Gastbeitrag von Alexander Wiethaus E-Mail-Marketing: 10 Fehler, die jeder vermeiden sollten

Die wichtigsten Kennzahlen im E-Mail-Marketing sind die Ö?nungsrate und die Klickrate. Und wie bei allen Kennzahlen gilt auch hier, dass Start-ups sich nicht zu sehr von diesen Kennzahlen leiten lassen sollten. Nur weil eine E-Mail schlechtere Öffnungsraten hat, heißt das nicht, dass hier etwas falsch gemacht wurde.
E-Mail-Marketing: 10 Fehler, die jeder vermeiden sollten

Uber macht es. Blinkist macht es. Udemy und Eventbrite machen es auch. Die Rede ist von E-Mail-Marketing. Manche Startups senden regelmäßig Newsletter an Ihre Abonnenten. Andere wiederum automatisieren ihre E-Mails, damit neue Abonnenten automatisch vorgefertigte E-Mail-Serien zugeschickt bekommen.

E-Mail-Marketing gehört zum Gründen dazu und kann gerade am Anfang helfen, die nötigen Nutzerzahlen zu erreichen, damit der Markttest als Erfolg verbucht werden kann. Auch wenn E-Mail-Marketing relativ einfach ist und Startups schnell loslegen können, gibt es doch einige Fallstricke. Was man als Startup beim E-Mail-Marketing alles falsch machen kann und wie Fehler vermieden werden können, möchte ich einmal anhand von 10 typischen Fehlern zeigen.

1. Eine Noreply-E-Mail-Adresse einsetzen
Dieser Fehler ist eigentlich ein absolutes No Go, wird aber trotzdem immer gerne gemacht. Gemeint ist die Absender-E-Mail-Adresse noreply@startup.de. Dieses Phänomen gibt es in vielen verschiedenen Schreibweisen. Einige deutsche Startups nutzen auch die Adresse keineantwort@startup.de. Oft werden diesen E-Mail-Adressen noch mit dem Text
„Bitte antworten Sie nicht auf diese E-Mail.“ kombiniert. Eigentlich kommen diese Adressen aus dem Servicebereich, wo sie ebenfalls regelmäßig für Abschreckung beim Empfänger führen. Im E-Mail-Marketing hat sie nichts zu suchen. Schließlich geht es hier um die Kommunikation mit dem Kunden. Eigentlich sollte jedes Startup froh sein, wenn seine Abonnenten auf E-Mail antworten. Schließlich ist das das beste Feedback. Die Behebung dieses Fehlers ist schnell erledigt. Bei allen seriösen Anbietern kann eine individuelle echte E-Mail-Adresse angeben werden, auf die der Empfänger dann auch antworten kann.

2. Keinen klaren Ansprechpartner für Abonnenten
Was ist der perfekte Absendername? Viele Startups geben den Unternehmensnamen bzw. Markennamen als Absender an. Manche packen dann z.B. ein „Newsletter“ hinter den Namen, damit der Empfänger sofort sieht, dass es sich um langweiligen Content handelt, den er garnicht lesen möchte. Auch wenn das Wort Newsletter im Absender fehlt, ist es nicht sehr geschickt, de Unternehmensnamen als Absender zu nehmen. Menschen schreiben viel lieber mit einer natürlichen Person als mit einem anonymen Unternehmenskonto. Besser ist es, einen klaren Ansprechpartner zu nennen, der für die E-Mail verantwortlich ist. Dies ist auch möglich, wenn es mehrere Absender im Startup gibt, die regelmäßig E-Mail versenden. Der große Vorteil: Die E-Mail bekommt sofort eine persönliche Note. Für Startups ist eigentlich folgende Absendername sinnvoll: „Ansprechpartner von Unternehmensname“. damit fährt man als Startup immer gut.

3. Daten nicht nutzen
Viele Unternehmen schimpfen darüber, dass sie zu wenig über ihre Kunden wissen. Auf der anderen Seite nutzen auch viele Unternehmen die vorhandene Datenbasis nicht ausgiebig, sondern lassen viele Daten unbenutzt in der Datenbank liegen. Alle modernen E-Mail-Service-Provider bieten beispielsweise die Möglichkeit, Klicks und Ö?nungen zu tracken. Darauf basierend können dann spezielle E-Mails versendet werden, die noch besser auf die Empfänger zugeschnitten sind. Diese Möglichkeit nutzen allerdings die wenigsten Startups. Genau hier kann aber ein echter Kundennutzen gescha?en werden. Ein weiteres Beispiel: Viele Startups lassen sich bei der Anmeldung zum Newsletter neben der E-Mail-Adresse den Namen des Abonnenten übermitteln. Wenn diese Information beim Versand des Newsletters dann nicht genutzt wird, sollte das möglichst schnell geändert werden.

4. Zu viele Köche verderben den Brei
Eigentlich ist es relativ einfach: Die ausgehenden E-Mails müssen geschrieben werden. Im besten Fall von einer Person, die das wirklich gerne macht und das auch richtig gut kann. Im schlechtesten Fall wird die E-Mail von vielen Menschen zusammen geschrieben. Das läuft dann so: Eine Person schreibt die E-Mail und danach wird sie von allen wichtigen Menschen nochmal angepasst. Genau in diesem Fall wird die E-Mail zu einem Flickenteppich, denn die Empfänger nicht mehr lesen möchten. Diese Situation kann vermieden werden, indem die Verantwortlichkeit für das E-Mail-Marketing an eine Person vergeben wird. Falls diese Person nun noch nicht perfekt dafür geeignet ist, sollte ihr das Wissen vermittelt werden. Hierfür gibt es genügend Wissensquellen im Netz.

