"Digitaler Speditionskaufmann" Logistikdienst CNNCT kämpft gegen Leerfahrten

"Auch andere Logistik-Portale sind auf dem Markt, doch die größten Unterschiede zur Konkurrenz sind wohl vor allem mein beruflicher Hintergrund, meine Motivation und meine Kontakte in den Logistikbereich: Seit ich 18 Jahre alt bin, arbeite ich in dieser Branche", sagt Alexander Berthele von CNNCT.
Logistikdienst CNNCT kämpft gegen Leerfahrten

Auch die neue Plattform CNNCT will die Welt der Logistik verändern. Dabei geht es um eine nachhaltige, grüne Revolution in der Logistikbranche. “Wir möchten mit CNNCT langfristig die Anzahl an Fahrten reduzieren, dafür die Menge an Ladung erhöhen“, sagt Gründer Alexander Berthele. Die Nutzung von CNNCT ist für Unternehmen kostenlos, Frachtdienstleister zahlen eine Vermittlungsprovision. Diese Provision ist vom Volumen des Transports abhängig.

Berthele dürfte bei seinem Vorhaben seine jahrelange Erfahrung in der schwierigen Branchen helfen. Bereits vor 16 Jahren absolvierte der junge Gründer ein Praktikum bei einem Logistikunternehmen und machte dann eine Ausbildung zum Speditionskaufmann. Später setzte Berthelenoch noch ein Studium oben drauf. “Jetzt möchte ich meine Arbeit digitalisieren und den leeren Frachtraum einer breiten Masse zur Verfügung stellen. Denn nur so können wir die Logistikbranche langfristig effizienter und grüner gestalten“, sagt Berthele. Im Mini-Interview mit deutsche-startups.de stellt er CNNCT einmal ausführlich vor.

Welches Problem wollt Ihr mit CNNCT lösen?
408 Millionen Fahrten verzeichnete das Kraftfahrtbundesamt im letzten Jahr, davon waren rund 40 % Leerfahrten mit ungenutztem Frachtraum. Wir finden: Das ist definitiv zu viel! Und deshalb möchten wir genau an diesem Punkt ansetzen. Die Cloud-Lösung CNNCT ermöglicht es, nationale sowie internationale Transporte einfach zu beauftragen und zu verwalten. Der selbstlernende Algorithmus wertet innerhalb von Sekunden das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für den Nutzer aus und greift dabei bewusst auf ohnehin ungenutzten Frachtraum zurück.

Jede Woche entstehen dutzende neue Start-ups, warum wird ausgerechnet Euer Start-up ein Erfolg?
Ich bin schon seit meinem 18. Lebensjahr in der Speditionsbranche tätig – kenne mich dort also schon lange und sehr gut aus, habe mir ein umfangreiches Netzwerk an wichtigen Kontakten und Frachtführern aufgebaut und möchte ein Problem lösen, welches die gesamte Logistik- und Speditionsbranche beschäftigt: Die Anzahl der kostspieligen Leerfahren reduzieren. Dank unseres intelligenten Algorithmus werden wir dieses Ziel erreichen und dadurch insbesondere den kleinen und mittleren Unternehmen viel Verwaltungsaufwand und Mehrarbeit abnehmen.

Wer sind Eure Konkurrenten?
Auch andere Logistik-Portale sind auf dem Markt, doch die größten Unterschiede zur Konkurrenz sind wohl vor allem mein beruflicher Hintergrund, meine Motivation und meine Kontakte in den Logistikbereich: Seit ich 18 Jahre alt bin, arbeite ich in dieser Branche und kann mir auch nichts Anderes vorstellen, denn diese Branche ist mein Zuhause. Durch meine langjährige Erfahrung kenne ich den Markt und dessen Bedürfnisse sehr gut. Über die vielen Jahre habe ich mir ein persönliches Netzwerk von knapp 2.000 Frachtführern aufgebaut, das die Basis für die Plattform bildet. Da ich selbst in der Branche groß geworden bin, musste ich all die aufwändigen Schritte, die nötig sind, um einen LKW-Transport zu organisieren, selbst lange Zeit erleben. Dadurch bringe ich ganz andere Beweggründe mit, die mich zur Programmierung von CNNCT bewegt haben.

Wo steht CNNCT in einem Jahr?
Unser Anspruch ist es, Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe einen „digitalen Speditionskaufmann“ zur Verfügung zu stellen, um deren Mitarbeiter zu entlasten und letztendlich produktiver im eigenen Unternehmen zu sein. Wir werden unser Angebot kontinuierlich ausbauen, Marktanteile gewinnen und uns verstärkt als Bindeglied zwischen Verladern und Transportunternehmern positionieren, um die Transportlogistik nachhaltiger zu gestalten.

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Foto (oben): CNNCT

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.