Oliver Rößling von GradList “Die Idee zu GradList ist aus einem Problem entstanden”

Studenten und mögliche Arbeitgeber für Projekt- und Abschlussarbeiten zusammenbringen, das will das Hamburger Start-up GradList. Im Gründerkurzinterview spricht Gründer Oliver Rößling über Kooperationsnetzwerke, die Gründungsidee und Marktintransparenz.
“Die Idee zu GradList ist aus einem Problem entstanden”

Das Start-up GradList, ein Hamburg und München Joint Venture zwischen den Firmen Absolute Software GmbH und mantro.net, richtet sich an Studenten und Unternehmen gleichermaßen. Es verbindet beide Gruppen und will es ermöglichen, dass sie im Zuge qualizierter Projektarbeit zueinander finden. Im Gründerkurzinterview Gründer-Kurzinterview spricht Gründer Oliver Rößling über Kooperationsnetzwerke, die Gründungsidee und Marktintransparenz.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up?
GradList ist eine Plattform, auf der Studenten, Unternehmen und Bildungseinrichtungen die Möglichkeit bekommen, ein wertvolles Karriere- und Kooperationsnetzwerk aufzubauen.

GradList bietet folgende Vorteile für seine Nutzergruppen:
Studenten, die ihre Abschlussarbeit in der beruflichen Praxis anstatt in der akademischen Theorie schreiben wollen, bekommen die Möglichkeit Projektvorschläge zu erhalten, die ihren akademischen Fähigkeiten entsprechen. Sie schreiben demnach ihre Abschlussarbeit über ein Projekt in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen, während sie wertvolle Praxiserfahrung für ihre Karriere sammeln.

Unternehmen, unabhängig ob klein oder groß, werden sichbar für die richtigen regionalen oder internationalen Talente. Sie können ihre künftigen Angestellten für einen Bruchteil der gewöhnlichen Rekrutierungskosten in einem Projekt, in dem es an Ressourcen wie Zeit, Personal oder Knowhow mangelt, testen, bevor man sich für eine Einstellung entschließt.

Universitäten und andere Bildungseinrichtungen betreuen die Abschlussarbeiten von Studenten, aber können durch diese auch direkte Einblicke in echte Marktdaten bekommen. Sie bekommen die Möglichkeiten sich mit Unternehmen zu vernetzen und zu kooperieren. Außerdem ist es möglich Nachwuchsforscher ausfindig zu machen.

Durch Unterstützung des Matching-Algorithmus von GradList sind die empfohlenen Verbindungen hochrelevant, da diese auf den jeweiligen Interessen, Fähigkeiten und Präferenzen der drei Nutzergruppen basieren.

Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich ihr Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?
Die Idee zu GradList ist aus einem Problem entstanden, mit dem wir selbst konfrontiert waren. Wir suchten seinerzeit jemanden, der eine Vermarktungsstrategie für ein Projekt, für das wir nur vergleichsweise wenig eigne Ressourcen hatten, ausarbeitet. Wir stellten jedoch fest, dass es keine Plattform gab, auf welcher wir hätten fündig werden können und entschlossen uns, diese Lücke im Internet mit GradList zu schließen. GradList hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Arbeitsmarkt zunächst für Berufseinsteiger und später für den gesamten Arbeitsmarkt vor dem Hintergrund einer global vernetzten Welt neu zu erfinden.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
Zu nennen sind hier berufliche Netzwerke wie Xing und LinkedIN oder Stellenbörsen wie Monster oder Stepstone. Jedes dieser Unternehmen verdient Geld, indem es Marktintransparenzen nutzt, um seine Services und Dienstleistungen zu verkaufen. Gradlist grenzt sich zu den genannten Unternehmen klar durch seinen internationalen Transparenzansatz ab. Projekte oder Jobs werden immer global ausgeschrieben und sind nicht regional beschränkt.

Durch intelligente Mechanismen und Verschlagwortung werden passende Talente und die richtigen Kooperationspartner zusammengeführt. Um das Vertrauen in das Netzwerk zu stärken, ist es notwendig, dass den jeweiligen Nutzergruppen (Studenten, Unternehmen und Hochschulen) nur wertvolle und passende Vorschläge unterbreitet werden und dass die Suche auf der Plattform zielführend ist.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
GradList steht und fällt mit seinen Nutzern. Ziel ist es schnell die notwendige kritische Masse aufzubauen, die es bedarf ein sinnvolles Matching zu betreiben und das Vorschlagsystem mit den richtigen Projekten und Talenten zu füttern.

Wie wollen Sie Geld verdienen und wann schreiben sie schwarze Zahlen?
Für die Monetarisierung ergeben sich verschiedene Möglichkeiten und Schritte. Zunächst gilt die grundsätzliche Prämisse, dass die Nutzung von GradList für Studenten und Hochschulen stets kostenlos sein soll. Nur Unternehmen der Privatwirtschaft werden GradList kostenpflichtig nutzen. Wir erwarten uns von dieser Preispolitik ein starkes Wachstum der Nutzerzahlen und einen vereinfachten Zugang zur akademischen Welt, welche oft unter großem Kostendruck agiert.

Welche Märkte wollen Sie mittel- und langfristig erobern?
Wir startet in Deutschland und versuchen rasch unser Netzwerk auf- und auszubauen. GradList ist zunächst allein in Englischer Sprache verfügbar, da insbesondere an Bildungseinrichtungen die englische Sprache eine Grundvoraussetzung ist. Außerdem erlaubt sie uns, in möglichst vielen Regionen der Erde verstanden zu werden, was GradList mehr Aufmerksamkeit und Nutzer bescheren kann. Weitere Sprachen sollen jedoch nachgezogen werden, um möglichst schnelle weltweit signifikante Mengen an Nutzern aufzubauen.

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

Zur Person:
Oliver Rößling studierte in Hamburg BWL und gründete als Mitglied der Geschäftsführung der Absolute Software GmbH im vergangenen Jahr neben GradList auch OnTone. Als Initiator und Mitorganisator von 12min.me ist er in Hamburg eine feste Größe geworden.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.