Wo es um hochwertige Angebote geht, wird es oft exklusiv. So nun auch mit loftville (www.loftville.com) im Immobilienbereich. Der geschlossene “Marktplatz für urbane Top-Immobilien” startet in Kürze und bietet Interessenten die “begehrtesten Wohnungen und Häuser” in städtischer Lage an. Das Angebot umfasst auch exklusive Objekte, die nicht am offenen Markt gehandelt werden. Gründer sind die ehemaligen Xing-Mitarbeiter Johannes Haus und Sönke Martens. Mietern winken bei loftville ausgesuchte Objekte in beliebten Großstadtvierteln, die ansonsten oftmals unter der Hand vergeben werden oder einen Besucheransturm bei Besichtigungsterminen verursachen. Wohnungs-Anbietern erleichtert die geschlossene Community die Suche nach “qualifizierten und damit passenden Mietern”.
Vermieter können sich entscheiden, ob sie ihr Exposé an ausgewählte Menschen im Bekanntenkreis (zum Beispiel über Facebook und Twitter) oder an die loftville-Community verschicken. Mit der Gestaltung der Plattform wird das Hamburger Team seinem Wunsch nach Hochwertigkeit jedenfalls gerecht: Die Angebotsseiten sind ansprechend und übersichtlich gestaltet. Auf einem Map-Ausschnitt, den man nicht extra aufrufen muss, ist die genaue Lage des Objektes gekennzeichnet. Eine Begriffswolke fasst die speziellen Vorzüge – zum Beispiel “am Wasser” oder “Erstbezug” – auf einen Blick zusammen.

In wenigen Tagen geht es mit der kostenlosen Invite-only-Betaphase los, allerdings nur in ausgewählten Städten. Später kommt auf die Mitglieder eine kostenpflichtige Mitgliedschaft zu (zumindest wenn man die Plattform uneingeschränkt nutzen will). Was den Aufbau eines Netzwerkes angeht bringen die beiden Gründer und Geschäftsführer Johannes Haus und Sönke Martens reichlich Know-how mit: Bevor sie im August 2010 mit loftville starteten, waren sie beim Business Netzwerk Xing als Director Core Product bzw. Director Corporate Development tätig. Mit ihrem Start-up erweitern sie nun den Online-Immobilienmarkt um einen hochwertigen, exklusiven Bereich – ähnlich wie Experteer (www.experteer.de) im Jobsegment oder ElitePartner (www.elitepartner.de) bei der Partnervermittlung. Im Hintergrund stehen bisher ungenannte Business-Angels, die Investorengelder fließen lassen.

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Kommentare
Das Design sieht zumindest sehr nett und ansprechend aus, aber ob sich das durchsetzt bin ich echt gespannt. Immobilienseiten gibt es ja nun schon ein paar und man kann nicht wirklich sagen, dass die klein sind. Aber abwarten, normalerweise kümmern sich Makler um derartige Immobilien.
Kommentar von Thorsten 13. April 2011 @ 08:57Die Seite sieht ganz gut aus, aber ich schließe mich Thorsten an.
Kommentar von Johannes 13. April 2011 @ 10:42Der Markt ist doch vollkommen gesättigt und überlaufen, und warum sollte ich bisher nicht öffentlich angebotene Immobilien mit einem Male öffentlich bei loftville präsentieren? Letztendlich ist das ja öffentlich, auch wenn man angeblich geschlossen ist (vgl. die Mitgliedschaften von Shoppingclubs).
Und eine Immobilie kauft man ja nun nicht mehrmals im Jahr, sondern in der Regel nur ein bis paarmal im Leben, ansonsten ist man als gewerblich einzustufen und damit Makler.
Insofern glaube ich, dass loftville ein ziemliches Retention-Problem haben wird – einmal dort reinzuschauen ist sicherlich interessant, aber wenn ich meine Immobilie gefunden habe, melde ich mich da doch sofort wieder ab (zumindest wenn es was kostet).
