#Interview

“Es ist sehr wichtig für Gründer, sich auf eine Nische zu konzentrieren”

"Produktionsabfälle sind eines der größten Probleme in der metallverarbeitenden Industrie", sagt  Suhas Patel, Gründer von Tvarit. Matterwave Ventures, Futury Capital und BMH investierten zuletzt 2,8 Millionen Euro in das Unternehmen, das derzeit 40 Mitarbeiter:innen beschäftigt.
“Es ist sehr wichtig für Gründer, sich auf eine Nische zu konzentrieren”
Montag, 27. Juni 2022VonAlexander Hüsing

Tvarit aus Frankfurt am Main, 2019 von Suhas Patel und Rahul Prajapat gegründet, entwickelt KI-Lösungen für die Fertigungsbranche. “Produktionsabfälle sind eines der größten Probleme in der metallverarbeitenden Industrie. Tvarit entwickelt digitale Assistenten, die den Ausschuss, den Energieverbrauch und die Ausfallzeiten der Maschinen in den Fabriken reduzieren”, erklärt Gründer Patel das Konzept hinter Tvarit.

Matterwave Ventures, Futury Capital und BMH investierten zuletzt 2,8 Millionen Euro in das Unternehmen, das derzeit 40 Mitarbeiter:innen beschäftigt. “Matterwave Ventures war immer auf unserer Top-Liste. Wir baten unseren bestehenden Investor, Futury Capital, uns bei der ersten Kontaktaufnahme zu unterstützen”, führt der Tvarit-Gründer aus. Im Interview mit deutsche-startups.de stellt Patel sein Unternehmen einmal ganz genau vor.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Tvarit erklären?
Produktionsabfälle sind eines der größten Probleme in der metallverarbeitenden Industrie. Tvarit entwickelt digitale Assistenten, die den Ausschuss, den Energieverbrauch und die Ausfallzeiten der Maschinen in den Fabriken reduzieren. Unsere digitalen Assistenten bieten nicht nur prädiktive Analysen, sondern auch Empfehlungen, damit die Produktionsingenieure proaktive Maßnahmen ergreifen können, bevor es zu einem Ausfall kommt.

Was waren die größten Herausforderungen, die Ihr bisher überwinden musstet?
Tvarit ist ein Deep-Tech-Unternehmen und hat eine Technologie mit mehr als 160 algorithmischen Modulen entwickelt, die der Fertigungsindustrie hilft, Ausschuss und Energierechnungen zu reduzieren. Die Fertigungsindustrie hat lange Traditionen, und es war sehr schwierig, die algorithmischen Module und die Technologie zu erklären. Nach und nach änderten wir unseren Ansatz und entwickelten Produkte für die Druckgießereiindustrie. Wir haben unsere Produkte so angepasst, dass sie die Bedürfnisse der Produktionsingenieure besser erfüllen. Jetzt bedienen wir mit unserem fokussierten Ansatz Kunden in der ganzen Welt in der Druckgussindustrie.

Gerade konntet ihr 2,8 Millionen Euro einsammeln. Wie seid ihr mit euren Investoren in Kontakt gekommen?
Als wir uns für die Investitionsrunde entschieden haben, hatten wir 3 Top-Investoren aus der B2B-Industrietechnologiebranche in die engere Wahl gezogen. Matterwave Ventures war immer auf unserer Top-Liste. Wir baten unseren bestehenden Investor, Futury Capital, uns bei der ersten Kontaktaufnahme zu unterstützen. Robert Gallenberger und Victor Szabo waren sehr daran interessiert, mehr über Tvarit zu erfahren, bevor sie eine Entscheidung über die Investition trafen.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?
Startup bedeutet einen Umbruch in einer ganz bestimmten Branche, und es ist sehr wichtig für Gründer, sich auf eine Nische zu konzentrieren, um eine große Wirkung zu erzielen.

Wo steht Tvarit in einem Jahr?
Unser Fokus für das nächste Jahr ist es, unsere Technologie weiter zu entwickeln und unseren Marktanteil in der Druckgussindustrie zu erhöhen. Wir streben ein dreifaches Umsatzwachstum mit einem doppelten Team im Vergleich zum letzten Jahr an.

Alexander Hüsing

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.