Angriff auf Getränkehändler flaschenpost – mehr als nur ein simpler Lieferdienst

Bei flaschenpost.de kommen drei spannende Dinge zusammen: Ein sehr erfahrener Gründer, ein spannender Markt, der bisher offline bedient wird, und ein guter Investor, der ordentlich Geld und viele Kontakte zu weiteren Geldgebern mitbringt. flaschenpost.de könnte deswegen richtig abheben.
flaschenpost – mehr als nur ein simpler Lieferdienst

Das Münsteraner Start-up flaschenpost.de, in das Cherry Ventures kürzlich investiert hat, ist definitiv einen genaueren Blick wert. Könnte das junge Unternehmen doch tatsächlich eine ganze Branche umkrempeln. Das grobe Konzept des jungen Unternehmens ist zunächst einmal simpel: Das Start-up, das nach einem Testlauf derzeit pausiert, liefert Getränke innerhalb von 90 Minuten. Auf Facebook präsentiert sich der Getränkelieferer so: “Getränke in 90 Minuten – keine Liefergebühr – günstige Preise”.

In einigen Stellenanzeigen werden die Ambitionen des Start-ups deutlich. Dort heißt es: “Wir wollen marktführender Getränkehändler in Deutschland werden. Mit einzigartigem Konzept und einem engagierten Team werden wir dieses Startup zum Erfolg führen”. flaschenpost.de ist somit kein Mini-Start-up, das Getränke aus dem Supermarkt vor die Haustür seiner Kunden liefert, sondern eher eine zeitgemäße Variante von stationären Händlern wie Getränke Hoffmann und Co. Wenn sich das Unternehmen als Getränkehändler versteht, wird es seine Waren wohl direkt bei den vielen Produzenten im Lande kaufen, seine Waren in eigenen Lagern vorrätig halten sowie mit eigenen Fahrzeugen und eigenem Personal ausliefern. Was dann ein sehr kapitalintensives Geschäft werden kann.

An der Spitze von flaschenpost.de steht deswegen auch ein erfahrener Macher. Dieter Büchl gründete 2002 das Unternehmen Media Concept, einen Versandspezialisten für Druckertintenpatronen und -toner, zu dem etwa tinte24.de und prindo gehört. 2011 stieg Büchl – beim Einstieg der Hannover Finanz Gruppe und BayernLB Private Equity – allerdings schon bei Media Concept aus. Die Druckerfirma machte schon 2010 einen Umsatz von 80 Millionen Euro. Bei flaschenpost.de kommen somit drei spannende Dinge zusammen: Ein sehr erfahrener Gründer, ein spannender Markt, der bisher offline bedient wird, und ein guter Investor, der ordentlich Geld und viele Kontakte zu weiteren Geldgebern mitbringt. flaschenpost.de könnte deswegen richtig abheben.

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Foto: Lucian Milasan / Shutterstock.com

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.