#SCB17 #FocusCamp FoodTech – Produktkonzepte, die echten Mehrwert bieten

Das Startup Camp geht am 7./8. April in die nächste Runde. Die zweitägige Konferenz findet seit über zehn Jahren erfolgreich statt und bringt Entrepreneure mit erfahrenen Unternehmern und Investoren zusammen. Insgesamt 14 Focus Camps runden das Konferenzgeschehen ab.
FoodTech – Produktkonzepte, die echten Mehrwert bieten

Das Startup Camp Berlin, Deutschlands größte Early Stage Konferenz geht am 7./8. April in die nächste Runde. Die zweitägige Konferenz, die deutsche-startups.de als Medienpartner und Mitveranstalter unterstützt, findet seit über zehn Jahren erfolgreich statt und bringt Entrepreneure mit erfahrenen Unternehmern und Investoren zusammen.

Insgesamt 14 Focus Camps runden das Konferenzgeschehen ab, darunter Camps zu Themen wie Digital Health, Green Start-ups, PR, Marketing und Sales sowie FoodTech. Was genau sich hinter diesem Begriff verbirgt und was die Teilnehmer des Startup Camps im Focus Camp FoodTech lernen können, erklärt Kurator Jan-Frieder Damm von Tracks.

Du bist mit Deinem ‚Functional Nutrition’ Unternehmen Daizu GmbH im Bereich FoodTech unterwegs: Was verbirgt sich hinter der Idee spezialisierter Food Produkte mit Funktion?
Der bedeutende Trend funktioneller Nahrungsmittel zahlt auf den Willen einer großen Zahl von Konsumenten ein, dass ein Nahrungsmittelprodukt nicht einfach nur satt oder zufrieden machen soll, sondern weitere Funktionen haben sollte. Optimierte Nährstoffzusammensetzungen, gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe oder Zutaten, aber genauso die Zugabe pharmakologisch aktiver Wirkstoffe sind Versprechen, welche klassische Food Produkte in den Bereich Functional Nutrition hineinbewegen. Wir entwickeln ebenso solche innovativen Produkte und Produktkonzepte, welche für den Konsumenten einen echten Mehrwert im Food Bereich bieten.

Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff FoodTech?
Der Bereich FoodTech umfasst im weiteren Sinne Start-ups, welche entlang der gesamten Food Wertschöpfungskette, von Produktdesign bis hin zum Vertrieb, technologiebasiert die aufkommenden Trends und Strömungen in innovative Geschäftsmodelle transformieren oder durch technologischen Fortschritt entstehende Potentiale in bereits bestehenden Bereichen der Nahrungsmittelwirtschaft heben. Dies geschieht im Bereich FoodTech unter teilweiser Anwendung einer inzwischen etablierten Methodologie aus dem Bereich klassischer Tech Startups.

Wie viel Chemie steckt in diesem Thema?
Der Bereich ist klar zu unterscheiden vom Feld der Lebensmittelchemie. Neue Konzepte und innovative Ideen können mit Sicherheit in Komponenten auf neuen Möglichkeiten aus dem Bereich Lebensmitteltechnologie basieren, allerdings geht beispielsweise der Free-From-Trend im Food Bereich eher in die Richtung die von vielen Konsumenten abgelehnte ‚Chemie’ wie Geschmacksverstärker oder Koservierungsstoffe in Nahrungsmitteln durch neue Ansätze im Produktdesign, Produktion oder innovative Distributionsmodelle zu reduzieren.

Was treibt Startups in der FoodTech-Branche um?
Große bereichsspezifische Themen sind beispielsweise die optimale Nutzung bestehender Ressourcen, die Bereiche „Artificial Meat“ und „Functional Nutrition“, aber ebenso Schaffung von Transparenz in Produktion und Herkunft oder das Recycling oder Upcycling von zwangläufig entstehendem Food Waste. Diese Liste ist natürliche nicht ausschließlich, da die Zahl der anzugehenden, relevanten Probleme unglaublich groß ist.

Trotzdem treiben die jungen Food und FoodTech Firmen natürlich ebenso Themen um, welche auch in anderen Bereichen von Relevanz sind, so wie beispielsweise innovative Ansätze in der Kundenakquise, Markenaufbau und Brand-Communication oder der Aufbau eines zufriedenen, motivierten Teams um nur einige zu nennen.

In Deutschland ist alles reguliert, die Kontrolle ist vor allem bei Lebensmitteln sehr hoch – wie sehr ist das Vor- und Nachteil zugleich für junge FoodTech-Unternehmen hierzulande?
Im direkten Vergleich zu Märkten, welche eine geringere Dichte an Regulationen aufweisen kann es definitiv eine Herausforderung sein, wenn man als Maßstab die Time-to-Market anlegt. Auf der anderen Seite können es gerade explizite regulatorische Institutionen sein, welche maßgeschneiderten FoodTech Geschäftsmodellen eine Daseinsberechtigung geben.