Wenn ich in Hamburg eine Top-Immobilie haben will, dann rufe ich bei Engel & Völker, Meissner & Co. usw. an und lass mir kostenlos sämtliches Infomaterial zukommen.
Ansonsten sehe ich auch noch, dass loftville ein Zielgruppen-Problem hat:
Gerade die etwas vermögenderen Kunden, für die Top-Immobilien in der Regel in Frage kommt, gehören ja nun einmal nicht zur jungen immer online sich befindenden Facebook-Gruppe.
Vielen Dank für den ersten Beitrag über loftville! Schön, dass wir mit unserem Startup „loftville“ jetzt langsam „aus der Garage“ kommen können.
Nur zur Aufklärung: Wir richten uns nicht an die „Oberen 10.000“, die sich bei Engel & Völkers nach Luxusvillen umschauen. Wir wollen vielmehr in all den städtischen Regionen unterwegs sein, in denen die Nachfrage viel zu groß ist und in denen der offene Markt versagt. Das Ganze machen wir zunächst ausschließlich für Mietobjekte, nicht für Kauf.
@Thorsten und Johannes – Vielen Dank für Eure Kommentare! Wir sammeln aus den verschiedensten Quellen die besten Angebote und machen sie in der geschlossenen Community sichtbar. Viele Wohnungen werden heute gezielt am offenen Markt vorbei vergeben, und da setzen wir an: Anbietern, die bei uns Wohnungen einstellen, bieten wir eine direkte Kontrolle Ihrer Reichweite – sie können ein Exposé erstellen und z.B. zunächst nur via Facebook, Email-Listen oder ähnliche Kanäle verbreiten – oder eben auf dem geschlossenen Marktplatz. Das ist für Vermieter, Verwalter, Vormieter und Makler gleichermaßen interessant, die für eine spannende Wohnung gezielt nicht nach irgendeinem, sondern dem richtigen Mieter suchen und nicht vom offenen Markt „überrannt“ werden wollen.
Kommentar von Johannes Haus 13. April 2011 @ 12:38@Johannes Haus:
Kommentar von Johannes 13. April 2011 @ 16:09Zunächst einmal folgende Frage:
Wenn ich mir da als Beispiel Hamburg anschaue, dann habe ich doch bei jeder halbwegs vernünftigen Wohnungsvergabe eine Auswahl von mehr als 30 solventen Mietern, die sich bei den Wohnungsbesichtigungsterminen die Hand reichen.
In welchen Fällen versagt denn der offene Markt, wenn ich eine Wohnung vergeben will? Ist das nicht alleine bei z.B. einem zu hohen Preis der Fall?
Und glaubst Du ernsthaft daran, dass man dann den richtigen Mieter bei Facebook findet, der diesen Preis mitgehen will?
Ich habe den Eindruck hier wurde mal wieder ein Konzept am Kunde und Markt vorbeientwickelt, wie Johannes schon ganz richtig angemerkt hat.
Vorstellen könnte ich mir allerdings, dass man eine Art Screening Funktion mit einbaut (so ala mietercheck.de) mit einer Schufaanbindung, um schwarze Schafe und Mietnomaden auszusortieren und nur solvente Mieter in das Netzwerk reinlässt. Gibt dann aber evtl. Probleme mit dem Datenschutz.
Wenn ich mir so anschaue was die großen Immobilienportal an Werbung machen (TV, Plakatwände etc.) – bin ich mal gespannt wie loftville hier mithalten möchte, zumal das Konzept an sich nichts wirklich neues bietet.
Kommentar von Martin Wielander 13. April 2011 @ 17:11Die Gründer suchen wahrscheinlich gerade selbst nach einer Wohnung und wollen die lästige Konkurrenz aussperren. Ansonsten finde ich die Begründung mit dem Marktversagen lustig. Macht einfach keinen Sinn, sorry.
