Gastbeitrag von Stefanie Vogt Als Gründerin glücklich, selbständig und erfolgreich sein

Als Unternehmerin übernimmst du die Verantwortung für dein Leben und dein Unternehmen. Du siehst das "Große und Ganze" und besinnst dich auf deine Stärken. Versuch dabei kein Mann zu sein oder erfolgreicher als die toughe Geschäftsfrau, die du kennen gelernt hast. Gastbeitrag von Stefanie Vogt.
Als Gründerin glücklich, selbständig und erfolgreich sein

In diesem Artikel soll es darum gehen, warum nicht nur Gründerinnen sich von Rollenklischees verabschieden sollten. Denn die vielbemühten Geschlechterunterschiede sind gar nicht so groß, wie uns eingeredet wird. Und letztendlich strebt jeder Mensch egal welchen Geschlechts nach einem glücklichen und harmonischen Leben.

Verabschiedung von Rollenklischees

Männer sind härter und zeigen keine Gefühle. Frauen sind weicher und fangen bei Belastungen an zu weinen.

Frauen sind harmoniesüchtig, nur Männer können sich durchsetzen.

Diese und andere Rollenklischees sind fest in unseren Köpfen verankert und hindern uns an einer tatsächlichen Gleichberechtigung der Geschlechter. In früheren Zeiten mögen diese Unterschiede evolutionsbiologisch sinnvoll gewesen sein.

Doch wenn wir heute die unterschiedliche Erziehung – ob bewusst oder unbewusst – ausblenden, stellen wir fest, dass die oft propagierten Geschlechterunterschiede so gut wie nicht vorhanden sind.

Männer können besser einparken? Auch Frauen können bei gleicher Übung unfallfrei einparken – sie müssen es sich nur zutrauen.

Frauen können besser zuhören? Auch Männer können trainieren, bewusst und konzentriert zuzuhören – sie müssen es nur wollen.

Jeder Mensch kann – von körperlichen Einschränkungen abgesehen – alles erreichen. Wenn er oder sie nur will.

Die große Einschränkung: wir Frauen haben die Fähigkeit Kinder zu gebären und für eine gewissen Zeit zu ernähren. Männer nicht. Damit einher geht sicherlich eine hormonell bedingte naturgegebene Verbundenheit mit dem Nachwuchs. Es ist fraglich, ob das damit einhergehende Verantwortungsgefühl der Mutterrolle genetisch bedingt ist oder eher ein anerzogenes Geschlechterverhalten ist. Denn in der Natur gibt es durchaus genügend Beispiele, in der beide Elternteile oder der Vater die Aufzucht übernimmt.

Beides ändert nichts an der Tatsache, dass diese scheinbare Schwäche der Frau genauso in eine Stärke umgewandelt werden kann.

Du kümmerst dich immer wieder automatisch um andere? Sehr gut. Dann werden sich deine Kunden bestens betreut fühlen.

Du übernimmst sofort die Führung, wenn etwas unstrukturiert erscheint? Perfekte Voraussetzungen für die Leitung eines Unternehmens.

Du stehst gerne vor dem Spiegel und machst dich hübsch, bevor du in deinen Tag startest? Dann tut das auch als Gründerin weiterhin oder mach daraus ein Geschäftsmodell.

Wandle selbstbewusst deine scheinbaren Schwächen in Stärken um.

Bedenke dabei, dass auch dein Tag nur 24 Stunden hat. Daher sollte „Nein“ zu deinem Wortschatz gehören.

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Was ist für dich Erfolg?

Es wurmt dich, dass eine Frau für die gleiche Arbeit weniger Gehalt bekommt? Anstatt sich darüber zu ärgern, solltest du dir überlegen, warum dir dieses Geld wichtig ist. Fühlst du dich durch das geringere Gehalt weniger anerkannt oder wertgeschätzt? Aber ist diese Anerkennung für dich wirklich notwendig?

Erfolg ist zu allererst Einstellungssache. Jeder kann sich auf Erfolg programmieren. Doch um das zu erreichen, ist es wichtig, sich Gedanken zu machen, was für dich ganz persönlich Erfolg bedeutet.

Es wird viel darüber gesprochen, wie sich Frauen in der Männerwelt der erfolgreichen Geschäftsmänner als Unternehmerin durchsetzen können. Dafür sollen sie härter werden, sich auf den Mann in sich konzentrieren, sich fokussieren und möglichst alles Weibliche ablegen.

Dabei wird vergessen, dass jeder Mensch, egal ob Mann oder Frau, ein anderes Verständnis von Erfolg hat. Nicht für jeden bedeutet beruflicher Erfolg mit „Mein Haus, mein Geld, mein Auto“ auftrumpfen zu können. Und nicht jeder Selbständige möchte mit seinem Start-up ein börsennotiertes Multimilliarden-Unternehmen werden.

