5 Millionen vor dem Start: Bonner Start-up doo sammelt Kapital ein

Aufmerksame Leserinnen und Leser von deutsche-startups.de kennen doo (www.doo.net) bereits aus unserem Start-up-Radar, einer Übersicht mit Start-ups, die demnächst an den Start gehen. Das Start-up von Frank Thelen, Marc Sieberger und Alex Koch […]
5 Millionen vor dem Start: Bonner Start-up doo sammelt Kapital ein

Aufmerksame Leserinnen und Leser von deutsche-startups.de kennen doo (www.doo.net) bereits aus unserem Start-up-Radar, einer Übersicht mit Start-ups, die demnächst an den Start gehen. Das Start-up von Frank Thelen, Marc Sieberger und Alex Koch tritt an, um “unseren täglichen Umgang mit Papier zu revolutionieren”. Die Cloud-Lösung, die künftig auf allen denkbaren Plattformen funktionieren soll, richtet sich an Endkunden und kleinere Unternehmen. Zitat: “With doo all your documents are centralized in one place, digital, easy-to-use, secure, organized and always accessible”. Für Januar des kommenden Jahres plant die Jungfirma aus Bonn den Start einer geschlossenen Beta-Version. Schon vor dem Start sammelt doo nun 6,8 Millionen Dollar, umgerechnet rund 5 Millionen Euro, ein.

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Die stattliche Seed-Finanzierung stammt von DuMont Venture, der Beteiligungsfirma des Kölner Traditionsverlages M. DuMont Schauberg, Xing-Gründer und HackFwd-Macher Lars Hinrichs sowie Hermann Simon (Simon-Kucher & Partners). “We rarely see disruptive software innovation in Europe with the potential to become a major global player. We are thrilled to work with the founders to create a revolutionary and beautiful product that we will use daily in our personal and professional lives”, sagt Jörg Binnenbrücker vom Lead-Investor DuMont Venture. Mit-Investor Hinrichs ergänzt: ”I love to see software innovation in Europe and I strongly believe in the management team and their vision of a great consumer software for document management – and, after all, I need the product for myself!”.

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Viel verbale und monetäre Vorschusslorbeeren für ein Start-up, dass noch nicht einmal offiziell gestartet ist. Das optische Erscheinungsbild und die bisher wenigen verfügbaren Screenshots der doo-Anwendung machen jedoch in der Tat bereits einen guten Eindruck. Das Ganze erinnert dabei ein wenig an 6wunderkinder (www.6wunderkinder.com). Kein Wunder: Die doo-Macher Thelen und Sieberger investierten bereits Ende 2010 in das Berliner Wunder-Start-up. Weitere App-Erfahrung sammelte das Duo als Investor bei myTaxi (www.mytaxi.net). Man darf somit zurecht großes erwarten, wenn die Anschubser von zwei der populärsten deutschen App-Start-ups etwas eigenes auf die Beine stellen.

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“It all started with an ongoing and annoying situation in my personal and business life: I was struggling with receipts, contracts, invoices and other documents on a daily basis. They were scattered all over the place. I was wasting so much time on finding, managing and archiving documents. Often I simply lost them. I spent years thinking about the right product”, sagt Thelen. Mitgründer Sieberger ergänzt: “The necessary technologies and the legal framework are in place. In addition, the high Internet- and smart device penetration rates ensure that a large number of consumers and small businesses will benefit from handling their paperwork digitally, which in turn enables also mid- to large sized businesses to achieve significant cost savings and improve communication by shifting from paper-based to digital using doo.”. Man darf gespannt sein, ob das papierlose Büro mit doo endlich Realität wird. Mit Pactas scheiterte erst kürzlich ein Start-up, das sich um elektronische Rechnungen kümmerte. Zu guter Letzt arbeitet auch doctape.com (www.doctape.com) am papierlosen Büro.

Im Fokus: Alle Finanzspritzen und Exits in der Internetbranche gibt es in unserem Deal-Monitor

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  1. Ich habe immer noch keine Vorstellung, wie man mir plausibel und schmackhaft machen will, Rechnungen, Verträge, wichtige Dokumente, evtl. auch Vertauliches/Persönliches irgendwo in eine Cloud (ööhm, auf einen doofen Server irgendwo auf der Welt) zu pumpen? Sowas klappt in der Theorie, sowas ist der feuchte Traum eines derjenigen Menschen, die immer noch glauben, Cloud sei das Produkt der nächsten 10 Jahre.

