"Prozesse sind kaum digitalisiert" Sharing-Economy für Wissen = everycadamy

Auf everycademy können Unternehmen ihre internen Seminare für andere Unternehmen öffnen. Firmen, die nicht genügend Teilnehmer für ein Seminar haben, können sich befreundete Unternehmen aus der Region dazu holen. So können sich Weiterbildungen auch für kleinere Firmen schneller lohnen.
Sharing-Economy für Wissen = everycadamy

Berufliche Weiterbildung ist besonders für Unternehmen in Wissensgesellschaften ein wichtiges Thema. Allein im Jahr 2012 gaben Firmen und öffentliche Einrichtungen weltweit über 352 Milliarden Dollar für Weiterbildung aus. In Deutschland waren es 2013 etwa 34 Milliarden Euro, wie Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zeigen. Weiterbildung flexibler gestalten können, will das Berliner Start-up everycademy. Das Unternehmen bietet einen Marktplatz, auf dem Arbeitgeber ihre Weiterbildungsangebote organisieren und sich zusätzlich mit anderen Anbietern vernetzen können, um Weiterbildungsmaßnahmen zu bündeln oder freie Plätze mit weiteren Teilnehmern von befreundeten Firmen aufzufüllen.

So können sich Weiterbildungen auch für kleinere Firmen schneller lohnen. Vor allem bei Soft-Skills wie Präsentationstrainings, aber auch bei Sprach-, IT-, Marketing- oder Office-Schulungen öffnen Unternehmen bereitwillig ihre Tore für Teilnehmer von außen. Das Unternehmen ist derzeit noch rein gebootstrappt. Momentan sind die Gründer jedoch in Gesprächen mit Investoren.

“Vielen Unternehmen organisieren Personalentwicklung noch von Hand und Prozesse sind kaum digitalisiert”

Im Mini-Interview mit deutsche-startups.de spricht everycadamy-Gründer Andre Ottlik über ungenutzte Ressourcen, Personalentwicklung und das Abomodell.

Welches Problem wollen Sie mit everycademy lösen?
Das Problem ist, dass man heutzutage einerseits kurzfristig sehr spezielles Wissen braucht und Weiterbildung andererseits hohe Kosten verursacht. Jedes Unternehmen backt momentan sein eigenes Brötchen, wenn es um die Weiterbildung des Personals geht. Dadurch werden Ressourcen verschwendet und das kostet Zeit und Geld. Mit everycademy machen wir es möglich, dass Mitarbeiter von unterschiedlichen Unternehmen in ihrer Nähe zusammen lernen können und das E-Learnings gemeinsam genutzt werden können. Das spart zusätzlich Reisekosten und Ausfallzeiten und es kann Wissen erlangt werden, was um einiges spezialisierter und passender ist. Zudem ist uns aufgefallen, dass die Personalentwicklung in vielen Unternehmen noch von Hand organisiert wird und die Prozesse kaum digitalisiert sind. Auch hier helfen wir Zeit zu sparen und den Fokus auf die Weiterbildung der Mitarbeiter zu lenken.

Jede Woche entstehen dutzende neue Start-ups, warum wird ausgerechnet everycademy ein Erfolg?
Wir haben unsere Lösung an den Bedürfnissen des Marktes erarbeitet und holen uns kontinuierlich Feedback von teilnehmenden Unternehmen und Neukunden ein. Außerdem geht der Trend dank Vorreitern wie Uber oder Airbnb immer mehr dazu, das Menschen sich sinnvollerweise Dinge teilen. Wieso also nicht auch Wissen? Open Source Software und MOOCs zeigen, dass immer mehr Menschen bereit sind, Ihr Wissen zu teilen und miteinander zu wachsen. Zudem ist unser Team mit Commitment und Spaß bei der Sache und wird die nötige Ausdauer beweisen.

Wie wollen Sie Geld verdienen?
Für jedes vermittelte Weiterbildungsticket bekommen wir eine Provision von 20 Prozent. Egal ob es sich um eine Präsenzveranstaltung, Webinar oder Elearning handelt. In Zukunft wird es eine Premiumversion unserer SaaS-Lösung für die Organisation von Weiterbildungsmaßnahmen geben. Hierfür ist ein Abomodell geplant.

Wo steht everycademy in einem Jahr?
In einem Jahr haben wir die ersten Großkunden aus dem englischsprachigen Raum auf unserer Plattform – also aus den USA und UK. Unser Team ist dann 15 Mitarbeiter groß und wir haben eine solide Finanzierung. Unsere SaaS-Lösung gibt es in einer Premiumversion und wir haben Anbindung an die wichtigsten vorhandenen HR-Lösungen.

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Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.