Gastbeitrag In 3 Schritten zur perfekten Startup-Domain

Die Auswahl an möglichen Internet-Endungen war lange begrenzt. Der Vorteil: So viele Möglichkeiten, die richtige Endung einer Internetadresse zu erraten, gab es nicht. Der Nachteil: Weil jede Adresse nur einmal vergeben werden darf, sind einprägsame Namen heute nicht mehr frei.
In 3 Schritten zur perfekten Startup-Domain

Wie findet man den perfekten Namen für sein Startup und damit seine Website? Diese Frage quält wohl jeden Gründer, denn als virtuelles Aushängeschild des eigenen Unternehmens kann eine Internetadresse maßgeblich zu dessen Erfolg beitragen. Es macht also durchaus Sinn, etwas Zeit und Mühe zu investieren, um den richtigen Domain-Namen zu finden. Die drei folgenden Tipps erleichtern die Suche:

  • Die Internetadresse: kurz, verständlich, einprägsam

Das Wichtigste zuerst: Eine gute Internetadresse ist kurz, verständlich und leicht zu merken. Eine Webseite, die optisch und inhaltlich zwar gelungen ist, aufgrund eines schlecht gewählten Namens aber nicht gefunden wird, nützt nämlich gar nichts. Weil Internetadressen oft durch Mund-zu-Mund-Propaganda weitergegeben werden, ist es wichtig, dass sie leicht im Gedächtnis hängen bleiben. Je komplizierter ein Domain-Name ist, umso schwerer ist er zu verstehen und umso größer ist die Anfälligkeit für Tippfehler. Außerdem schreckt das Eintippen langer Adressen gerade auf mobilen Endgeräten viele Kunden ab.

Ansonsten aber sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt:

  • Eine Internetadresse darf zwischen einem und 63 Zeichen lang sein.
  • Enthalten darf sie alle Buchstaben von A–Z sowie alle Ziffern von 0–9.
  • Auch Bindestriche sind erlaubt – und deren Einsatz durchaus sinnvoll: Der Stifthersteller Pen Island etwa entschied sich einst gegen Bindestriche in der Internetadresse und erzielte mit www.penisland.net ein ziemlich bizarres Ergebnis.
  • Möglich ist außerdem, Umlaute in der Internetadresse zu verwenden. Das ist allerdings nicht empfehlenswert, weil „ä“, „ö“ und „ü“ international wenig bekannt sind und Mailadressen mit Umlauten oft nicht funktionieren.

Zusatztipp: „Nicht sicher, ob die Internetadresse wirklich verständlich ist?“

Grafik 1_Deutsche Startups

  • Name des Startups oder Keyword-Domain?

Sicher ist es das Ziel eines jeden Gründers, das eigene Unternehmen so populär zu machen, dass es zur Marke wird. Da liegt es nahe, den Namen des Unternehmens auch für die Internetadresse zu verwenden. Gerade in der Anfangsphase ist das allerdings nur bedingt zu empfehlen, weil die notwendige Bekanntheit fehlt und potentielle Kunden nicht wissen, wonach sie im Netz suchen müssen. Unproblematisch ist der Fall, wenn der Name des Startups „sprechend“ ist – also auf den ersten Blick verrät, worin das Leistungsspektrum besteht und damit automatisch wichtige Stichwörter enthält.

Werden Interessenten vor allem über Suchmaschinen erreicht, sollten Keywords in die Internetadresse aufgenommen werden. Wichtig ist dabei zu wissen, welche Keywords für die eigene Branche wichtig sind und welche Keywords Kunden auf der Suche nach Informationen tatsächlich in Suchmaschinen eingeben. Voraussetzung sind außerdem qualitativ hochwertige Inhalte auf der Webseite, denn Google konzentriert sich immer stärker auf das, was hinter einer Internetadresse tatsächlich geboten wird.

Letztendlich ist die Entscheidung für einen Domain-Namen eine Frage des persönlichen Geschmacks. Wer in Sachen Suchmaschinenoptimierung alles richtig macht, wird auch mit einer Keyword-Domain punkten. Wer es schafft, sein Startup in eine Marke zu verwandeln, hat mit dem Namen des Unternehmens als Internetadresse ein sicheres Standbein. Und für alle, die sich nicht entscheiden können: Gut möglich ist auch eine Kombination aus einem Keyword und dem Firmennamen.

Zusatztipp: „Nicht sicher, ob der Firmenname oder ein Keyword die bessere Wahl ist?“

Grafik 2_Deutsche Startups

  • Das Beste zum Schluss: die Internet-Endung

Die Auswahl an möglichen Internet-Endungen – sogenannten Top-Level-Domains – war lange begrenzt. Der Vorteil: So viele Möglichkeiten, die richtige Endung einer Internetadresse zu erraten, gab es nicht. Der Nachteil: Weil jede Adresse nur einmal vergeben werden darf, sind kurze und einprägsame Namen unter lange bestehenden Endungen wie .de oder .com heute nicht mehr frei. Aber es gibt Alternativen, denn seit 2014 bereichern über 1.000 neue Internet-Endungen das Internet.

Dazu gehören beispielsweise Endungen, die zeigen, wo sich ein Unternehmen befindet. Statt www.startup-in-berlin.de kann jetzt beispielsweise auch www.startup.berlin registriert werden. Damit wird die Internetadresse nicht nur kürzer und damit auch einprägsamer, eine Stadt-Endung rankt bei einer lokalen Suche im Schnitt außerdem um eine Position höher als eine Domain, die auf .de oder .com endet. Neben .berlin gibt es in Deutschland bisher .hamburg, .koeln / .cologne, .bayern, .saarland, .ruhr und .nrw.

Zusätzlich gibt es Top-Level-Domains, die auf die Branche verweisen, in der ein Unternehmen angesiedelt ist. Ein Startup aus der Digitalbranche kann beispielsweise mit der Endung .digital Zukunftsorientierung ausdrücken. Ein Unternehmen, das Fitnessgeräte vertreibt, lässt mit der Endung .fitness keinen Zweifel darüber, auf welche Branche sich seine Produktpalette bezieht. Die Möglichkeiten sind wirklich vielfältig. Listen mit den zur Verfügung stehenden Top-Level-Domains gibt es auf den Webseiten der Provider – also der Anbieter von Internetadressen. Zu den gängigen gehören etwa 1&1, Strato, united-domains oder HostEurope. Dort kann auch überprüft werden, ob die Wunschadresse noch frei ist.

Zusatztipp: „Nicht sicher, welche Internet-Endung die richtige ist?“

Grafik 3_Deutsche Startups

Fazit: Eine gute Internetadresse ist eine Investition für die Zukunft – schließlich soll sie möglichst so lange bestehen, wie das Unternehmen selbst. Und mit der Bereitschaft, etwas Zeit und Mühe zu investieren, steht dem Finden des perfekten Domain-Namens auch nichts mehr im Weg.

Zur Autorin
Ann-Kathrin Gräfe ist Verfasserin zahlreicher Fachbeiträge zu den Themen Internetadressen und Webseitengestaltung. Die studierte Literaturwissenschaftlerin ist Pressereferentin bei dotBerlin, der Betreiberin der Internet-Endung .berlin, und der auf Internetadressen spezialisierten Beratungsgesellschaft DOTZON.

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Foto (oben): Shutterstock

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