Gastbeitrag von Pablo Martinez So löst man mit PR Proteste englischer Fußballfans aus

Wer sein Start-up zu PR-Erfolgen führen möchte, muss aufhören, sich allein in den Vordergrund zu stellen. Es sind häufig gerade die beiläufigen Erwähnungen, beispielsweise über Studien, die zu Brand Awareness führen – und in denen auch Journalisten einen Mehrwert sehen.
So löst man mit PR Proteste englischer Fußballfans aus

Wir Start-ups haben alle das gleiche PR-oblem: Kein Journalist hat auf uns gewartet – egal wie “hot”, “revolutionär“ oder “disruptive” wir sind. In ihren Augen stellen wir Branchen (nicht) auf den Kopf und das in einer Zeit, in der auch über viel wichtigere Nachrichten berichtet werden muss. Und es stimmt: Wir haben meist genau eine Geschichte zu erzählen. Nämlich dass wir hier sind. Und irgendetwas ganz anders und besser machen. Wenn das wenigstens verfängt – und das tut es bei den meisten von uns nicht – dann haben wir eine Handvoll Zielmedien. Und wenn die berichtet haben, nun ja, danach wird’s schwer.

In den letzten 18 Monaten haben wir bei GoEuro im Wissen, dass das ja nicht schon alles gewesen sein kann, über 10.000 Medienveröffentlichungen auf den Weg gebracht – weltweit wohlgemerkt. Das hat Fleiß, Ideen und zu guter Letzt den Einsatz von Kapital erfordert. Doch jeder Cent, der dafür angefasst wurde, hat sich rentiert.

Annähernd 600 Veröffentlichungen waren es allein in den letzten Tagen. Als Reiseunternehmen stellt sich für uns immer die Frage: Was kostet es um von A nach B zu kommen, wie viel Zeit nimmt es in Anspruch und wohin und weshalb verreisen Menschen?

Die Studie in Zusammenarbeit mit OneFootball, die uns zu enormer medialer Aufmerksamkeit geführt hat, betraf deshalb Auswärtsfahrten von Fußball-Fans. Fußball an und für sich ist bereits ein hochemotionales Thema. Doch erst der Vergleich von 25 Ligen weltweit hinsichtlich der durchschnittlichen Stadionpreise und der errechneten Qualität des Fußballs gab uns eine Story, von der wir annehmen durften, dass sie auch Widerhall finden würde. 300 Stunden Arbeit haben wir da gemeinsam reingesteckt.

Kurzum: Die Bundesliga hat gewonnen. Zweitbester Fußball nach Spanien bei wirklich moderaten Ticketpreisen führt zu Platz Eins im Preis-Leistungs-Vergleich. Während sich deutsche Medien von diesem scheinbar offensichtlichen Ausgang einer solchen Erhebung unbeeindruckt gezeigt hatten, brach weltweit ein riesiges Echo los. Allen voran in England: Teuerste Tickets, schwächeres Abschneiden bei der Qualität des Fußballs gegenüber der Bundesliga. Die englischen Medien, die erst nur von den Ergebnissen der Studie berichteten, hatten ein gefunden Fressen: Premier League vs. Britischen Fan. Am letzten Wochenende fanden sogar Proteste in englischen Stadien gegen die Preispolitik statt. Verschiedene Medien stellten einen direkten Zusammenhang zwischen unserer Studie und den Demonstrationen her. Ein Ritterschlag!

Ganz ähnliche Erfahrungen haben wir auch mit anderen Themen gemacht: mit dem internationalen Bierpreisindex beispielsweise oder auch dem Nahverkehrspreisindex.

Es bleibt dabei: Wer sein Start-up zu PR-Erfolgen führen möchte, muss aufhören, sich allein in den Vordergrund zu stellen. Es sind häufig gerade die beiläufigen Erwähnungen, beispielsweise über Studien, die zu Brand Awareness führen – und in denen auch Journalisten einen Mehrwert sehen. Wir durften uns allein wegen dieser Aktion über 50.000 vollkommen neue Besucher auf GoEuro freuen.

Passend zum Thema: “Die Macht der Studie: Wie Umfragen zum PR-Erfolg führen

Zur Person
Pablo Martinez ist PR- und Marketingexperte und arbeitet seit 10 Jahren in der Reiseindustrie. Er begann seine Karriere bei American Airlines, wo er u.a. mit der Aufarbeitung der Katastrophe des 11. Septembers 2001 befasst war. Anschließend arbeitete er bei der Kayak und erlebte aktiv den erfolgreichen Börsengang des Unternehmens mit. Motiviert vom großen Potential der Reisesuchmaschine GoEuro, trat er dem Unternehmen 2014 bei und wirkt als Head of PR seither an der steten Verbesserung von GoEuro hin zur ersten Anlaufstelle für Reisen im Internet mit. Er hält einen Bachelor der Universität von Miami und einem Master of Business Administration der Navarra Universität.

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