#Gastbeitrag

5 Strategien, die Startups von YouTubern lernen können

Um bei YouTube erfolgreich zu sein, braucht man viele weitere Fähigkeiten, die denen von Entrepreneuren sehr, sehr nah kommen. Hier 5 Learnings, die sowohl beim Gründen eines YouTube-Kanals als auch eines Unternehmens hilfreich sind.
5 Strategien, die Startups von YouTubern lernen können
Freitag, 18. September 2020Vonds-Team

YouTube und Gründen war in der Wahrnehmung vor einigen Jahren noch mindestens so weit voneinander entfernt wie wir von einer Mars-Mission – Dinge ändern sich. Mittlerweile sind Creator längst nicht mehr nur Entertainer, die Videos hochladen, um ihre jeweilige Audience zu unterhalten: Sie sind nicht selten das Gesicht eines ganzen Unternehmens, das hinter ihnen steht.

Um bei YouTube erfolgreich zu sein, braucht man neben dem Beherrschen von Schnitt- und Moderationstechniken viele weitere Fähigkeiten, die denen von Entrepreneuren sehr, sehr nah kommen. Hinter der Produktion von gut laufendem Video-Content steckt eindeutig eine fundierte Strategie – die für viele andere Gründer wirklich interessant sein kann. Die wichtigsten Punkte für den Start können in fünf Learnings zusammengefasst werden, die sowohl beim Gründen eines YouTube-Kanals als auch eines Unternehmens hilfreich sind.

„Hi, my name is …”: Bekannt werden geht nur, wenn man sich zeigt.

Früher hieß es immer „Jede PR ist gute PR!” und ein bisschen in diese Richtung geht das erste Learning: Wer einen YouTube-Kanal oder ein Unternehmen gegründet hat, kann noch so gute Ideen haben oder smarte Lösungen bieten – wenn niemand davon erfährt, wird sich ziemlich sicher kein Erfolg einstellen. Und ehrlich: Ihr habt doch sicher gegründet, weil ihr irgendwas richtig gut drauf habt. Und genau damit solltet ihr Aufmerksamkeit erregen. Und das gerne so oft es geht. So machen es auch erfolgreiche YouTube-Creator: Sie nutzen sogenannten Hero-Content, also besonders hochwertig produzierte Videos, die zu besonderen (Kommunikations-)Anlässen einen richtigen Boost nach vorne geben. Das solltet ihr als Gründer eines Startups auch tun. Überlegt euch Anlässe – oder schafft sie durch Aktionen –, mit denen ihr richtig auffallen könnt. Zeigt euch, damit eure potenziellen Kunden von euch erfahren.

Eure Kunden sind wie eure Mutter: Sie wollen regelmäßig von euch hören.

Jeder kennt es: Dieser eine Freund oder die eigene Mutter, die sich eigentlich kaum freut, wenn man nach wochenlanger Stille endlich mal wieder anruft, sondern direkt den Unmut darüber äußert, so lange nichts gehört zu haben. So ähnlich ist es auch bei euren Kunden – und bei YouTube-Abonnenten. Wer sich nicht regelmäßig meldet, gerät recht schnell in Vergessenheit. Bei Mama und Freunden vielleicht nicht so schnell – aber den Status müsst ihr bei (potenziellen) Kunden und Fans erstmal haben. Achtet also darauf, regelmäßig von euch hören zu lassen. Ob bei TikTok, Instagram, über klassische Pressearbeit und Werbung – oder in einem eigenen YouTube-Kanal (smarte Wahl): Das Schlimmste, was man über euch als Gründer hören kann ist – nichts. Also tretet in den in den Dialog mit euren Kunden. Verbringt Zeit mit ihnen. 

Versprochen wird auch nicht gebrochen: Kündigt nur an, was ihr halten könnt.

Eigentlich klar: KundInnen, MitarbeiterInnen oder „Fans” eurer Marke wollen natürlich nicht auf Dinge verzichten, die ihr bereits angekündigt habt. Wenn ihr also in Social Media ein Gewinnspiel oder ein neues Produkt anteasert, solltet ihr euch echt sicher sein, dass ihr das auch halten könnt. Und zwar das Ereignis selbst, wie auch das Timing. So wird eure Marke sehr glaubwürdig, und eure Kunden vertrauen euch. Genauso ist es auch bei YouTubern und ihren Zuschauern. Einem YouTuber, der auf dem Thumbnail ein Versprechen macht, das er im Video nicht hält und vor allem durch Clickbaiting auffällt, werden auch sehr schnell die Fans davonlaufen. Wenn ihr eine langfristige und glückliche Beziehung zu euren Kunden aufbauen wollt, heißt das auch, dass ihr mehr geben müsst, als sie einfach nur zum Klick auf den Bestell-Button zu bewegen. Also seid ein zuverlässiger Partner und arbeitet so daran, dass sich Menschen gerne an euch binden.

Öffnet euren Blick: Es geht nicht immer um euch

Redet nicht nur über euch selbst und euer Produkt. Kein Mensch hört gern jemandem zu, der sich nur um sich dreht. Findet die gemeinsame Passion mit euren Kunden. Das ist es, was euch verbindet. Menschen kaufen Produkte und Services nicht (nur) weil sie nützlich sind, sondern weil sie an die Mission dahinter glauben.

Natürlich gibt es auch YouTuber die nur um sich selbst kreisen, aber die müsst ihr euch ja nicht zum Vorbild nehmen. Creator (und Marken) die für etwas stehen und ihre Inhalte (und Produkte) aus echter Überzeugung produzieren sind langfristig die stärkeren Marken.

Keep on rolling: Strategien leben von Veränderung.

Mut zur Veränderung ist nicht nur als YouTuber alles, auch als GründerIn kommt es darauf an, die Zeichen richtig zu deuten und im Ernstfall auch Dinge zu verändern, die vielleicht sogar eine wichtige Rolle bei der Gründung eingenommen haben. Ein YouTuber, der sich jahrelang am gleichen Format festklammert, ohne sich zu entwickeln, wird sicher bald in der Versenkung verschwinden. YouTuber testen neue Ideen direkt am Zuschauer, analysieren, wie sie angenommen werden, und entwickeln sich in kleinen Schritten kontinuierlich weiter. Genauso ist es auch bei Startups und ihren Services oder Produkten: Neue Features und Ideen sollten schnell umgesetzt und am Markt getestet werden, denn Schnelligkeit ist der große Vorteil, den Startups gegenüber dem Markt, den sie angreifen, haben. 

Die kleinen Tricks und Learnings von erfolgreichen YouTubern lassen sich wunderbar auf die Kommunikationsstrategie von Startups übertragen. Ein kleiner Bonus-Tipp: So eine Strategie überhaupt zu haben, ist eigentlich das A und O. Bekannt zu werden ist auf jeden Fall aufwendiger, als es bei der Flut an Influencern, die es seit einigen Jahren gibt, scheint. Bei YouTubern wie Startup-Gründern heißt es deshalb: Dranbleiben, mit Persönlichkeit glänzen und auf keinen Fall aufgeben! 

Über den Autor
Simon Kaiser, Gründer und Geschäftsführer von Deutschlands Nr. 1 YouTube-Agentur „Klein aber” und YouTuber für Markenkanäle, berät Unternehmen zu ihren Videostrategien und weiß, wie man YouTube-Kanäle erfolgreich vermarktet. 

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Foto (oben): Shutterstock