Smartes Sex-Spielzeug Schöne, neue IoT-Welt! Und dann wird der Vibrator gehackt

Willkommen in der schönen, neuen IoT-Welt. Eine Welt, in der nicht nur Kühlschränke, Fernseher und Heizungen smart sind, sondern auch Sex-Spielzeug. Mit allen Vor- und allen Nachteilen. Hackern ist es nun gelungen, Kontrolle über ein mit dem Internet verbundenes Thermostat zu bekommen.
Schöne, neue IoT-Welt! Und dann wird der Vibrator gehackt

Früher war eine Heizung eine Heizung, ein Kühlschrank ein simpler Kühlschrank und ein Vibrator ein Vibrator. Heute sind alle diese Gerät mit dem Internet verbunden und im besten Fall somit megasmart. Mit allen Vor- und allen Nachteilen, die man sich so vorstellen kann. Welche dies seien können, zeigen zwei aktuelle Meldungen. Hackern ist es nun (erstmals) gelungen, die Kontrolle über ein mit dem Internet verbundenes Thermostat zu bekommen.

“Sie konnten einen Thermostat, der auf Linux setzt, übernehmen und damit theoretisch Geld von dessen Besitzer erpressen. Dieses Szenario war bereits mehrfach befürchtet worden. Nutzer könnten dann beispielsweise ihre Heizung nicht mehr regulieren, die im Winter abgestellt oder im Sommer voll aufgedreht werden könnte”, berichtet derstandard.at. Zum Glück für die vielen IoT-Start-ups waren es keine echten Hacker, sondern Sicherheitsforscher, die das Thermostat als Geisel benommen haben, und ihren Hack auf der Hacker-Konferenz DefCon vorgestellt haben.

Ebenfalls auf DefCon wurde ein weiterer (sehr intimer Hack) vorgestellt. Bekanntlich sind nicht nur viele Haushaltgeräte inzwischen smart, sondern auch einige Sex-Spielzeuge. Mit einem simplen PC kaperten zwei Hacker das sexy Produkt “We Vibe 4 Plus”. Sie konnten das Produkt aktivieren und die Intensität einstellen. Erst einmal nicht weiter schlimm. “Wesentlich pikanter ist dann schon, was im Hintergrund abläuft”, berichtet WinFuture.

Denn die App auf dem Smartphone sei lediglich eine lokale Benutzeroberfläche für einen Cloud-Dienst. Und dieser arbeite mit Informationen, bei denen die Nutzer wohl kaum vermuten würden, dass sie irgendwohin an einen Webserver übermittelt würde. Nämlich Daten über die Zeit zu der ein bestimmtes Gerät betrieben wurde, “mit welcher Vibrationsstärke und welche Temperatur sich messen ließ”. Die schöne neue Internet-of-Things-Welt hat somit durchaus ihre Nachteile. Auch ein smarter Kühlschrank kann Probleme machen – etwa wenn er Gmail-Passwörter verrät, was schon vorgekommen ist. Es warten somit viele Herausforderungen auf IoT-Start-ups.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.