Kommentar von das orakel von offenbach 13. April 2011 @ 18:25Das Design sieht super aus. Aber das Konzept wirft schon Fragen auf. Für Makler ist das bestenfalls ein zusätzlicher Kanal, den sie auch gleich wieder fallen lassen, wenn ein Test keine Ergebnisse bringt. Und wenn der Aufwand zu hoch ist (einstellen), dann lassen sie es gleich. Private Vermieter (Klassiker: älteres Ehepaar mit Mehrfamilienhaus) überhaupt erstmal zu erreichen und dann noch ausreichend Vertrauen aufzubauen, dürfte nicht ganz leicht sein, um es mal vorsichtig zu formulieren. Aber in einem Punkt habt ihr recht: Wohnungen werden tlw. vergeben, bevor sie in Immobörsen auftauchen, weil eine Empfehlung gleich zum passenden Nachmieter führt. Diese Empfehlungen gibt man als Mieter gerne und bekommt auch viele. Die kommen aber aus dem *Freundeskreis*! Wir suchen z.B. aktuell ein Wohnung und haben bestimmt schon 4-5 private Tipps bekommen (”bei uns im Haus wird was frei, weiß aber noch keiner”). Da würde ich ansetzen und z.B. private Empfehlungen etwas “professionalisieren” und den Tippgeber irgendwie belohnen. Beispiel: Ich suche eine Wohnung und kann auf eurer Plattform den Rahmen dazu festlegen (4 Zi, mind. 80 qm, max. 1000,- warm…) und das wird an meine fb-friends rausgehauen. Dann trudeln ein paar Tipps ein und wenn ich mich für eines dieser Angebote entscheide, sind die Tippgeber zum Essen einladen oder sowas :-) Die Monetarisierung muss aus meiner Sicht immer über den (Nach-)Mieter laufen. Der will etwas und ist auch bereit, im Erfolgsfall zu zahlen (siehe Laternen in HH-Eppendorf…). Dieser Ansatz würde aus meiner Sicht auch wesentlich besser über fb laufen.
Viel Erfolg Leute.
Kommentar von Martin Schwartz 14. April 2011 @ 08:25Ich sehe das auch so wie meine Vorredner, dass die Plattform loftville am Marktbedürfnis vorbeientwickelt wurde. Da hilft auch kein zugegebenermaßen nettes Design mehr.
Kommentar von Immoexpert 14. April 2011 @ 09:03Denke schon, dass es in einigen Städten/Regionen einen Markt neben dem Markt gibt. Meine Eltern haben selbst ein paar bessere Wohnungen in Frankfurt und vergeben die niemals über Immoscout, sondern per Aushang am Tennisclub, weil sie da vernünftige Leute erwischen, die sie dann z.T. auch kennen. Und ich sehe auch zunehmend Meldungen auf Facebook, dass Leute von Wohnungstipps aus dem Bekanntenkreis schreiben. Bin gespannt, ob man darum einen Online-Marktplatz spinnen kann, aber das Potenzial sehe ich. Lasst mal sehen.
Kommentar von Thomas Feldner 14. April 2011 @ 09:42Jedes Geschäftsmodell wird hier auf deutsche Start-ups negativ kritisiert.
Das Geschäftkonzept gefällt mir gut. Die Umsetzung Loftville finde ich gelungen.
Wünsche dem Team viel Erfolg.
Kommentar von Nikkki 21. April 2011 @ 13:36Ganz im Ernst: Das passt zum Hamburger Wohnungsmarkt. Statt endlich ausreichend bezahlbaren und akzeptabel in Stand gehaltenen Wohnraum für normale mittelständische Bürger zu fördern, kommt jetzt auch noch ein extra Portal, das die ohnehin viel zu elitäre Vergabemechanik für das bornierte Schickimicki-Establishment zusätzlich forciert. Nein Danke!
Kommentar von Felix 27. April 2011 @ 14:41