Gastbeitrag Allein auf weiter Flur? So findet man Mitgründer!

Studien zeigen, dass Teamgründungen erfolgreicher sind und so hat nicht ganz überraschend auch der Deutsche Startup Monitor ergeben, dass drei von vier Startups im Team gegründet werden. Diese setzen sich durchschnittlich aus 2,3 Gründern zusammen, das ist nah dran am Ideal.
Allein auf weiter Flur? So findet man Mitgründer!

Wer gründen will, steht vor vielen Herausforderungen: vom Geschäftsmodell über die Zielgruppen bis hin zur Finanzierung. Was bei alledem unverzichtbar ist? Das Gründerteam. Nur mit einem guten Team stellt sich auf Dauer auch Erfolg ein. Doch so essentiell die Mannschaft für ein Business ist, so groß auch die Herausforderung, sie zusammenzustellen – und die wartet meist gleich zu Beginn auf Gründer. Nur wie findet man Teampartner, wenn man mit seiner Idee allein auf weiter Flur steht?

Studien zeigen, dass Teamgründungen erfolgreicher sind und so hat nicht ganz überraschend auch der Deutsche Startup Monitor ergeben, dass drei von vier Startups im Team gegründet werden. Diese setzen sich durchschnittlich aus 2,3 Gründern zusammen, das ist nah dran am Ideal: „Teams in einer Größenordnung von zwei bis vier Gründern sind in der Regel am erfolgreichsten“, erklärt Matthias Hornberger, CFO der Kizoo Technology Capital GmbH aus Karlsruhe. Interessant: Dem gegenüber stehen 80 Prozent Alleingründungen im allgemeinen Gründungsgeschehen, also abseits der Startup-Szene. „Die Erfahrung zeigt außerdem, dass verschiedene Faktoren zusammenwirken müssen, um eine positive Dynamik in die Gründung zu bringen. Dazu muss es im Startup auch zwischenmenschlich passen“, so Hornberger. „In der Zusammenarbeit mit Mentoren und Investoren ist es außerdem wichtig, Feedback annehmen und verarbeiten zu können.“

K.O.-Kriterium für Investoren

Einer Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zufolge sind insbesondere technologieorientierte Unternehmen erfolgreicher, wenn sie im Team gegründet werden – unter der Voraussetzung, dass das Team komplementär aufgestellt ist. Was viele nicht wissen: Sologründer haben bei Investoren selten eine Chance, Stichwort Risikostreuung und Komplementarität. „Die Qualität des Gründerteams ist für Venture Capitalists noch vor Marktgröße und Technologie-Vorsprung das zentrale Investitionskriterium“, weiß Christian Roth, Managing Partner bei LEA Partners aus Karlsruhe. „Als Growth-Investor sehen wir hierbei klar den Vorteil, der sich aus einem sich komplementär ergänzenden Gründerteam ergibt.“

Das Problem: Abgesehen von allgemeinen Networking-Events der lokalen Gründerszenen gibt es wenige Möglichkeiten, sich kennenzulernen und vielleicht auch direkt und ohne Umwege zu erkennen, über welche Expertise das Gegenüber verfügt. Zwar gibt es einige Online-Plattformen, die unkompliziertes Mitgründerglück in Aussicht stellen, das persönliche Kennenlernen können sie jedoch nicht ersetzen.

Teamgeist ist nicht, er entsteht!

Wie wichtig das ebendieses Kennenlernen für die gemeinsame Unternehmung ist, weiß auch Anita Berres. Als Startup-Mentorin und Coach unterstützt sie Gründer bei Teambildung, Strategie und Vertrieb: „Entscheidend ist, dass die Gründer für ihre Idee brennen, dass sie Lust haben etwas zu bewegen und committed sind“, erklärt Berres. „Gründer kennen sich oft schon jahrelang, sind vielleicht zusammen aufgewachsen, haben gemeinsam studiert. Wer hingegen Mitgründer sucht, dem fehlt diese Vertrauensbasis, der gemeinsame Erfahrungsschatz. Das muss überhaupt kein Nachteil sein, aber in diesem Fall ist es doppelt wichtig, von Anfang an einen Teamentwicklungsprozess aufzusetzen“, so Berres weiter. „Die Chemie muss stimmen. Deshalb empfehle ich für den Einstieg vor allem Networking-Events, um sich kennenzulernen oder speziell darauf ausgelegte Matching-Formate, damit man direkt merkt, ob es passt oder nicht. Geteilter Wertekanon, Achtsamkeit, Teamgeist – all das sind Grundlagen für den Erfolg des gemeinsamen Unternehmens, das man hochzieht.“

