Gastbeitrag 4 Gründe, warum das Tech-Jahr 2017 besonders war

Unter dem Strich ist 2017 kein Jahr wie jedes andere. Tech-Unternehmen in Deutschland, und in anderen Teilen der Welt, profitierten (und profitieren) von günstigen Rahmenbedingungen. Nur: Wie lange die Hochphase weitergeht, lässt sich schwer voraussagen.
4 Gründe, warum das Tech-Jahr 2017 besonders war

2017 war in vielerlei Hinsicht ein aufregendes und erfolgreiches Jahr für Tech-Start-ups. Mehrere große Börsengänge bekannter Unternehmen wie Snap, Delivery Hero und HelloFresh dominierten die Szene. Gleichzeitig stiegen die Investitionen in europäische Tech-Unternehmen in neue Rekordhöhen. Dass die zurückliegenden zwölf Monate  besonders waren, bestätigt auch Julian Riedlbauer, Partner von GP Bullhound und Leiter des deutschen Büros. In seinem Gastbeitrag für deutsche-startups zeigt er vier Gründe auf, warum uns 2017 im Gedächtnis bleiben wird.

Die VC- und Late Stage Tech Fonds wachsen deutlich  

Die europäischen VC-, Growth-Equity- und Late-Stage-Technologie-Investoren konnten in diesem Jahr außergewöhnlich viel Geld für Tech-Investments einsammeln. In 2017 kündigte Summit Partners die Platzierung eines neuen Europa-Fonds mit 700 Mio. Euro Volumen an, Point Nine Capital seinen größten Fonds jemals mit 75 Mio. Euro, ebenso Atomico mit 765 Mio. US-Dollar, Balderton Capital mit 375 Mio. US-Dollar und Vitruvian Partners mit 2,4 Mrd. Euro. Somit verfügen die Investoren über eine sehr hohe Finanzkraft und die von ihnen eingeworbenen Gelder müssen sie nun in den nächsten Jahren in Europa investieren.

Finanzierungsrunden werden größer

Mit Blick auf Tech-Investitionen in Europa war 2017 ein Rekordjahr. Diverse Start-ups konnten in diesem Jahr von den größeren zur Verfügung stehenden Finanzmittel deutlich profitieren. Der kürzlich veröffentlichte Report von Atomico und Slush zum “State of European Tech 2017” bestätigt dies. Mit einem Investitionsvolumen von 19,1 Milliarden US-Dollar und knapp 3500 abgeschlossenen Deals sind die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Aus deutscher Sicht bemerkenswert: Großbritannien führt die Top 10 der Länder mit den meisten Investition zwar an – allerdings direkt gefolgt von Deutschland.

Rekordstände an den Börsen

In den zurückliegenden zwölf Monaten gab es so viele Börsengänge wie zuletzt vor zehn Jahren. Aus einer aktuellen Studie von EY geht hervor, dass dies ein Plus von 50 Prozent gegenüber 2016 ist. Dabei haben nicht nur in China die Börsenaktivitäten stark zugenommen, auch in Europa hat sich mit insgesamt 250 IPOs einiges getan. Im Jahresvergleich entspricht das, laut EY, einem Zuwachs von respektablen 30 Prozent. Hierzulande haben im zurückliegenden Jahr unter anderem mit Delivery Hero, Vapiano und HelloFresh, gleich mehrere bekannte Namen den Schritt an die Börse gewagt. Aber auch wenn es aus deutscher Sicht kaum Anlass gibt, an einer Fortsetzung dieser positiven Entwicklung zu zweifeln, haben natürlich auch globale Entwicklungen einen nicht unwesentlichen Einfluss auf den Aktienmarkt. Darunter unkontrollierbare Faktoren wie der Brexit, Spannungen mit Nordkorea oder der Kurswechsel der USA in Sachen Steuer- und Handelspolitik.

Nach Unicorns kommen die Tech-Titanen und Decacorns

Die Zahl der weltweiten Unicorns steigt kontinuierlich an, so auch in diesem Jahr. Europa zählt mittlerweile 57 Unternehmen mit einer Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar – an der Spitze stehen Zalando, Spotify und Supercell. Großbritannien, Deutschland und Schweden sind mit 36 Unternehmen, die mit einer Milliarde US-Dollar oder mehr bewertet werden, Europas führende Tech-Hubs. Dabei hat sich Deutschland als eine der am schnellsten wachsenden Technologie-Nationen hervorgetan. Neben dem 10-Milliarden-Unternehmen Zalando, einem sogenannten Decacorn, sind mit Xing, Auto1, HelloFresh, Delivery Hero, Trivago und Rocket Internet seit 2014 sechs weitere deutsche Unternehmen in die elitäre Riege der Unicorns aufgestiegen. Es bleibt in jedem Fall spannend zu beobachten, wie sich das Wachstum der Tech-Titanen im nächsten Jahr fortsetzen wird.

Unter dem Strich ist 2017 also kein Jahr wie jedes andere. Tech-Unternehmen in Deutschland, und in anderen Teilen der Welt, profitierten (und profitieren) von günstigen Rahmenbedingungen. Nur: Wie lange die Hochphase weitergeht, lässt sich schwer voraussagen. Deshalb sollten Start-ups, die auf Investitionsrunden hoffen, – auch mit Blick auf aktuelle Niedrigzinsen – möglichst bald die Gunst der Stunde für sich nutzen. Denn wer weiß schon, was 2018 oder gar 2019 bringen wird.

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