Gleichwohl Visionen wichtig für die Motivation sind, ist es notwendig, dass diese Visionen aus dir selbst kommen und nicht fremdbestimmt sind. Also setz dich hin und überlege, was für dich ganz persönlich Erfolg bedeutet. Ein eigenes Haus bauen können? Ein dickes Auto fahren können? Oder viel Zeit mit deinen Kindern zu verbringen? Viele Orte auf der Welt zu bereisen?

Dabei ist es egal, ob du ein Mann oder eine Frau bist. Bei diesen Überlegungen verwischen die Grenzen der Geschlechter.

Was will ich im Leben erreichen? Ziele setzen

Wenn du bei den Überlegungen angekommen bist, was Erfolg bedeutet, dann kommt fast zwangsläufig auch der Gedanke nach deinen Zielen im Leben auf.

Denn „Erfolg haben“ geht immer einher mit „Ziele erreichen“.

Ist es dein Ziel, ein börsennotiertes Multimillionen-Unternehmen leiten und durch die Welt jetten? Vielleicht stellst du an diesem Punk auch fest, dass du deine Zukunft eher ruhig und bescheiden vor dir siehst.

Dann sollte dein Ziel sein, dein Start-up für viel Geld zu verkaufen und von dem Erlös leben zu können. Auch ein Geschäftsmodell das schon mehrfach erfolgreich angewendet worden ist. Nur stehen vor dem Verkauf oftmals Jahre harter Arbeit.

Oder du steckst dir als Ziel ein nachhaltiges Business aufzubauen, mit dem du nie reich und berühmt wirst, dafür aber einen grünen Fußabdruck hinterlässt.

Egal welches Ziel du anstrebst, die ersten Jahre einer Selbständigkeit sind fast immer von mehr oder weniger viel Arbeit geprägt. Dabei solltest du dir immer wieder vor Augen führen, dass manch ein erfolgreiches Unternehmen nebenbei in einer Garage gegründet worden ist. Es muss also nicht immer die Investition von Hunderttausenden von Euro sein, die dein Start-up erfolgreich machen. Vielmehr ist es das klare Ziel und die dahinter liegende Vision, die dich erfolgreich machen.

Demzufolge kannst du auch als Gründerin mit einer Familie erfolgreich sein. Kinder und Karriere schließen sich nicht zwangsläufig aus. Vielleicht ist es als werdende oder junge Mutter schwierig ein Business aufzubauen, bei dem du jede Woche auf einem anderen Kontinent verbringen musst. Doch wenn du für dich als Erfolg die Vereinbarkeit deiner beruflichen Leidenschaft mit dem Familienleben festlegst, dann brauchst du keine regelmäßigen Businessflüge für ein selbstbewusstes Auftreten als Unternehmerin.

Überlege dir also vor dem Beginn deines Start-up, welche Ziele du verfolgst, die dich motivieren.

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Unternehmerin sein ist Einstellungssache

Egal welche Ziele du dir steckst und was Erfolg für dich bedeutet, es entscheidet sich in deinem Kopf, ob du Unternehmerin wirst.

Es gibt einen Unterschied zwischen dem bloßen selbständigen Arbeiten und dem unternehmerisch Tätig sein. Entweder arbeitest du, stellst Rechnungen und arbeitest weiter. Oder du hast einen ganzheitlichen Blick auf dein Unternehmen, deine Ziele und Visionen und auch deine soziale Verantwortung. Mit beidem kannst du Geld verdienen.

Doch nur als Unternehmerin übernimmst du die Verantwortung für dein Leben und dein Unternehmen. Du siehst das „Große und Ganze“ und besinnst dich auf deine Stärken.

Versuch dabei kein Mann zu sein oder erfolgreicher als die toughe Geschäftsfrau, die du kennen gelernt hast. Vorbilder sind wichtig, um motiviert zu sein und dir deine Ziele bewusst zu machen. Aber das wichtigste ist, dass du als Unternehmerin versuchst, jeden Tag die beste Version deiner selbst zu sein.

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Zur Person
Stefanie Vogt, Unternehmerin und Digitale Nomadin. Auf www.arbeiten-unterwegs.de, in Vorlesungen und bei Workshops gibt sie ihre Lebenswirklichkeit und Erfahrungen weiter. Vogt: “Das hilft anderen Menschen genauso wie mir und trägt damit zur persönlichen Weiterentwicklung bei. Mein Weg ist nicht dein Weg. Ich biete Hilfe zur Navigation in den Bereichen Veränderungsmanagement, Content und Social Media Marketing”.

Foto: Happy celebrating winning success woman from (Oben), chalkboard sign (Mitte) und Young thoughtful woman sitting in front of a ladder stairways (Unten) Shutterstock

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