In Karlsruhe gibt es ein Format, das Gründungswillige zusammenbringt – vergleichbare Events sucht man übrigens vergeblich in Deutschland. Spannend ist das auch vor dem Hintergrund, dass der Anteil an Teamgründungen im Raum Stuttgart/Karlsruhe laut Deutschem Startup-Monitor bei 76,3 % liegt – und damit höher ist, als in Berlin. Entsprechend stößt das Karlsruher Matching-Event auf große Nachfrage – und das nicht nur bei Gründern: TeamUp spricht nicht nur diejenigen an, die eine Idee haben und nach Partnern für die Umsetzung suchen. Auch Persönlichkeiten, die über Know-how verfügen und einfach Lust haben, dieses in ein Startup einzubringen, finden sich dort zusammen. Das Erfolgsversprechen: Unterschiedliche, motivierte Leute mit ausgeprägter Expertise in einem Raum zusammenbringen – und die Karten offenlegen.

Das Prinzip leuchtet ein: Alle Teilnehmer erhalten farbige Buttons, die zeigen, in welchen Bereichen sie fundiertes Know-how mitbringen. Auf diese Weise finden Interessierte und Gründer aus Bereichen wie Entwicklung und Programmierung, Finanzen und Controlling, Marketing und Vertrieb sowie Design potenzielle Mitgründer für ihr Startup. TeamUp bietet den Teilnehmern damit nicht nur unkompliziert sondern auch unverbindlich die Gelegenheit, gezielt potenzielle Teampartner mit komplementären Fähigkeiten anzusprechen – und sich persönlich kennenzulernen.

Teampartner für Hightech-Gründungen

Der Weg in den Süden Deutschlands kann sich lohnen. Aus TeamUp sind bereits einige erfolgreiche Unternehmen hervorgegangen, wie zum Beispiel VQ Labs oder Cashlink. Auch das Startups PACE Telematics legte in Karlsruhe den Grundstein für die Zusammenarbeit: „2014 haben Philip Blatter und ich uns bei TeamUp getroffen und dachten: Das könnte passen. Dem Matching-Event folgten zahlreiche Treffen, klar, so eine Veranstaltung kann nur den ersten Impuls geben“, so Robin Schönbeck, Co-Founder und Geschäftsführer von PACE. „Dann haben wir entschieden, dass wir ein gemeinsames Business hochziehen wollen und ich bin bei Philip in die App- und Web-Agentur Jamit Labs eingestiegen. Anderthalb Jahre später haben wir PACE Telematics gegründet, zusammen mit einem dritten Partner. Drei Jahre, zwei Firmen – es passt! TeamUp hat uns zusammengebracht, war also die Wiege unserer gemeinsamen und inzwischen sehr erfolgreichen Unternehmung. Karlsruhe als starker Standort für Hightech-Gründungen hat sich für uns als ideal erwiesen“.

Ein Team findet sich also nicht einfach so: Der Standort muss stimmen, das Team muss breit aufgestellt sein und – allem voran – zusammenfinden. TeamUp ist eine Möglichkeit, die Erfolg verspricht.

Zur Autorin
Maxine von Grumbkow ist im CyberForum zuständig für Kommunikation und Marketing. Das CyberForum mit Sitz in Karlsruhe ist das größte regional aktive Hightech.Unternehmer.Netzwerk in Europa und unterstützt seit rund 20 Jahren den IT-Mittelstand. Außerdem betreibt es das CyberLab, den IT-Accelerator des Landes Baden-Württemberg für Startups aus der Digitalbranche.

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Foto (oben): Shutterstock