#Interview

“Wir wollten richtig Fahrt aufnehmen und erhielten keine einzige Bestellung”

Gründeralltag - gibt es das überhaupt? "Mittlerweile weiß ich was es bedeutet ein Startup zu gründen, nachdem Clouberry nicht mein erstes Startup ist. Die Devise lautet allerdings: Man lernt nie aus!", sagt Chalwa Heigl, Gründerin von Clouberry.
“Wir wollten richtig Fahrt aufnehmen und erhielten keine einzige Bestellung”
Freitag, 19. März 2021Vonds-Team

Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Heute antwortet Chalwa Heigl, Gründerin von Clouberry. Bei Clouberry dreht sich alles um “nachhaltige und innovative Corporate Gifts. Zuvor baute Clouberry-Macherin Heigl DerGugl auf.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?
Mit einer guten Tasse Fairtrade-Kaffee, egoFM und hoffentlich viel Sonne.

Wie schaltest du nach der Arbeit ab?
Ich jogge eine Runde mit unserem Hund, mache Yoga oder treffe Freunde.

Was über das Gründer-Dasein hättest du gerne vor der Gründung gewusst?
Mittlerweile weiß ich, was es bedeutet ein Startup zu gründen, nachdem Clouberry nicht mein erstes Startup ist. Hierdurch hatte ich bereits erste Erfahrungen gemacht und konnte in etwa einschätzen, was mich bei der zweiten Gründung erwartet. Die Devise lautet allerdings: Man lernt nie aus!

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstet?
Der Shoplaunch im März 2020 war eine mega Herausforderung. Zu diesem Zeitpunkt ging es gerade los mit der Pandemie. Wir wollten gerade richtig Fahrt aufnehmen und erhielten genau eins: keine einzige Shop-Bestellung. Aus der Not habe ich eine neue Idee geboren, nämlich das Tool DigiGifts. Hierbei handelt es sich um eine Lösung für Unternehmen, die ihre Marke trotz Home-Office und Digitalisierung erlebbar machen wollen. Mit DigiGifts kann trotz der physischen Distanz dennoch zeitgeisty eine persönliche Kunden- oder Mitarbeiterbindung gepflegt und Kunden gewonnen werden.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?
In meinem letzten Startup wollte ich keinen Investor an Bord nehmen, weil ich unabhängig bleiben wollte. Was ich dabei außer Acht ließ ist, dass die richtigen Investoren das Unternehmenswachstum aber extrem beschleunigen und nachhaltige Wettbewerbsvorteile generieren können.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter für sein Startup?
Bei Clouberry ist es wichtig, dass jeder für die Vision brennt, den Werbemittelmarkt zu revolutionieren und Unternehmen dafür gewinnen zu wollen Geschenke mit Sinn und Verstand zu machen, einen kleinen Beitrag für eine bessere Welt zu leisten. Interessanterweise finden sich diese Mitarbeiter fast von alleine, denn heutzutage stehen Jobs, in denen der einzelne etwas verändern kann hoch im Kurs. Unser 5-köpfiges Team hat sich nahezu aus Empfehlungen formiert.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer:innen?
Bei der Gründung sind neben der Expertise zwei Dinge wichtig: eine große Portion Leidenschaft. Ich bin der Meinung, dass es sich bei der Gründung um eine Herzensangelegenheit handeln sollte. So lassen sich Höhen und Tiefen besser durchschreiten. Und man sollte den finanziellen Einsatz nicht unterschätzen. Es braucht Budget, um richtig durchstarten zu können.

Ohne welches externe Tool würde dein Startup quasi nicht mehr existieren?
Natürlich unser Shop-System. Das ist das Herzstück unseres Unternehmens. Hier finden sich alle nachhaltigen und innovativen Corporate Gifts von Marken, die jeder gerne hätte und man oftmals in Deutschland noch gar nicht kennt oder verfügbar sind.

Wie sorgt ihr bei eurem Team für gute Stimmung?
Von Deutschland bis nach Spanien arbeiten wir in unserem Team länderübergreifend und tauschen uns über virtuelle Meetings aus. Wir haben einen virtuellen Hub eingerichtet und arbeiten komplett remote. Für gute Stimmung sorgt unser wöchentlicher „Berry-Talk”. Ausschlaggebend sind für mich aber vor allem ein wertschätzender Umgang untereinander und gemeinsamer Teamgeist. Letzterer wird insbesondere durch unsere Teamtage in Spanien gefördert, welchen wir gerade sehnlichst entgegenfiebern.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?
Im September letzten Jahres hatte ich die Idee für das Tool DigiGifts. Der Fulfillment-Dienstleister war gefunden, das Tool programmiert. Wir planten gerade zwei Testkampagnen, da kam Mercedes-Benz mit dem ersten Auftrag, der zwei Wochen später realisiert werden sollte – also noch VOR unseren Tests. Der Mercedes-Benz-Auftrag wurde also unsere Testkampagne und wir zitterten, das alles klappt. Mittlerweile ist Mercedes-Benz fester Kunde. Puuh!

Startup-Radar #8 – Clouberry

Im achten Startup-Radar-Podcast stellen wieder fünf Gründer:innen ihre Ideen vor. Freut euch auf inVenture, clouberry, oppotune, Cooler Future und cloud4pets. Die Gründer:innen haben jeweils 180 Sekunden Zeit, ihr Startup vorzustellen.

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

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Foto (oben): Clouberry