Gastbeitrag von Claudia Grützmann Wie Factoring Gründer vor Zahlungsausfall schützen kann

Wachstumsbremse Nummer eins für ein Unternehmen ist fehlende Liquidität. Mit Hilfe von Factoring können Unternehmer sich nicht nur vor Zahlungsausfällen schützen, sondern auch die Liquidität des Unternehmens sichern.
Wie Factoring Gründer vor Zahlungsausfall schützen kann

Immer weniger Kreditinstitute sind dazu bereit, Existenzgründern Geld in gewünschtem Umfang zu leihen. Kommen dann noch Zahlungsausfälle von Kunden hinzu, droht in den meisten Fällen die Insolvenz. Factoring kann in diesen Fällen helfen und bietet zahlreiche Vorteile.

Besonders für junge Unternehmen ist es schwer, die für das Unternehmen notwendige Liquidität aufzubauen, um einen Zugang zum Kapitalmarkt zu finden. Erschwerend kommt hinzu, dass vielen Unternehmern das Bewusstsein fehlt, dass sie zu Kreditgebern werden, sobald sie in Vorleistung gehen. Factoring kann hierbei eine gute Alternative darstellen, vor allem wenn Zahlungsausfälle vermieden werden sollen.

Wie funktioniert Factoring?
Beim Factoring handelt es sich um ein Kaufgeschäft auf Basis eines Kaufvertrags. Das heißt, ein Unternehmen verkauft seine offenen Forderungen an einen Factoring-Dienstleister. Im Gegenzug erhält das Unternehmen vom sogenannten Factor binnen weniger Tage bis zu 90 Prozent der Forderungen ausbezahlt. Der Vorteil für das Unternehmen ist auf diesem Weg die Sicherung der Liquidität. Doch aus dem Factoring ergeben sich noch weitere Vorteile.

Welche Vorteile hat Factoring für Existenzgründer?
Gerade in der Anfangsphase der Geschäftstätigkeit eines Unternehmens fehlt es oftmals an einem professionellen Zahlungsmanagement. Auch fehlen jungen Unternehmen vielmals die dafür notwendige Zeit und das entsprechend ausgebildete Personal.

Auch wenn einer Umfrage aus dem Jahr 2015 zufolge etwa 85 % der gewerblichen Kunden innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt einer Rechnung zahlen, sind es die übrigen 15 %, die Unternehmen große Schwierigkeiten bereiten können. Denn fast 12 % lassen sich bis zu 60 Tagen Zeit und 3 Prozent benötigen sogar fast 90 Tage, um eine Rechnung zu begleichen.

Für junge Unternehmen können drei Monate eine Ewigkeit sein. Nicht nur weil sie grundlegend schlechter an frisches Kapital gelangen als gestandene Unternehmen, um eigene Verbindlichkeiten zu leisten. Meist fehlen ihnen auch die Mittel, die für den Ausbau des Geschäfts benötigt werden. Investitionen in neue Anlagen oder Personal sind dann kaum mehr möglich.

1. Liquiditätsengpässe werden verhindert
Aufgrund des umgehenden Rechnungsausgleichs von bis zu 90 Prozent werden durch Factoring Liquiditätsengpässe effektiv verhindert. Der Liquiditätszufluss garantiert zudem die Stabilität des Unternehmens. Die Gehälter der Mitarbeiter können pünktlich gezahlt und Investitionen in neue Geschäftsanlagen vorgenommen werden.

2. Eigenkapitalquote wird verbessert
Aufgrund des Factorings scheiden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus der Bilanz aus. Werden parallel noch Verbindlichkeiten getilgt, ergibt sich eine Bilanzverkürzung, wodurch die Eigenkapitalkonstellation verbessert wird.

3. Wettbewerbsfähigkeit wird gesteigert
Factoring ermöglicht es dem Unternehmer nicht nur, seinen Kunden längere Zahlungsziele ohne eigenen Liquiditätsverlust zu gewähren, gleichzeitig kümmert sich der Factor um das gesamte Debitorenmanagement inklusive Mahnwesen. Zusätzlich sind Forderungen, die an den Factor verkauft wurden gegen Zahlungsausfälle gesichert. Dadurch können sich Existenzgründer verstärkt auf die eigentlichen Ziele des Unternehmens fokussieren. Neue Märkte können schneller erschlossen und Wachstumsspielräume genutzt werden. Zudem steigt dadurch die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.

Sorgfältiges Controlling ist Pflicht
Sorgfältiges Controlling sollte Bestandteil einer jeden Unternehmensführung sein. So müssen die Zielvorgaben mit der realen Entwicklung abgeglichen werden, um festzustellen, ob das Unternehmen aus dem Ruder läuft oder sich auf dem richtigen Kurs befindet. Ein Businessplan bildet hierbei die Grundlage für betriebliche Entscheidungen. Dazu gehören:

• Umsatzentwicklung
• Kostenentwicklung
• Produktivitätsentwicklung
• Zahlungseingänge

Ein äußerst wichtiger Bestandteil im Controlling ist die Überprüfung der Zahlungseingänge. Wer hier jedoch auf die Leistung eines Factoring-Dienstleister setzt, weiß sich in unternehmerischer Sicherheit, da das gesamte Forderungsmanagement ausgelagert ist. Obendrein werden hierdurch Kosten für die sonst notwendige Administration eingespart.

Fazit: Factoring schafft Spielräume für neues Wachstum
Wachstumsbremse Nummer eins für ein Unternehmen ist fehlende Liquidität. Mit Hilfe von Factoring können Unternehmer sich nicht nur vor Zahlungsausfällen schützen, sondern auch die Liquidität des Unternehmens sichern. Dadurch stehen neue Freiräume für Wachstum zur Verfügung und einer Expansion nichts mehr im Weg.

Zur Autorin
Claudia Grützmann ist seit über 10 Jahren erfolgreich für verschiedene Unternehmen im Marketing tätig. Seit 2012 verantwortet die studierte Betriebswirtin (IHK) das Marketing bei der Dresdner Factoring AG.