die Verpackung des Müslis ist ebenfalls gelungen. Den sympathischen Gründern verzeiht man auch mal, wenn nicht alles auf Anhieb klappt – etwa wenn die Verpackungen ausgehen und der Müsli-Versand deswegen stockt.
Alexander Hüsing, deutsche-startups.de

“User generated Müsli” finde ich großartig, weil es Mainstream ist. Man braucht keine drei Sekunden, um seinem Gegenüber klar zu machen, worum es geht und der Mehrwert liegt auf der Hand. Der Webauftritt ist gelungen und ausbaufähig, der Service funktioniert. mymuesli versteht es wie kein anderes Startup in Deutschland die Brücke zwischen virtueller und realer Welt zu schlagen, das Ganze mit deutlich erkennbarem Mehrwert für den User, ohne unnötigen Schnickschnack, kalorienarm und herrlich sympathisch.
Marc Fuehnen, webvogel.org

mymüsli ist abwechslungsreich, vielfältig und neu. Mit wenigen Klicks stellt sich der Kunde seine individuelle Frühstücksmischung zusammen. Durch die Umsatzgenerierung ab der ersten Dose Müsli ist das Unternehmen fähig, ein organisches Wachstum zu vollziehen. Bei hoher Kundenzufriedenheit steht der erneuten Bestellung nichts im Wege – das sichert die Zukunft des Startups. Virales Marketing im Web-2.0-Umfeld bringt außerdem stetig neue Kunden – so stellt mymüsli sich den Anforderungen des Startups von Morgen.
Alexander Holst, 5mm

Bei diesem Startup stimmt für mich am meisten, das Produkt, die Innovation und der bisher messbare Erfolg. Einen zusätzlichen Pluspunkt bekommt mymüsli, weil es keine einfache Kopie eines erfolgreichen US-Unternehmens ist.
Martin Klook, Tripsbytips

Eine tolle Idee wird hier mit einem simplen und erfolgreichen Geschäftskonzept gepaart. Klasse!
Marco Ripanti, ekaabo

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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