Start-up-Spot Discavo erzürnt mit seinem TV-Spot die schwule Community

Ein TV-Spot von Discavo erregt die schwule Community. Im Werbefilmchen des Start-ups werden zwei Geschäftsleute für ein Pärchen gehalten. Der Slogan dazu: "Das falsche Hotel ist schnell gebucht, das richtige jetzt auch!". "Schenkelklopfer-Schock" nennt das LGBT-Portal Queer.de den Spot.
Discavo erzürnt mit seinem TV-Spot die schwule Community

Mit zwei Spots, die von der Hamburger Agentur Thjnk entworfen wurde, geht der neue Hotelpreisvergleich Discavo, der von Epic Companies angeschoben wurde, derzeit auf Nutzerfang. Der erste Spot (“Nur 35 Kilometer entfernt”) spielt mit einer Abschlepp- und Anmachszene in einer Bar. Im zweiten Spot (“Bon Appetito, ihr Süßen”) werden zwei Geschäftsleute für ein Pärchen gehalten. Der Slogan zu beiden Spots lautet: “Das falsche Hotel ist schnell gebucht, das richtige jetzt auch!”.

Beim zweiten Spot wird der Slogan leider deplatziert und erregt die schwule Community des Landes. “Eine der schlimmsten Erfahrungen für heterosexuelle Männer scheint es immer noch zu sein, einmal im Leben für schwul gehalten zu werden”, heißt es bei Queer.de. “Schenkelklopfer-Schock” nennt das LGBT-News-Portal das Werbefilmchen weiter. Süffisant merkt der Verfasser der Artikels zudem an: “Ein derart rustikales Gay-Hotel exisiert in ganz Deutschland nicht”.

Das Discavo-Team schreibt zum Thema bei YouTube: “Die von Euch angesprochene Homophobie im Spot war nie unsere Absicht. Hintergrund und Intention des Werbespots ist, dass zwei Geschäftsleute in einem Romantikhotel landen. Für diesen Zweck ist es also das falsche Hotel. Die Werbung würde auch funktionieren, wenn es sich um einen Mann und eine Frau oder zwei Frauen handeln würde, es wäre für den Anlass schlichtweg immer noch ein falsches Hotel. Denn: Business war gewünscht, bekommen hat man aber Romantik. Dennoch können wir nachvollziehen, dass sich einige von Euch durch den Clip beleidigt fühlen. Dafür entschuldigen wir uns aufrichtig!”

Weitere Start-up-TV-Werbung gibt es in unseren Start-up-Spots

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  • controlla

    Für sowas muss man sich jetzt also schon bei einer humorbefreiten Minderheit entschuldigen…

  • Lars

    Indem sich die schwule Community über sowas echauffiert, befördert sie sich selbst ins Abseits. Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass kein hetereosexueller Mann da irgendeine Form von Schwulenfeindlichkeit hinein interpretiert hätte, wenn es nicht durch die schwule Community selbst so dargestellt würde. Wenn man überhaupt in gesellschaftliche Gruppen unterteilen will (was ich affig finde, denn ob schwul oder nicht ist so ziemlich das egalste der Welt), dann sollte man sich als gesellschaftliche Gruppe auch über sich selbst und seine Klischees amüsieren können, anstatt sie immer als Angriff zu werten. Ich gehe davon aus, dass nur ein kleiner, humorloser Teil der Schwulen sich hier angegriffen fühlt.