Warum hat man bisher so wenig über FoodTech gehört?
Bereich FoodTech ist in Deutschland noch vergleichsweise jung und eine breite öffentliche Wahrnehmung der Aktivitäten entwickelt sich gerade erst. Das liegt sicherlich unter anderem darin begründet, dass in Deutschland über lange Zeit die Herkunft und Qualität der konsumierten Nahrungsmittel im Vergleich zu anderen Ländern von geringerer Bedeutung waren.
Dass sich dies verändert hat und noch immer verändert ist der erste Schritt hin zur breiten Wahrnehmung und zu weitgehender Akzeptanz innovativer Food und FoodTech Konzepte. Darüber hinaus spielt sich ein nicht unbedeutenden Teil der FoodTech Disruption in sehr spezifischen B2B Bereichen ab, welche für die breite Masse der Konsumenten nicht direkt sichtbar sind.

Wie viele Unternehmen aus dem Bereich gibt es in Deutschland?
Eine genaue Zahl ist hier natürlich schwierig zu geben. In Deutschland ist das Thema Food und FoodTech für Startups vergleichsweise jung. Hinzu kommt, dass die Abgrenzung auch oft nicht trennscharf gezogen werden kann. Ich würde schätzen, dass sich eine hohe einstellige Prozentzahl der etwa 1300 Startups in Deutschland in den Bereich Food und FoodTech einordnen lassen. Viele weitere arbeiten sicherlich unter dem Radar an tollen Food und FoodTech Geschäftsmodellen.

Welches Land ist hier bislang federführend?
Wie auch im Bereich Tech zu erkennen, kommen Impulse für das deutsche Startup Ökosystem nicht selten aus den USA. Auch für den Bereich FoodTech ist das der Fall. Gerade auch, weil Trends im Bereich der Ernährung häufig aus den Vereinigten Staaten zu uns herüberschwappen, kann man die USA in gewisser Weise als federführend bezeichnen. Das soll nicht heißen, dass hierzulande nicht gerade einige zukunftsweisende und auch einzigartige FoodTech Modelle existieren, welche in ihrem Bereich ganz vorne dabei sind.

Du hast auf dem Startup Camp ein Focus Camp zu diesem Thema kuratiert: Was werden die Inhalte sein?
Das Food und FoodTech Fokus Camp wird die tolle Möglichkeit bieten mit Pionieren, Experten und bekannten Köpfen aus dem Food und FoodTech Bereich in Kontakt zu kommen und einen spannenden Blick in alle FoodTech relevanten Bereiche zu werfen. Das Potential ist riesig: von Ideation und Brand Building, bis hin zu Fundraising und Workshops mit sehr erfolgreichen Food Startups.

Es werden sowohl junge Gründer, als auch Experten aus der klassischen Food Industrie zu Wort kommen und für Gespräche zur Verfügung stehen. Die Idee ist den First Time Founder und den ehemaligen Marketingchef von McDonalds Deutschland auf derselben Bühne zu sehen. Aber auch von verschiedenen gezielt in Food Ventures investierenden Fonds werden wir Vertreter auf der Bühne haben.

An wen richtet sich dein Focus Camp?
Das Fokus Camp richtet sich maßgeblich an Gründungsinteressierte und im Bereich aktive early-stage Unternehmer. Aber nicht minder spannend ist es für Vertreter etablierter Food Firmen, die einmal schauen möchten welche Chancen und Opportunitäten der Bereich Food und FoodTech als Terrain für Startups eigentlich bietet.

Was sollen die wichtigsten Learnings für die Teilnehmer sein?
Je nach Vorwissen, Hintergrund und Interesse werden die Learnings, denke ich, unterschiedlich sein. Das ist auch gut so! Man könnte allerdings sagen, dass für uns die im Food und FoodTech Bereich liegenden Chancen des Aktivwerdens im Zentrum stehen. Wer FoodTech jetzt schon auf dem Schirm hat, der kann davon in der Zukunft nur profitieren.

Du darfst Werbung für eine Gründung im FoodTech-Segment machen: Mit welchen Argumenten überzeugst du sie?
Aus unternehmerischer Sicht ist mit Sicherheit die Marktgröße und Konsumenten-Kontaktfrequenz mit dem Food Bereich ein Argument in diesen extrem spannenden Markt einzusteigen. Gleichzeitig ist aufgrund der globalen Bedeutung von Nahrungsmittelverteilung und dem notwendigen technologischen Fortschritt ein großes Potential vorhanden über die unternehmerische Tätigkeit in diesem Bereich einen sozialen und idealistischen Impact zu haben.

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Foto (oben): Shutterstock

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.