#Interview

„Mehr Mut wäre in der heutigen Zeit wichtig“

Aus HomeRide, einem System für Same-Day-Lieferungen, wurde in den vergangenen Jahren homie, ein KI-Assistent für den Handel. Mit der AI-Commerce-Plattform, können Händler schon bald "jeden Verkaufskanal per KI steuern und skalieren".
„Mehr Mut wäre in der heutigen Zeit wichtig“
Donnerstag, 27. August 2026VonAlexander

Hinter homie verbirgt sich ein „KI-Assistent für Handel und Industrie“. „homie ist ein virtueller Fachberater, der das gesamte Sortiment kennt und auf jede Frage des Kunden eine Antwort hat“, erklärt Gründer Hendrik Lallensack die Idee hinter homie.

Die AI-Commerce-Plattform ging aus HomeRide hervor. Das Kölner Startup, 2021 von Michael Müller, Mirco Meyer und Hendrik Lallensack gegründet, wollte die „Produktverfügbarkeit von lokalen Einzelhändlern auf einer Plattform zusammenzuführen und Kund:innen erstmals Shop-übergreifende Same-Day-Lieferungen ermöglichen“.

„Wir haben ein Jahr wie eine Agentur mit ausgewählten Kunden gearbeitet und homie als KI-Agent entwickelt, welcher bereits bei Kunden und Mitarbeitern zum Einsatz kam. Seit Anfang 2025 haben wir eine KI-Plattform in Betrieb an der sich jeder Händler und Onlineshop anschließen kann, um eigene Agenten zu entwickeln“, blickt Lallensack zurück.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der homie-Macher einmal ausführlich über den Stand der Dinge in seinem Startup.

Wie würdest Du Deiner Großmutter homie erklären?
homie ist ein virtueller Fachberater, der das gesamte Sortiment kennt und auf jede Frage des Kunden eine Antwort hat. Er hilft dir beim Einkaufen, die richtigen Produkte zu finden, auszuwählen und alle Details zu kennen. Immer auf Abruf mit sofortiger Antwort.

Wie genau funktioniert Euer Geschäftsmodell?
homie ist eine KI-Plattform die eine monatliche Nutzungsgebühr kostet, je nachdem wie viele KI-Agenten unsere Kunden auf unterschiedlichsten Kanälen, Webshop, PoS, App, Mitarbeiter, einsetzen möchten und wie hoch der Kunden-Traffic ist. 

Früher wart Ihr als HomeRide unterwegs. Wie wurde aus HomeRide das heutige homie?
Bei HomeRide haben wir im Sommer 2023 nach einer Lösung gesucht, wie wir es schaffen, den Kunden eine bessere Such-Experience auf unserem Marktplatz, zwischen 1 Millionen Produkten, zu ermöglichen. Als zu diesem Zeitpunkt OpenAI seine erste API veröffentlicht hat, haben wir unsere Suche mit ChatGPT verfeinert und gesehen, was möglich ist. Wir wussten wie man mit großen Datenmengen und Embeddings umgeht und haben uns dies zu Nutze gemacht, um eine Chat-Funktion zu bauen, die ein gesamtes Sortiment kennt und dieses beraten kann. Diese Lösung haben wir Händlern aus unserem Netzwerk angeboten, die große Sortimente anbieten und durften sofort erste Angebot für Pilotprojekte schreiben. In dem Moment haben wir uns entschlossen, einen Pivot einzuleiten. Wir haben ein Jahr wie eine Agentur mit ausgewählten Kunden gearbeitet und homie als KI-Agent entwickelt, welcher bereits bei Kunden und Mitarbeitern zum Einsatz kam. Seit Anfang 2025 haben wir eine KI-Plattform in Betrieb an der sich jeder Händler und Onlineshop anschließen kann, um eigene Agenten zu entwickeln. 

Was waren die größten Herausforderungen, die Ihr bisher überwinden musstet?
Im Deutschen Mittelstand große Einzelhändler davon zu überzeugen, den Schritt zu wagen und KI aktiv am Kunden auszuprobieren, auch wenn wir nie 100 % perfekte Antworten erwarten können. Das war und ist sicherlich die größte Challenge. KI ist in aller Munde, aber bis sie wirklich zur Anwendung kommt, steht man vielen Skeptikern im Weg. Mehr Mut beim Einsatz der Technologie wäre gerade in der heutigen Zeit immens wichtig. Man muss anfangen mit KI-Tools zu arbeiten und echten Nutzen aus ihnen ziehen. 

Welches Projekt steht demnächst ganz oben auf eurer Agenda?
Als nächstes werden wir unseren Kunden die homie Analytics freischalten. So können Sie erfahren, welche Themen die Kunden in tausenden Chats beschäftigen. Damit ermöglichen wir es, bisher nicht vorhandenes Kundenwissen sichtbar zu machen. Bisher können Händler Frequenzen, Klicks und Warenkörbe tracken. Sie wissen aber nicht, welche Fragen sich der Kunde vor der Kaufentscheidung stellt. homie lässt Händler in die Köpfe der Kunden blicken. Das größte Thema, was uns mittelfristig beschäftigt, ist der Agentische Commerce. Wie wird das Einkaufen in Zukunft stattfinden? Übernehmen Agenten den Einkauf vollautomatisiert? Dafür entwickeln wir erste Erweiterungen, die einen automatisierten Einkauf zulassen, damit unsere Kunden ganz vorne mitspielen können. 

Wo steht homie in einem Jahr?
homie ist die AI Commerce Plattform, mit der Händler jeden Verkaufskanal per KI steuern und skalieren können und dabei jedem Kunden ein maximal effizientes und personalisiertes Einkaufen ermöglichen. 

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Foto (oben): homie

Alexander

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.