5. Corporate-Schreibe
Ein weiteren Fehler, den vor allem von schnell wachsende Startups machen, ist der Versuch hoch professionell zu klingen. Heraus kommt dann eine E-Mail die so auch von einem großen Konzern kommen könnte. Gerade junge Startups haben aber den Vorteil, dass sie sehr viel näher an ihren Kunden sind als Konzerne und dadurch auch viel authentischer klingen. Diesen Vorteil sollten sie dann auch durch einen lockeren Schreibstil nutzen.

6. Schreiben, weil man muss
Viele Unternehmen setzen sich mit festgelegten Versandterminen (Jeden Mittwoch um 12 Uhr) zu sehr unter Druck und Schreiben dann E-Mails, die nur wegen der Deadline geschrieben werden und dem Leser keinen Mehrwert bieten. Anstatt bei fehlendem Content einfach mal zu Schweigen, hauen sie Woche für Woche miese E-Mails raus. Wirklich guter Content braucht manchmal seine Zeit. Besser ist hier, sich nicht durch kommunizierte Termine selbst zu versklaven, sondern sich die Deadlines ein wenig lockerer zu legen. Auch die frühzeitige Planung von E-Mails ist bei umfangreichen Themen sinnvoll. So kann der Verantwortliche schon in freien Momenten ein wenig vorarbeiten.

7. Zu viel Themen in eine E-Mail
Dieser Fehler passiert vor allem, wenn man sehr selten E-Mails versendet. In diesem Fall hat möchten Startup den Empfängern so viel mitzuteilen, dass sie den Fokus verlieren. Dieses Problem haben auch viele eCommerce-Unternehmen, die dann beispielsweise jede Woche 10 Top-Artikel an die Abonnenten versenden und dann ho?en, dass ein Artikel für den Abonnenten von Interesse ist. Das Problem an diesem Verfahren ist, dass die Empfänger überfordert sind und nicht das machen, was der Versender erwartet.
Besser ist, sich auf nur ein oder zwei Themen zu konzentrieren und dem Leser dann auch mit Hilfe von wenigen Buttons und klaren Handlungsanweisungen klar vermitteln, was er tun soll. Dieses Vorgehen steigert schnell die Klickraten und verbessert das Lesevergnügen.

8. Zu sehr auf die Zahlen schauen
Die beiden wichtigsten Kennzahlen im E-Mail-Marketing sind die Ö?nungsrate und die Klickrate. Und wie bei allen Kennzahlen gilt auch hier, dass Unternehmen sich nicht zu sehr von diesen Kennzahlen leiten lassen sollten. Oder anders ausgedrückt: Nur weil eine E-Mail schlechtere Ö?nungsraten hat, heißt das nicht, dass hier etwas falsch gemacht wurde. Manchmal sind es äußere Einflüsse, die nicht sofort erkennbar sind und die sich nicht vermeiden lassen. So sind je nach Verteiler die Ö?nungsraten im Sommer kleiner als im Winter. Eine Analyse ist natürlich trotzdem in jedem Fall sinnvoll. Wie kann dieser Fehler vermieden werden? Indem bei der Analyse auch auf äußere Einflüsse geachtet wird.

9. Kunden und potenziellen Kunden die gleichen E-Mail senden
Irgendwann werden aus potenziellen Kunden Neukunden. Falls das passiert sollten die Neukunden dann eigentlich keine E-Mails mehr bekommen, die sie zum Kauf anregen. Viele Unternehmen haben hierbei noch Probleme und senden allen Abonnenten die gleichen E-Mails. Die Lösung für dieses Problem heißt Segmentierung. Das ist auch garnicht so schwer. Je nachdem ob ein E-Mail-Service-Provider gewählt wurde, welcher auf Listen oder auf Tags setzt, sind diese Situationen unterschiedlich zu handhaben. Wichtig ist aber: Die Trennung dieser beiden Gruppen ist einfach und kann den eigenen Klickraten nochmal einen ordentlichen Boost verpassen.

10. Zu sehr unter Druck setzen
Auch wenn es in diesem Artikel um die Vermeidung von Fehlern geht, ist Perfektion und der Druck, der damit einhergeht, garnicht unbedingt nötig. Nicht jede E-Mail kann die höchsten Ö?nungsraten erreichen und manchmal ist eine E-Mail einfach schwächer als die Vorherige. Das ist auch ganz gut, weil auch die Erwartungen der Leser mit jeder guten E-Mail steigen und irgendwann dann nicht mehr zu halten sind. Dies soll kein Plädoyer für schlechte E-Mails sein. Es geht mehr darum, auch mal den Druck heraus zu nehmen.

Passend zum Thema: “E-Mail-Marketing: 7 KPIs, die wirklich wichtig sind“.

Zum Autor
Alexander Wiethaus ist Gründer von Email Marketing Helden (EMMH), einer Onlinekurs- Plattform zum Thema Email-Marketing. Derzeit gibt es einen kostenlosen 14-tägigen E- Mail Kurs der Anfängern den Start erleichtern soll. Alexander durchlief ein Studium der Wirtschaftswissenschaften in Dortmund und Bochum. Schon während des Studiums spezialisierte er sich auf die Themen Online-Marketing. Nach dem Studium startete er mehrere Projekte und brachte sich dabei das Email Marketing bei.

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