Gruner + Jahr legt 100 Millionen Euro für Akquisitionen bereit

Nicht nur Medienhäuser wie Burda oder Springer suchen ihr Heil in der digitalen Welt – auch das Verlagshaus Gruner + Jahr (Art, Geo, Neon) plant nun endlich den Großangriff in Sachen Digitalwelt. Nach […]
Gruner + Jahr legt 100 Millionen Euro für Akquisitionen bereit

Nicht nur Medienhäuser wie Burda oder Springer suchen ihr Heil in der digitalen Welt – auch das Verlagshaus Gruner + Jahr (Art, Geo, Neon) plant nun endlich den Großangriff in Sachen Digitalwelt. Nach einem Bericht des “Hamburger Abendblatt” will G J-Digitalchefs Stan Sugarman den Digitalumsatz des Verlags in den kommenden Jahren auf 200 Millionen Euro steigern. “Helfen sollen dabei Akquisitionen im Wert von bis zu 100 Millionen Euro”, schreibt das Blatt. Das Verlagshaus interessiert sich im Gegensatz zu Burda aber nicht für Vermarktungsportale und E-Commerce-Anbieter, sondern setzt weiter auf “inhaltliche Angebote”. Trotzdem könnte sich so ein neuer Exitkanal für Start-ups ergeben.

Zumal “inhaltliche Angebote” bei Gruner + Jahr nicht auf Online-Magazine zu bestehenden Printprodukten beschränkt sein müssen. Immerhin ist das Medienhaus auch an der Elternplattform Urbia.de (www.urbia.de), dem Rezeptdienst chefkoch.de (www.chefkoch.de), dem Online-Coach xx-well.com (www.xx-well.com) und der Jugendplattform eplus.pl (www.epuls.pl) beteiligt. Alle Dienste übernahm Gruner + Jahr in den vergangenen Jahren. Und auch den Performance-Marketing-Anbieter Ligatus (www.ligatus.de) übernahm das Medienhaus vor einigen Jahren. Allein für diese Übername nahm Gruner + Jahr 2008 18,75 Millionen Euro in die Hand. Da erscheinen die 100 Millionen, die jetzt für Akquisitionen ausgegeben werden sollen, fast schon klein. Immerhin legte Springer in der Vergangenheit zwischen 20 und 40 Millionen Euro für einzelne Übernahmen in Deutschland hin, ab und an sogar deutlich mehr.

In der Vergangenheit machte Gruner + Jahr auch nicht immer einen Bogen um E-Commerce, immerhin war das Verlagshaus auch schon einmal an der Shopping-Community BuyVip (www.buyvip.com) beteiligt. Im Grunde rächt sich bei Gruner + Jahr noch immer, dass das Medienhaus in der Bubblezeit auf Konzepte wie den Computer Channel, Travelchannel und Business Channel setzte und sich daran die Finger verbrannte bzw. nicht genug Phantasie besaß, wie der Markt sich entwickeln könnte. Noch immer muss Gruner + Jahr diese Defizite nachholen und versucht es nun über Akquisitionen. 100 Millionen Euro ist dafür schon einmal ein guter Anfang.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Manu Geitner

    G+J sollte sich überlegen ob sie dadurch über die neuen Akquisitionen Gewinn machen wollen oder diese eher durch Reichweite nutzen wollen um über ihre klassichen Produkte neue Quellen anzuzapfen.

  2. G+J und Online/Web/Mobile: zwei nicht kompatible Welten treffen Am Baumwall aufeinander. Wenn ich Zeit hätte würde ich mal ein Buch schreiben über “G+J trifft startup – versenkt 500.000 und sagt – passt doch …”. Vorsicht!

  3. Pingback: Die Woche im Rückblick: Amorelie, RegioHelden, Springer Plug and Play :: deutsche-startups.de

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