Marko Nußbaum im Interview “Im Karneval macht man die besten Geschäfte”

"Ich habe noch nie in Berlin gegründet, könnte mir aber vorstellen, dass es in Köln deutlich leichter ist, Kontakte zu knüpfen. Da geht man halt einfach zusammen auf ein Kölsch und bespricht sich ganz ungezwungen", sagt Marko Nußbaum von TheAppGuys.
“Im Karneval macht man die besten Geschäfte”

Seit 2012 kümmert sich das Kölner Unternehmen TheAppGuys, das von Marko Nußbaum geführt wird, um mobile Softwarelösungen – etwa für Unternehmen wie Chefkoch.de. Mit “Köln Abfahrtsinfo”, einem Dienst rund um Echtzeit-Informationen zu allen Bus- und Bahnabfahrten der KVB, startete die Digitalschmiede zudem gerade erst ihre erste Anwendung für Alexa.

Acht Mitarbeiter arbeiten für TheAppGuys, das Gründer Nußbaum, der früher mit Nachnamen Tosic hieß, komplett ohne Fremdinvestoren hochgezogen hat. Besonders stolz ist das TheAppGuys-Team auf den Frauenanteil (50 %) im Unternehmen. Im Köln-Interview mit deutsche-startups.de spricht TheAppGuys-Macher Nußbaum über Anlaufstellen, Netzwerke und Veedel-Strukturen.

Reden wir über Köln. Wenn es um Start-ups in Deutschland geht, richtet sich der Blick sofort nach Berlin. Was spricht für Köln als Start-up-Standort?
Das ist eigentlich recht einfach: Köln ist einer der wichtigsten Medienstandorte in Deutschland und durch die unmittelbare Nähe zu Funk, Film & Fernsehen – WDR, Vox, RTL & Co, MMC Studios – bestens geeignet für Medien-Startups. Als Gründer hat man vielfältige, kompetente Anlaufstellen, die einem bei den ersten Schritten Unterstützung bieten.

Wo muss man als Gründer hin?
Zum Beispiel ins Startcenter der Stadt Köln oder ins Gründer- und Innovationszentrum. Hinzu kommt ein gut funktionierendes Netzwerk für die Förderung von Jungunternehmern der Branche wie unter anderem medien.NRW und Mediencluster NRW. Gute und vielfältige Startup-Büros sowie Inkubatoren wie COLABOR, Clusterhaus, Startplatz, Solution Space, Ehrenspace uvm. tragen einen weiteren Teil dazu bei, dass Köln als Start-up-Standort wirklich empfehlenswert ist.

Was macht den besonderen Reiz der Start-up-Szene in Köln aus?
Grundsätzlich gibt es eine Menge Veranstaltungen, die sich speziell an die Startup-Szene richten. Mein persönlicher Favorit ist der Pirate Summit, nach eigener Bezeichnung „Europe’s craziest startup conference“. Davon abgesehen ist Kölns Kultur einfach der ideale Nährboden für gutes Networking. Der Sage nach macht man im Karneval die besten Geschäfte. Mich würde nicht wundern, wenn das stimmt.

Was ist in Köln einfacher als in Berlin – und umgekehrt?
Ich habe noch nie in Berlin gegründet, könnte mir aber vorstellen, dass es in Köln deutlich leichter ist, Kontakte zu knüpfen. Da geht man halt einfach zusammen auf ein Kölsch und bespricht sich ganz ungezwungen. Außerdem ist Köln zwar eine Millionenstadt, aber trotzdem überschaubar. Gerade wegen der Veedel-Struktur hat man häufig das Gefühl, eher in einer Kleinstadt zu wohnen, wo man ganz oft den gleichen Menschen über den Weg läuft. Das hat etwas sehr Vertrautes.

Was fehlt in Köln noch?
Wenn wir beim Köln-Berlin-Vergleich bleiben wollen: die Berliner Luft. Denn mal ganz ehrlich, hier im Kölner Becken ist die Luft manchmal ganz schön dick. Und: Lustige Werbespots für die KVB.

In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit über 200 Start-ups, 15 Gründerzentren, attraktiven Investoren und zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt vom Digital Hub Cologne und der Stadt Köln.

Kennen Sie schon unseren #StartupTicker? Der #StartupTicker berichtet tagtäglich blitzschnell über die deutsche Start-up-Szene. Schneller geht nicht!

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

Aktuelle Meldungen

Alle

#DealMonitor Takeaway kauft Foodarena – und alle Deals des Tages

Takeaway kauft Foodarena – und alle Deals des Tages
Freitag, 22. Juni 2018 ds-Team

Im aktuellen #DealMonitor (22. Juni), unserer täglichen Übersicht über alle Deals und Exits in der DACH-Region, gibt es wieder alle Deals der letzten 24 Stunden! Delivery Hero etwa verkauft seinen Schweizer Ableger an Takeaway.com.

