IPO-Time Windeln.de bestätigt endlich seine Börsenpläne für 2015

Windeln.de gilt seit dem Einstieg von Goldman Sachs und Co. als heißer Börsenkandidat. Offiziell gaben sich die Bajuwaren bisher aber extrem bedeckt, was das Thema anbelangte. Nun ist es so weit: Windeln.de bestätigt offiziell seine Börsenpläne. Schon bald will das Start-up an die Frankfurter Wertpapierbörse.
Windeln.de bestätigt endlich seine Börsenpläne für 2015

Das Münchner Start-up Windeln.de gilt seit etlichen Monaten als einer der ganz heißen deutschen Börsenkandidaten – siehe auch “Windeln.de drängt bis zum Sommer an die Börse“. Offiziell wollten die Bajuwaren ihre Pläne bisher aber nicht bestätigen. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte Mitgründer Alexander Brand noch vor wenigen Tagen: “Generell ist ein Börsengang eine strategische Option, die gut durchdacht und vorbereitet sein will”, dem Blatt. Man müsse sich das wie eine Führerscheinprüfung vorstellen. “Selbst wenn man den Schein hätte, müsste man nicht gleich auf große Fahrt gehen”. Ob er die Prüfung denn bestanden habe, wollte Brand dabei “leider nicht kommentieren”.

Nun erfolgte aber endlich die Bestätigung der IPO-Pläne. Zwischen den Zeilen war diese ja auch schon in besagtem Interview zu lesen. “Abhängig vom Börsenumfeld strebt das Unternehmen eine Zulassung seiner Aktien im regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse im Jahr 2015 an”, teilt das Unternehmen mit. Weiter heißt es in der Presseaussendung: “Das Angebot wird voraussichtlich aus neuen, im Rahmen einer Kapitalerhöhung ausgegebenen Aktien in Höhe von ca. 100 Millionen Euro sowie einer Veräußerung von Anteilen einiger derzeitiger Gesellschafter in Höhe von ca. 80 Millionen Euro bestehen, zuzüglich potenzieller Greenshoe-Erlöse (welche aus einer weiteren Kapitalerhöhung stammen würden) von bis zu 15% des Basisangebots. Unter Annahme einer vollständigen Ausübung des Greenshoe würde das Gesamtemissionsvolumen ca. 200 Millionen Euro betragen. Alle wesentlichen Gesellschafter von windeln.de bleiben weiterhin im Unternehmen investiert. Zu diesen zählen DN Capital (24,3%), Acton Capital (19,5%), Goldman Sachs (12,8%), Deutsche Bank (11,1%), MCI Private Ventures (8,8%), 360 Capital (4,3%) sowie zwei Geschäftsführer und Gründer des Unternehmens über Gut Vermögensverwaltung (8,7%) beziehungsweise ABrand Management (4,6%)”.

Zur Erinnerung: Kürzlich investierten Goldman Sachs, Deutsche Bank, DN Capital, MCI Management und 360 Capital Partners stattliche 45 Millionen Euro in Windeln.de, das 2014 einen Bruttoumsatz in Höhe von 130 Millionen Euro erzielte. windeln.de wurde im Oktober 2010 von Konstantin Urban und Alexander Brand gegründet. Im April des vergangenen Jahres sammelte das Unternehmen 15 Millionen Euro ein. 2013 flossen ebenfalls über 15 Millionen Euro in die Jungfirma. Anfang 2012 sammelte Windeln.de zudem einen “hohen einstelligen Millionenbetrag” ein. Und auch 2010 erhielt das Start-up eine Finanzspritze in siebenstelliger Höhe.

Hier nun etliche Zahlen zu Windeln.de:

* “Nur vier Jahre nach seiner Gründung hat das Unternehmen im Jahr 2014 mit seinem Online-Shop windeln.de die Gewinnzone erreicht. Dabei erhöhte sich der Bereinigte EBIT-Beitrag von -4.338 Tausend Euro für das zum 31. Dezember 2013 endende Geschäftsjahr auf 1.916 Tausend Euro für das zum 31. Dezember 2014 endende Geschäftsjahr. Die Bereinigte EBIT-Marge (Bereinigtes EBIT als Prozentsatz der Umsatzerlöse) für die Gruppe verbesserte sich dabei um 13,2 Prozentpunkte, von -21,2% im zum 31. Dezember 2013 endenden Geschäftsjahr auf -8,0% im zum 31. Dezember 2014 endenden Geschäftsjahr”.

* “windeln.de konnte im zum 31. März 2015 endenden Quartal seine Umsatzerlöse von 19.083 Tausend Euro im zum 31. März 2014 endenden Quartal auf 35.649 Tausend Euro erhöhen, was einem Anstieg von 86,8% entspricht. Für den Rest des zum 31. Dezember 2015 endenden Geschäftsjahres erwartet windeln.de ein sich fortsetzendes Wachstum, allerdings mit geringeren Wachstumsraten verglichen mit dem zum 31. März 2015 endenden Quartal”.

* “Das Chinageschäft von windeln.de bildet eine hervorragende Basis, die Präsenz von windeln.de im chinesischen Markt auszuweiten. Die in China erwirtschafteten Umsatzerlöse von windeln.de stiegen von 7.079 Tausend Euro im zum 31. Dezember 2012 endenden Geschäftsjahr auf 55.666 Tausend Euro im zum 31. Dezember 2014 endenden Geschäftsjahr, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 180,4% entspricht. Zum 31. Dezember 2014 hatte windeln.de rund 146.000 aktive Kunden in China. Die hohe Zufriedenheit von Kunden in China wird auch dadurch bestätigt, dass im zum 31. Dezember 2014 endenden Geschäftsjahr rund 91,4% der Bestellungen chinesischer Kunden von Bestandskunden10 stammte”.

* Die durchschnittliche Anzahl der Bestellungen von Bestandskunden lag im zum 31. Dezember 2014 endenden Geschäftsjahr bei 4,14. Der durchschnittliche Auftragswert je Bestandskunde stieg von 80 Euro im zum 31. Dezember 2012 endenden Geschäftsjahr auf 91 Euro im zum 31. Dezember 2014 endenden Geschäftsjahr, was den Auftragseingang14 je Bestandskunde von 334 Euro auf 379 Euro ansteigen ließ”

Passend zum Thema: “Start-ups, die wir wohl bald an der Börse sehen werden

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

Aktuelle Meldungen

Alle