15 Fragen an Daniel Marx von Urlaubsguru “Ich habe meiner Mutter versprochen, ihr einen Bauernhof zu kaufen”

Jeden Freitag beantwortet ein Gründer oder eine Gründerin unseren standardisierten Fragebogen. Der Fragenkatalog lebt von der Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Fragen, die alle Gründerinnen und Gründer beantworten müssen – diesmal antwortet Daniel Marx von Urlaubsguru.
“Ich habe meiner Mutter versprochen, ihr einen Bauernhof zu kaufen”

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Mir geht es primär nicht um das Chef sein, sondern täglich meine eigenen Ideen und Vision umzusetzen und das in einem Umfeld, welches ich ebenfalls stark mitbestimmen kann.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Diese Frage müssen wir in unserem Fall auf zwei Arten beantworten. Die Grundidee eines Urlaubsschnäppchenblogs ist in Daniels Kopf (Daniel Krahn Gründer & Geschäftsführer) bei den Planungen seiner unzähligen Reisen entstanden. Danach wurde an einem Sommerabend auf dem Balkon ein wenig gebrainstormt und zwei Tage später war unser erstes Reiseprojekt online.

Mittlerweile sind wir mit Urlaubsguru/Holidayguru in 11 europäischen Ländern online und verzeichnen hier starkes Wachstum. Sprich – die Grundidee kam aus dem Bauch heraus, alles Weitere haben wir sehr stark von den Nutzern abhängig gemacht. Wenn wir merken: Ein gewisser Service macht Sinn oder in einem Land könnte unsere Idee ebenfalls fruchten, sind wir in 48 Stunden online.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Die 6,60€ für die Domain und das erste “small Webhostingpaket” konnten Daniel und ich von unserem Ersparten abzweigen. Alles Weitere hat Urlaubsguru selbst erwirtschaftet, worauf wir extrem stolz sind.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Wenn man gefühlt “über Nacht” in Deutschland bekannt wird, hat man sehr schnell ein Personalproblem – dies war zu Beginn unserer Phase wirklich schwierig, aber wir konnten uns bis zum heutigen Tage stets auf unsere Familie und Freunde verlassen, die in unserem “Reisebüro 2.0” aushalfen.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Ich würde mich eher von meinem Vollzeitjob als IT Researcher trennen, um nicht mehr als ein Jahr Urlaubsguru und Vollzeitjob parallel betreiben zu müssen.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Spielart trifft es vielleicht nicht ganz, aber unsere Projekte werden durch Social Media bekannt gemacht, primär durch Facebook. Hier versuchen wir stets auf die Wünsche der Leute einzugehen, sie konkret zu fragen, welches Reiseziel oder Special wir ausarbeiten sollen. Des Weiteren haben wir uns dem 100%-igen Service verschrieben. Auch wenn wir kein klassisches E-Commerce betreiben, sehen wir unseren Auftrag darin, dem Leser Fragen zu beantworten und bei der Online-Buchung behilflich zu sein. Und was kann bessere Werbewirksamkeit erzeugen und als Freundlichkeit?

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Meine Freundin Caroline. Erstens hat sie mir den letzten Mut gegeben, mich 100%-ig in den Wahnsinn Selbstständigkeit zu werfen und zweitens hat sie mir stets den Rücken freigehalten, damit ich mich fokussieren kann.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Setze stets auf dein Team! Suche und finde Leute, die bereit sind, deinen Weg mitzugehen. Dies kann man primär nicht an Uni-Noten festmachen. Man muss eher auf Menschenkenntnis und Bauchgefühl hören.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Den Mut und die Bereitschaft in diesem Land etwas Großes zu schaffen. Es kann und soll nicht sein, dass in unserer Republik hochtalentierte Jungen und Mädchen sitzen, die drei Monate ihrer Zeit verschwenden müssen, bis sie 25.000 Euro zusammenhaben, damit sie ihre Idee realisieren können. Es ist nicht die Aufgabe des Ministeriums dieses Geld aufzubringen, aber die Vernetzung und Hilfe bei den ersten wichtigen bürokratischen Schritten wäre wünschenswert.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Ich wäre IT Researcher und würde versuchen, die digitale Welt etwas sicherer zu machen.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Ich würde gerne mal bei Wooga in Berlin vorbeischauen.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Ich nehme das Jahr 1966 und habe ein Start-up für Torlinientechnik gegründet.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Ich habe meiner Mutter als Kind immer versprochen, ihr einen Bauernhof zu kaufen – das wäre eine optimale Gelegenheit. Des Weiteren ist Familienurlaub auf dem Bauernhof ein spannendes Thema.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
An einem perfekten Sonntag bin ich mit meinen beiden Mädels irgendwo unterwegs. Aus Selbstschutz fernab eines Laptops – Kinderlachen, insbesondere das der eigenen Tochter, ist die größte Motivation für die Zukunft zu arbeiten.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Mit Jürgen Klopp, ich denke in Sachen Teammotivation kann er mich auf das nächste Level bringen.

Im Fokus: Weitere Fragebögen in unserem großen Themenschwerpunkt 15 Fragen an

Zur Person:
Daniel Marx studierte zunächst Sicherheit in der Informationstechnik und arbeitete im Anschluss als IT Researcher, ehe er 2012 die Krahn&Marx GbR gründete, aus welcher die UNIQ Gmbh herorgegangen ist und die Seite Urlaubsguru betreibt.

15 Fragen als eBook und in gedruckter Form

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Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.