    Dennoch viel Glück :) – ich vertrete ja auch den Ansatz: “Wer nichts versucht, kann nicht auf die Schauze fallen. Oder aber auch keinen Erfolg haben.”

  2. ich freue mich drauf und bin sehr gespannt

  3. Wenn ich doo.net anschauen will stürzt mein Chrome Browser ab… sonst klingt das ganz spannend. Auch weil ich gerade den Papierkorb mit zwei Ordnern Nun-Altpapier aus dem Büro gefüllt habe.

  4. Hhhmm. Schließe mich dem Kommentar von @Sven an. Zumal es so einen (also mind. einen) Dienst schon gibt.
    Was mich aber am meisten stört, ist die Unsitte als deutsches Unternehmen, mit Sitz in Deutschland, die komplette Homepage nur in englischer Sprache anzubieten!
    Hallo!? Will man keine deuschen Kunden?
    Oder nur die, die der englischen Sprache mächtig sind? Oder liegt es am VC-Geber?
    Fragen über Fragen.
    Für mich jedenfalls ein Grund dieser Firma mein Vertrauen (u. Geld) nicht zu geben.
    Ich glaube hier wird die Globalisierung irgendwie missverstanden. Was kommt dann als nächstes. Vielleicht chinesisch?



  5. Andreas

    Ich sehe es wie Sven, und geb mal eine Prognose ab: Das wird nix. Was mit Dokumente in der Cloud find ich ja gar nicht so schlecht, aber hier ist schon das drumherum so komisch:

    Man sieht so gut nix und das was man sieht könnte auch die Steuerung einer Waschmaschine werden.

    Die Leute feiern sich schon jetzt kräftig selber, als ob Ihnen schon der große Wurf gelungen wäre.

    Ist er aber nicht…….



  6. Martin

    Endlich ein deutsches Dropbox. Ich hoffe, die betrieben die Server in einem deutschen Rechenzentrum – das wäre mal ein gute Alternative.



  7. Clemens

    Schon früher gestartet, aber leider viel weniger Aufmerksamkeit: http://www.fileee.de



  8. Thomas

    Wieso nicht einfach seine Dokumente im dropbox Ordner speichern oder per Mozy backupen?

    Wo ist hier der Unterschied?



  9. Stefan

    Glückwunsch und weiter so! :)

  10. Eine Innovation ist das nicht gerade, denn schon vor 20 Jahren wurde vom papierlosen Büro gefaselt.
    Es gibt auch reichlich Firmen, die dasselbe machen (z.B. smarchive.de).

    Die Idee selber finde ich super, wobei ich natürlich keine Daten ohne Not einer fremden Firma anvertrauen würde.



  11. Michael

    Wo ist der Unterschied zu Dropbox oder anderen Cloud-Diensten. Das Argument “Sync und es ist auf allen Rechnern vorhanden” ist wirklich nichts neues mehr. Das macht jeder Cloud-Dienst.

  12. Zwei Buchstaben, warum doo vielleicht doch Erfolgt haben wird: UI

    Drei Buchstaben, warum es echt Lacher geben wird im internationalen Kontext: DOO

    (siehe http://en.wiktionary.org/wiki/feces)



  13. SimonF

    Es ist eine beachtliche Leistung, für diese Idee 5 Millionen einzusammeln. Gratulation.

  14. Gerade noch einen Hinweis auf doctape.com ergänzt. Die hatte ich ganz verdrängt. Arbeiten auch am papierlosen Büro.



  15. David

    Wow, sehr schick! Aber was ist eigentlich mit Salesforce “do.com”? Gibt es da keine rechtlichen Schwierigkeiten wegen Namensähnlichkeit?

  16. Alter Wein in neuen Schläuchen ohne sichtbare Innovation – So sehe ich das aktuell. Wenn ich mich irre, sei es diesem Start-Up gegönnt.

    Sind wir alle zu cool für deutsch? Oder andersherum, ist deutsch uncool?
    Kann ich davon ausgehen, daß alle Telefongespräche und Mails entsprechend auch auf Englisch abgewickelt werden?
    Bei 5 Millionen hätte man sicher auch eine zweisprachige Website aufsetzen können, denke ich.
    Ziemlich uncool… ;-)

  17. Wie sieht den die rechtliche Seite aus?
    Wenn alle Daten von mir von einem Dritten verwaltet werden und dieser Dritte dann die Daten “verliert”. Kann ich ihn in Regress nehmen, wobei was nützt mir am Ende des Tages ein Regress? Ein Kollege hat ein OLG Urteil erhalten, dass schon sehr verwunderlich war. Frei nach dem Motto, die Daten müssen sie schon auch paralell selber sichern.

