Kein Platz für Gründerinnen Rocket Internet: Nicht mehr als ein Männerverein

Bei Rocket Internet sind Frauen in der Führungsebene Mangelware. Und auch, wer sich die Gründer- und Führungsteams der vielen Rocket-Start-ups aus den vergangenen beiden Jahren ansieht, entdeckt zwar viele Männer in weißen und blauen Hemden, aber gerade mal eine Frau.
Rocket Internet: Nicht mehr als ein Männerverein

Gründerinnen sind in der deutschen Internetszene noch immer Mangelware – zum Glück steigt der Anteil von Startuperinnen aber, zuletzt auf 13 % (DSM). Der Über-Inkubator Rocket Internet, der ein wichtiges Symbol für die Start-up-Szene des Landes ist, kann bei dieser Statistik leider überhaupt nicht mithalten! Rocket Internet ist leider ein waschechter Männerverein, dabei haben viele spätere Gründerinnen zuvor bei Rocket Internet gewirkt – etwa Anna Alex und Julia Bösch, die Gründerinnen von Outfittery.

An der Spitze von Rocket Internet stehen nur – klassisch gesehen – nur gestandene Männer wie Oliver Samwer, Peter Kimpel, Alexander Kudlich, Johannes Bruder und Christian Hardenberg. Und auch im sogenannten “Leadership team” des Unternehmens sind auf der Website der Firmenschmiede nur Männer aufgeführt. Dieser Männerverein setzt sich auch bei einem Blick auf die Start-ups von Rocket Internet fort (siehe unten). Wer sich die Gründer- und Führungsteams der Rocket-Start-ups aus den vergangenen beiden Jahren ansieht, entdeckt zwar viele Männer in weißen und blauen Hemden, aber gerade mal eine Frau – siehe tripda. In der Übersicht fehlen lediglich Drivejoy und Vendomo, von denen es kein Bildmaterial gibt. Auf einigen Bildern sind zudem nicht alle Gründer aufgeführt. Gründerinnen fehlen aber keine in der Übersicht.

Eine Quote braucht Rocket Internet trotz dieses verzerrten Bilds der deutschen Gründerlandschaft sicherlich nicht, aber zeitgemäß kann dieser Männerverein auch nicht mehr sein. Das Internet, die Start-up-Szene und die Investorenszene, die historisch alle immer sehr männerlastig waren, haben sich längst von ihrer totalen Männerdominanz befreit. Rocket Internet sollte dies auch tun! Rocket Internet braucht ganz dringend eine andere Kultur. Eine Kultur, in der nicht nur Männer andere Männer hofieren.

Bonativo

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Carspring

ds-CarSpring-team

Caterwings

ds-caterwings-team

EatFirst

ds-eatfirst-team

EverJobs

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Helpling

ds-helpling-team

Lendico

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Lyke

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Nestpick

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Shopwings

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somuchmore

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Spaceways

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Sparklist

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SpotCap

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tripda

ds-tripda-team

Vaniday

ds-vaniday-team

Zencap

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ZenRooms

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ZipJet

ds-zipjet-team

Fotogalerie: Rocket Internet – Die neuesten Start-ups

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Der Berliner Über-Inkubator Rocket Internet gründet bekanntlich Start-ups wie am Fließband – und manchmal noch schneller. Hier eine Übersicht der neuesten Projekte.

Foto: Placing missing a piece of puzzle. business concept. wooden background from Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  1. Schade eigentlich! Es gibt so viele tolle Gründerinnen! Bei unseren Startups besteht jedes Gründerteam aus einem gemischten Team.



  2. Kirk van Houten

    Skandal! Verschwörung!
    Wie ist denn die Bewerbungsquote? Ich habe ein Unternehmen gegründet in denen wir DRINGEND Männer suchen, um die Verteilung etwas auszugleichen. Keine Chance, Bewerbungen Null. Außer in IT – hier 100% Männer, bei 0% Frauenbewerbungen.
    Manchmal ist es halt so und ist nicht willentlich bösartig, sondern einfach den Umständen geschuldet. Hierzu noch der thematisch sehr relevante Beitrag des Nachrichtenmagazins Postillon: http://www.der-postillon.com/2012/03/frauenquote-soll-zahl-weiblicher.html



  3. wamu

    welche Frau will denn im Ernst bei denen arbeiten??



  4. Susanne Vieser

    Warum braucht Rocket Internet eigentlich keine Quote? Sie sind erstens börsennotiert – und es ist abzusehen, dass die Flexiquote bald auch für mittelstädnische Börsenunternehmen gelten wird (weil die Industrie sich kaum bewegt). Und eine Quote wäre zweitens vor allem wirtschaftlich gut für Rocket Internet – weil Mixed Leadership die Chancen und Perspektiven dieses Unternehmen verbessert und es zukunftsfähig macht.

    Rocket Internet basiert auf einer einzigen Denkart: Dem Übereifer und
    der Konsenskultur traditionell denkender mitteleuropäischer, männlicher
    Mittalstandssöhne – das ist deutlich zu wenig für eine Zukunft, die in Deutschland allein
    schon wegen des aktuellen Migrationsdrucks deutlich bunter sein wird und vor größeren Herausforderungen steht als betriebswirtschaftliche Lösungen für Handel udn Logistik zu sorgen.

    In Deutschland fehlt auch der Gründerszene die Vielfalt – daher haben wir hier auch solche Probleme mit den Unicorns. Verstehe esschon lange nicht, dass die VCs nicht längst auf mehr Vielfalt in den Gründerteams achten: Wo sind eigentlich die MigrantInnen unter den GründerInnen, die Gehandicappten, die Arbeiterkinder, die wirklich Coolen? Die die betriebswirtschaftliche Ideen weiterspinnen können?



    • Kirk van Houten

      Angenommen es gäbe eine Quote (hypothetisch): Wie will man die denn erfüllen in Bereichen, in denen sich überproportional ein Geschlecht bewirbt? Gib mir ne Frauenquote für IT und ich scheitere. Gib mir ne Männerquote für bestimmte andere Bereich – kann mich auf den Kopf stellen und könnte sie nicht erfüllen.

      Wenn ich kluger Unternehmer bin -egal welche Unternehmensgröße- dann stelle ich *blind* unabhängig von Herkunft, Geschlecht und Religion ein, solange die für die Aufgabe zu erfüllenden Anforderungen individuell von der Bewerber(in) geboten werden. Tue ich das nicht, übrigens auch als angestellter Manager, dann schade ich dem Unternehmen. Als Unternehmer mir selbst. Wofür also ernsthaft eine Quote?

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