15 Fragen an Dirk Owerfeldt Gründen? Selbstverantwortung! Selbstverwirklichung!

Gründen? Selbstverantwortung! Selbstverwirklichung!
Freitag, 22. Juni 2018 Alexander Hüsing

“Im Firmen-Marketing ist PR sehr wichtig. Doch was nutzt der bekannteste Name, wenn das Unternehmen am Markt scheitert? Deshalb sind im B2B-Bereich vor allem ein gutes, ausgefeiltes Produkt und professioneller Service essenziell”, sagt Dirk Owerfeldt, Gründer von Gastrofix.

#DealMonitor Silexica bekommt 18 Millionen – und alle Deals des Tages

Silexica bekommt 18 Millionen – und alle Deals des Tages
Donnerstag, 21. Juni 2018 ds-Team

Im aktuellen #DealMonitor (21. Juni), unserer täglichen Übersicht über alle Deals und Exits in der DACH-Region, gibt es wieder alle Deals der letzten 24 Stunden! Darunter: Baze sammelt Kapital ein. Zudem bekommt talpasolutions 1,5 Millionen.

#Zahlencheck Lesara: Zahlensalat pur! Rohertrag nur 24,7 Millionen

Lesara: Zahlensalat pur! Rohertrag nur 24,7 Millionen
Donnerstag, 21. Juni 2018 Alexander Hüsing

Der Lesara-Jahresabschluss für 2016 ist da! Der Zahlensalat um das Startup wird dadurch nur noch schlimmer. Der Rohertrag des Unternehmens lag damals bei 24,7 Millionen Euro. Im Vergleich zu 2015 ein Wachstum in Höhe von 254 %.

App für den Schulalltag Scoolio aus Dresden: Schon 175.000 Schüler machen mit

Scoolio aus Dresden: Schon 175.000 Schüler machen mit
Donnerstag, 21. Juni 2018 Alexander Hüsing

“In den vergangenen Monaten haben wir unser Geschäftsmodell sukzessive weiterentwickelt. Inzwischen nutzen wir die Datentiefe, um Angebote zur Berufs- und Ausbildungsorientierung zielgenauer an interessierte Schülern zu adressieren”, sagt Mitgründer Danny Roller.

#DealMonitor 16 Millionen für Blinkist – und alle VC-Deals des Tages

16 Millionen für Blinkist – und alle VC-Deals des Tages
Mittwoch, 20. Juni 2018 ds-Team

Im aktuellen #DealMonitor (20. Juni), unserer täglichen Übersicht über alle Deals und Exits in der DACH-Region, gibt es wieder alle Deals der letzten 24 Stunden! Darunter: Das Stuttgarter Startup VirtualQ sammelt Millionensumme ein.

#Zahlencheck Verlust von N26 steigt um 214,1 % – auf 14,7 Millionen

Verlust von N26 steigt um 214,1 % – auf 14,7 Millionen
Mittwoch, 20. Juni 2018 Alexander Hüsing

Wir werfen einen Blick in den Jahresabschluss der Startup-Bank N26 für das Jahr 2016. Demnach lag der Jahresfehlbetrag des Startups vor zwei Jahren bei 14,7 Millionen Euro – im Vergleich zum Vorjahr (4,7 Millionen) ein Plus von 214,1 %. Das Wachstum auf zuletzt 1 Millionen Kunden dürfte somit teuer erkauft sein.

Eversports: Vom holprigen Start zum Millioneninvestment

Eversports: Vom holprigen Start zum Millioneninvestment
Mittwoch, 20. Juni 2018 Alexander Hüsing

“Die Idee zu Eversports wurde geboren, als ich in Klagenfurt, durch Recherche erfahren habe, wie viel die Stadt an Sportaktivitäten zu bieten hat. Gleichzeitig habe ich jedoch gemerkt, dass nur Wenige von dieser Vielfalt wissen”, sagt Mitgründer Hanno Lippitsch.

#DealMonitor 11,5 Millionen für abracar – und alle VC-Deals des Tages

11,5 Millionen für abracar – und alle VC-Deals des Tages
Dienstag, 19. Juni 2018 ds-Team

Im aktuellen #DealMonitor (19. Juni), unserer täglichen Übersicht über alle Deals und Exits in der DACH-Region, gibt es wieder alle Deals der letzten 24 Stunden! Darunter: Allianz X investiert 11,5 Millionen Euro in abracar. Crate.io bekommt zudem 11 Millionen US-Dollar.

Interview “Mit Geschwistern kann man offener kommunizieren”

“Mit Geschwistern kann man offener kommunizieren”
Dienstag, 19. Juni 2018 Alexander Hüsing

“Wir sind von Hause aus mit sehr ähnlichen Werten und der gleichen Leistungsbereitschaft ausgestattet – was die Zusammenarbeit enorm erleichtert”, sagt Pauline Koehler, die WeddyPlace gemeinsam mit ihrem Bruder Daniel Koehler hochzieht.