    Das bedeutet ich muss paralell alle Daten ebenfalls vorhalten. Wenn ich das sowieso machen muss, dann übernehme ich lieber gleich die volle Kontrolle über die Daten und stelle die nicht auf irgendeinen Server den “Dritte” verwalten. Mag ja vielleicht etwas altmodisch sein, aber man verwaltet ja nicht nur eigene Daten sondern auch Daten Dritter.

  18. Die Wunderkinder und Doo sind sicher eindrucksvolle Startups mit Venture Capital, von denen unser Startup nur träumen kann. Allerdings habe ich im Bereich “Dokumentenmanagement” (ich würde es lieber als Social Workplace bezeichnen) sehr viel Erfahrungen gemacht – vor allem die, das die Cloud für Unternehmen derzeit einfach nicht “sexy” (sicher) ist. Daher setzen wir mit amagno auf eine Doppelstrategie, mit sich Nutzer und Unternehmen wahlweise die Datenspeicherung in der Cloud oder im Internet aussuchen können. Die “Dropbox” reicht den Belangen einer “rechtskonformen” Archivierung übrigens nicht aus. Deswegen müssen Lösungen, wie Doo oder amagno deutlich mehr Funktionen anbieten und dies in einer extrem einfachen Oberfläche verpacken. Wir sind zumindest schon am Start. JETZT verfügbar und kostenlos einsetzbar. Ohne Millionen Startbudget. Darauf sind wir Stolz und unsere Tausende User auch. Grüße aus Oldenburg – Die “amagno-ianer” :)

  19. Ich meinte natürlich “Cloud oder im Intranet” ;)

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  22. @Jens: “Die Wunderkinder und Doo sind sicher eindrucksvolle Startups mit Venture Capital”

    Falsch. Startups mit eindrucksvollem Venture Capital.

    Und Geldverbrenner. Hauptsache hinterher weint keiner.

    Und zum Thema doo – AWS als Persistenz. Ein Glück, dass sie noch nicht online waren, sonst hätten sie das erste availability fail schon hinter sich, bei dem Desaster, was AWS schon durch hat.

    Just my 2 cents,
    Sven

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  26. @Sven: Deine Formulierung bezüglich VC ist treffender :)
    Der Datenausfall und Nicht-Verfügbarkeit von AWS steigert nicht gerade das Vertrauen in die Cloud bei Unternehmenskunden. Das kann mit Pech auch einem Azure (unsere Plattform für Cloud) oder Google passieren. Das Vertrauen müssen diese Plattformen für Unternehmen noch langfristig aufbauen. Ich glaube, dass sich Cloud mit der neuen “Social” Mitarbeitergeneration in den nächsten 10 Jahren vollständig etablieren wird, weil es im Privatbereich schon angekommen ist (das sehe ich an der Akzeptanz unserer Cloud Lösung). Trotzdem muss man im DMS/ECM Sektor für 90% der Unternehmen (wenn dies überhaupt die Zielgruppe ist) noch eine lokale Lösung anbieten. Deswegen finde ich es verwunderlich, dass die genannten Anbieter scheinbar keine Doppelstrategie fahren. Und dann auch noch alles “for free” :) Welcher Mensch glaubt denn ernsthaft, dass ein VC Millionen in eine “kostenfreie” Lösung investiert? Ich bin sehr gespannt, wie das Geschäftsmodell aussieht. Es MUSS kostenpflichtige Mehrwertdienste geben. Wir machen daraus wenigstens kein Geheimniss. Einen Hammer finde ich allerdings die ganzen hochgehypten “Produkte”, von denen seit langer Zeit nur eine Web-Seite mit einer “Beta-Anmeldung” zu sehen ist. Mal schauen, ob so ein kleines gallisches Dörfchen, wie unser amagno, auch ohne Millionenkapital erfolgreich wird. Wir haben unseren VC’s zumindest keine 10 Mio in 3 Jahren versprochen – und deswegen auch keinen VC erhalten. Mal gucken, ob eine Gründung mit ehrlicher Substanz noch etwas in diesem Markt Wert ist. Und wenn meine Aussagen jetzt etwas nach Neid kleinen: Ok! :)

  27. Jens, bei mir fliessen jetzt die Tränen…



  28. DB Vorstand

    Glückwunsch Jens, so selbstgerecht sind nicht viele…

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