  • Max

    “Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass kein hetereosexueller Mann da
    irgendeine Form von Schwulenfeindlichkeit hinein interpretiert hätte,”

    Dann wäre deine Hand jetzt verbrannt, denn ich als heterosexueller, weißer, privillegierter Mann habe diesen Spot als äußerst homophob empfunden und tue dies immer noch. Ich bin bestimmt nicht spaßbefreit, aber ich kann bei diesem und auch bei dem zweiten Spot mit der “Abschleppszene” in der Bar absolut keinen Humor erkennen.
    Bestenfalls hat die Agentur es geschafft, eine kognitive Dissonanz in Form von Unwohlsein beim Betrachter hervorzurufen. Nicht dass wir uns falsch verstehen, der Spot will das so.
    Und das ist auch der Grund, warum ich der scheinheiligen Agentur kein Wort glaube von dem “… Homophobie im Spot war nie unsere Absicht”
    Der Spot spielt gezielt mit den Ressentiments der Heteros.
    Und in einer Branche, wo 1 Sekunde Airtime auf Pro7 zur Primetime an die 5.000€ kostet, soll das nicht gewollt gewesen sein?
    Naiv.
    Äußerst naiv, wer sowas glaubt.

  • Fred

    Na tauschen wir mal die Gaeste aus…..keine Schwulen ..dafuer Schwarze oder Juden oder Roma ..und dann die Reaktion der beiden…….

    klingelts jetzt ..oder kapiert ihr es immer noch nicht…..

  • Zoli

    Und jetzt reden alle über ein 08/15 Hotelvergleichsportal. Ich denke, die Agentur hat doch alles richtig gemacht.

  • Marc

    Ich bin schwul und finde den Spot lustig.. wer nicht über sich selber lachen kann, ist ein armes Geschöpf..

    Ähnlich wie so manch Emanze, wissen auch so manch Schwule nicht, wie sehr sie übertreiben und wo das Ende ist.

  • http://wwwilli.blogspot.com Schrulliges Etwas

    Mal ernsthaft. Hat schon mal jemand mitbekommen das sich ein Mann aufregt wenn im Fernsehn eine Werbung läuft in der, ich sage es nun vorsätzlich zynisch, not geile, sex süchtige, in die Jahre gekommene und geistig minderbemittelte (Blondinen Klischee) Frauen einem halb nackten Mann hinterher lechzen, ihn zum Sexobjekt degradieren Ihn hintergehen und betrügen, seine wertvolle Zeit stehlen und seinen an einer ausgetrunkenen Cola-Dose haftenden Schweis ablecken? (Übrigens ein recht abstoßender Gedanke) Ich denke dann sollten sich auch alle über Coca-Cola Light echauffieren! Ich als Mann möchte nun Kund tun das ich mich diffamiert, beleidigt, herabgesetzt und übervorteilt fühle, wenn ich lediglich auf meinen Körper reduziert werde! Auch finde ich es nicht gut das Männer die nicht diesem künstlichen Schönheitsideal entsprechen den Eindruck vermittelt bekommen, sie seien minderwertiger als jene die braun gebrant, wohl definiert und übertrainiert daherkommen. Ebenso kann ich nicht gut heißen, daß Männer die den eben genannten Atributen entsprechen, lediglich auf Ihr Geschlecht und den Eindruck des absoluten Hengstes der kein Hirn hat degradiert werden! Ich sage: “Männer aller Länder, vereinigt euch gegen den bösen Feind Coca-Cola. Hindert diese niederträchtige Firma an der Verbreitung von Klischees und kauft nur noch PEPSI!”

    Kaum einer… – …keiner Würde sich in der Weise wie ich es nun dar gestellt habe darüber aus lassen. Wobei?!? Vielleicht ja jetzt, nachdem ich den Stein des Anstoßes gegeben habe und die Idee des diskriminierten Mannes in die Köpfe all der Protestler, Nörgler, Besserwisser, Rechthaber, Widerständler, Rebellen, Neinsager, Andersdenkender, Querdenker, Gegner, Abweichler, Dissidenten, Opponenten, Anti-Konformisten gepflanzt habe, damit eben jenen nicht langweilig wird und Sie bloß, ob nun Mann oder Frau, homo- oder heterosexuell sich nicht mit den wirklich wichtigen Themen in der Welt auseinander setzten müssen. Denn warum die Welt gemeinsam ein wenig voran bringen, wenn es doch sooo viel Nichtiges gibt über das es zu allererst zu diskutieren, kommentieren, konferieren gibt. Nicht wahr?!?

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